Gespräch mit Magdalena Krisch: Dieses Haus wird funktionieren

Quelle: Neue Zeitung

Die Selbstverwaltungen und die Vereine der Deutschen und Kroaten in Ödenburg konnten am 28. Feber ihren neuen Sitz im sanierten Rejpál-Haus in der Grabenrunde mit jeweils einem Büro und einer Begegnungsstätte in Besitz nehmen. Wir fragten Magdalena Krisch, Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung und des Kulturklubs Ödenburg und Umgebung, wie das Leben im neuen Sitz ausschauen wird.

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NZ: Wir stehen im erneuerten Rejpál-Haus, das Haus platzt fast aus allen Nähten, weil so viele gekommen sind. Wer soll in Zukunft diese Räume nutzen?

MK: Der Deutsche Kulturklub Ödenburg und Umgebung hatte im Laufe der Zeit mehr als 400 Mitglieder. Es ist ein aktiver Kulturklub, auch heute mit vielen Mitgliedern. Selbstverständlich gibt es hier auch eine deutsche Nationalitätenselbstverwaltung. Wir sind einfach draufgekommen – und Gott sei Dank war auch unsere Stadtführung unserer Meinung –, dass es höchste Zeit ist, ein Heim zu bekommen, wohin wir wie in ein Kulturhaus hineingehen können: an Wochentagen oder am Wochenende, zu verschiedenen Veranstaltungen. Ein kleines Problem haben wir schon. Der Klub hat sehr viele Veranstaltungen, wo 300 bis 400 Menschen teilnehmen, aber wir haben jetzt 60 Quadratmeter in einem Haus, wo früher eine deutsche Familie wohnte. Es ist auch schön, dass wir mit den Kroaten zusammen sind, wir beide versuchen jetzt, dieses Haus zu nutzen und zu betreiben.

NZ: Warum wurde gerade dieses Haus ausgewählt?

MK: Gewählt haben wir nicht dieses Haus. Dieses Haus stand völlig leer, seit den 70er Jahren war kein Leben in diesem Haus. Unser Bürgermeister hat uns gesagt, wenn wir dieses Haus übernehmen, wenn wir hier einziehen, leistet er uns eine gewisse Hilfe. Das hat er tatsächlich getan. Unser Beitrag war die Einrichtung von zwei Räumen. Wir danken dem deutschen Bundesministerium des Innern für die Einrichtung. Unsere Leute haben auch wahnsinnig viel geleistet, viel gearbeitet, damit wir diese Eröffnung hier erleben können.

NZ: Wie soll nun der Alltag hier ausschauen in diesem Haus?

MK: Unsere großen Veranstaltungen müssen wir außerhalb machen, weil sehr viele Menschen kommen. Wir werden kleinere Veranstaltungen in dieses Haus bringen. Zum Beispiel den deutschen Filmklub, wir planen auch kleine Kurse, wir möchten aber auch einen Chor gründen. Wir möchten auch das eine oder andere deutsche Ensemble einladen, hier können sie auch proben bei uns. Derzeit ist Seniorentanz ganz modern in Europa, auch so einen Kurs möchten wir einführen. Pläne haben wir, nur es ist immer wieder dasselbe Problem. Ich selbst arbeite noch und möchte immer mehr machen als Freizeit dafür da ist. Wir warten einfach mal ab. Wenn wir aber schauen, wie rasch alles zusammengekommen ist, wie die Leute die Gläser kaufen und sie hier lassen, Tassen, Teller, Messer haben wir bekommen, die Leute bringen ihre Sachen, sie backen, so denke ich, dass dieses Haus funktionieren wird.

NZ: Wie haben die Leute das aufgenommen, dass so ein Haus hier entsteht?

MK: Das hat die Leute zusammengebracht. Wir sind ein Klub mit 30 bis 40 Kern-Mitgliedern, die jederzeit zu allem bereit sind. Ob man Ordnung machen muss, backen oder Tickets abreißen bei Veranstaltungen, diese Menschen waren auch jetzt dabei, und sie haben eben gesagt: na endlich! Endlich haben auch die Deutschen etwas für sich. Wir sind jetzt zwar in einem Haus, das renovierungsbedürftig ist und nur einige Räume zu benutzen sind. Aber ich bin sicher, dass wir die nächsten Schritte machen.

NZ: Wie wird sich das kulturelle Leben durch dieses Haus ändern?

MK: Durch diese kleinen Veranstaltungen wird sich einiges ändern. Eines dürfen wir nicht vergessen, wir müssen offen bleiben, es sollen alle Leute ohne weiteres ins Haus kommen, und vielleicht können wir auch mit den Kroaten einiges zusammen unternehmen. Wenn das alles zusammenpasst, dann wird es schon gut gehen.

Chr. A.

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