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Die Kunst ist lang, das Leben ist kurz

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In Erinnerung an einen der vielseitigsten ungarndeutschen bildenden Künstler wurde am 23. September im Haus der Ungarndeutschen eine Gedenkausstellung eröffnet. Eingeladen haben der Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) und das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek (Zentrum). Der Anlass ist der 90. Geburtstag des 2004 mit dem Munkácsy-Preis ausgezeichneten Malers János Wagner (1936–2022).

Bekannte, Kollegen und Kunstfreunde nahmen an der Vernissage teil

Der Otto-Heinek-Saal war gut gefüllt mit vielen BesucherInnen, zu denen auch Wagners Witwe Judit gehörte. Nach der Begrüßung von Zentrum-Direktorin Angelika Erdélyi-Pfiszterer und dem 1. Vorsitzenden des VUdAK und Chefredakteur der Neuen Zeitung, Johann Schuth, folgte die Eröffnungsrede des Kunstsachverständigen János Wolfart.

In seiner Rede stellte Wolfart den Satz „Ars longa, vita brevis“ in den Fokus. Das bedeutet übersetzt „Die Kunst ist lang, das Leben ist kurz“. Mit diesem Zitat hatte Wagner im Jahr 2021 auch die Ausstellung „Wagner 85“ beendet. Es treffe den Kern seines Lebenswerks, denn Wagners Kunst ist zeitlos, weil er keinen wechselnden Moden folgte, sondern seinem inneren Kompass. Anders als vor fünf Jahren, als der Künstler die Auswahl noch selbst traf und vor allem neuere Arbeiten zeigte, umfasst die Ausstellung nun Werke aus dem gesamten Lebenswerk.

Das früheste Werk heißt „Paar“ von 1967. Es zeigt Wagner und seine Frau Judit gesichtslos. Es macht laut Wolfart seinen Charakter deutlich. Wagner war zurückhaltend, kein Lautsprecher, aber bereit, Verantwortung zu übernehmen, etwa als Leiter der VUdAK-Künstlersektion von 1995 bis 2005.

Das großformatige Gemälde „Treffen mit dem Engel“ liegt zwischen Abstraktion und figürlicher Darstellung. Es zeigt Wagners Tochter Melinda als Kind, die in den späten Achtzigerjahren viel zu früh starb. Diese persönliche Tragödie hat Wagner zur Abstraktion gebracht.

Wolfart hob zwei Besonderheiten von Wagners Kunst hervor. Erstens arbeitete Wagner neben Öl, Aquarell und Tusche mit vielen alternativen Materialien, etwa Gips, Zement, Folie, Sägespänen, Sand, Steinen, Holz, Teer und Schnur. Bei den Bildern „Verwesung“, „Wellen“, „Wirbel“ und „Sternenpfad 1 und 2“ entsteht so eine plastische Oberfläche, die über das klassische Tafelbild hinausgeht. „Korpus“ aus den frühen Neunzigerjahren war Teil eines Triptychons, im Nachlass ist jedoch nur noch dieses Bild erhalten.

Zudem war Wagner ein großer Kolorist. Nach den dunklen Werken der späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahre wandte er sich wieder den Farben zu. Das Gemälde „Mittagszeit in Lissabon“ nannte Wolfart ein koloristisches Meisterwerk. Es ist bei dieser Ausstellung erstmals als Exponat zu sehen. Er wies auch auf „Farbfeld VII“ und „Farbfeld II“ hin, die 2003 bei Wagners Einzelausstellung im Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf zu sehen waren.

Wolfart beendet die Ansprache mit den selben Worten, mit denen er sie auch eröffnete:„Ars longa, vita brevis!“

Die Veranstaltung wurde musikalisch von Stefan Valentin (Geige) und Ernő Fehér (Klavier) begleitet, mit Werken von Gottfried-Heinrich Stölzer, Béla Bartók und Wolfgang Amadeus Mozart.

Lilly Rudin

Fotos und Videos: Ludwig Grund/Zentrum.hu
Weitere Bilder >>>
(Im Video ist Mozarts „Dalla sua pace” zu hören.)

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Die Ausstellung kann bis zum 15. November nach vorheriger Anmeldung unter info@zentrum.hu im Haus der Ungarndeutschen (Budapest VI., Lendvay u. 22) besichtigt werden.

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Organisatoren:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler

Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Ministerpräsidium über den Bethlen-Gábor-Fondverwalter (NKUL-KP-1-2026/3-000224)

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