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Im Garten lernen, aus Traditionen wachsen

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In den Kindergärten des Valeria-Koch-Bildungszentrums
gehen deutsche Nationalitätenerziehung und Nachhaltigkeit
Hand in Hand

In den Kindergärten des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen gehen die Pflege der ungarndeutschen Traditionen und eine umweltbewusste Erziehung Hand in Hand: Deutsche Identität und Nachhaltigkeit sind hier selbstverständlicher Bestandteil der täglichen pädagogischen Arbeit. Die im Jahr 2023 verliehene Auszeichnung „Grüner Kindergarten“ bestätigt dieses konsequente Konzept: Umweltbildung ist kein separates Programm, sondern gelebter Alltag. Die Kinder lernen vor allem durch eigene Erfahrungen die Natur kennen und entwickeln so ein verantwortungsvolles Verhalten ihr gegenüber.

In den beiden Kindergärten dieser bedeutenden Bildungseinrichtung der ungarndeutschen Gemeinschaft beginnt Lernen nicht im Gruppenraum – sondern im Garten. Die Kinder säen, pflanzen, pflegen und ernten selbst und entdecken dabei auf natürliche Weise ihre Umwelt. Hochbeete, Kräutergärten, Kompostanlagen und Insektenhotels machen greifbar, was andernorts oft nur theoretisch vermittelt wird.

Laut Kindergartenleiterin Anita Kaitz erhalte in diesem Umfeld auch die deutsche Nationalitätenerziehung eine neue Dimension: „Wir sind stolz darauf, dass unsere Kinder nicht nur die Grundlagen der deutschen Sprache erwerben, sondern auch eine Haltung entwickeln, die auf Verantwortung und Zusammenarbeit basiert. Nachhaltigkeit ist bei uns keine Theorie, sondern gelebte Praxis. Wir besuchen mit den Kindern den Markt, kaufen bei regionalen Erzeugern ein und verarbeiten die Lebensmittel anschließend gemeinsam: Wir kochen Marmelade, bereiten Kompott zu und konservieren Gemüse – ganz wie unsere ungarndeutschen Vorfahren. Wir sind überzeugt, dass diese Erfahrungen zugleich Bewusstsein, Selbstständigkeit fördern und zeigen, wie Traditionen im Alltag weiterleben können.“

Auch die Förderung eines gesunden Lebensstils spielt im Alltag eine wichtige Rolle. Diese Haltung zeigt sich sogar bei Feierlichkeiten: An Geburtstagen stehen statt Süßigkeiten bunte, kreative und gesunde Obstplatten auf dem Tisch. Gemeinschaft wird auch im Rahmen der „grünen Aktionstage“ erlebbar: Der Tag der Erde, der Weltwassertag oder der Tag der Vögel und Bäume werden jedes Jahr mit spielerischen, erlebnisorientierten Programmen gestaltet. Gleichzeitig eignen sich die Kinder dabei ganz selbstverständlich ein umweltbewusstes Denken an. Regelmäßig organisierte Büchertauschaktionen vermitteln schon früh die Werte von Wiederverwendung und Teilen.

Erfahrungsorientiertes Lernen erreicht seinen Höhepunkt in den Projektwochen. In diesen Zeiten öffnen sich die Kindergärten nach außen: Die Kinder begegnen Fachleuten und Menschen, die im Alltag Verantwortung übernehmen. Während der „Woche des Waldes“ besuchen Ornithologen und Pilzexperten die Einrichtungen, in der „Woche des Bodens“ führen Umweltfachleute in die Welt des Kompostierens ein, und rund um den Weltwassertag unterstützen Naturschutzexperten die Wissensvermittlung. Ein besonderes Highlight war zum Beispiel die „Woche der Helden“, in der die Kinder Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Ärzte aus nächster Nähe kennenlernten. Diese Begegnungen hinterlassen bleibende Eindrücke und vermitteln Werte wie Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Achtsamkeit.

Die Nähe zur Natur prägt nicht nur den Kindergartenalltag, sondern auch die Aktivitäten im Mecsek-Gebirge. Dank der engen Zusammenarbeit mit Mecsekerdő Zrt. können die Kinder regelmäßig außerhalb der gewohnten Umgebung lernen und unmittelbare Naturerfahrungen sammeln. Der Kindergarten in der Dugonics-Straße hat beispielsweise die St.-Michaels-Quelle in Csertető „adoptiert“. Die Kinder kehren immer wieder dorthin zurück, beobachten die Veränderungen der Jahreszeiten, pflegen die Umgebung, führen einfache Untersuchungen durch und lernen dabei ganz selbstverständlich, Verantwortung für die Natur zu übernehmen.

„Unsere Aufgabe ist es, Werte zu vermitteln – getragen von einer ungarndeutschen Identität“, betont Kindergartenleiterin Anita Kaitz. „Wir wollen Wissen vermitteln und auch Vorbilder sein. Es ist uns wichtig, dass wir in diesem Bereich immer bewusster handeln – auch dank der kontinuierlichen Weiterbildung unserer Kindergärtnerinnen, die an Fortbildungen in Waldpädagogik und nachhaltiger Entwicklung teilnehmen. Unser Ziel ist es, Kinder zu erziehen, die stolz auf ihre ungarndeutschen Wurzeln und offen für die Welt sind, und verantwortungsbewusst in die Zukunft blicken.“

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