1989 – 2014: 25 Jahre Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher

Quelle: Neue Zeitung

Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht, doch tatsächlich fand die Gründung der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher am Silvesterabend im Jahre 1989, also vor bereits 25 Jahren statt. Anlass genug, ein bisschen in die Vergangenheit, in die Zeit der Gründung zurückzublicken und an das Jubiläumsjahr zu erinnern.

Mit dem Titel ,,Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher gegründet“ erschien der erste Artikel über die GJU in der Neuen Zeitung, nur sieben Tage nach der Gründung, welche als Meilenstein im Leben der deutschen Nationalität – und der ungarndeutschen Jugendlichen – in Ungarn gesehen werden kann. Junge Ungarndeutsche, die sich bereits durch die Landesjugendlager in den Vorjahren kennen gelernt haben, schlossen sich in einem Verein zusammen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und neue Projekte zu verwirklichen.

GJU-Gründung 1989-mit Radnai und Segner

Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war die Zeit der Vereinsgründungen, welche als Überlebenschance der einzelnen Nationalitäten gesehen werden konnten, denn sie sicherten die Bewahrung und Weitergabe der Traditionen, der Sprache und des Gesang- und Tanzgutes der ungarndeutschen Volksgruppe an die nachfolgenden Generationen.
Mit den damals gesteckten – und in der Satzung festgelegten – Zielen konnte die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher wahrhaft als Vorreiter im Bereich der Vereine gesehen werden, denn bei der Gründung wurden folgende Ziele festgelegt:

  • die ungarndeutsche Jugend mobilisieren
  • eigene Freundeskreise gründen
  • zu einer gesunden Identität der Jugend beitragen
  • die deutschsprachige Kultur, die positiven Traditionen des tausendjährigen Zusammenlebens im Karpatenbecken kennenlernen, pflegen, bewahren und weitergeben.

Zur Koordinierung der Aufgaben wurde ein elfköpfiges Präsidium gewählt, dessen vorrangiges Ziel das Werben von neuen Mitgliedern vor allem in bereits bestehenden Kulturgruppen und Klubs war. Die Arbeit des neu gegründeten Vereins wurde erleichtert, in dem die GJU durch eine Bewerbung 100.000,- Forint von MISZOT (Verband der Ungarländischen Jugendorganisationen) bekam. Zur ersten Präsidentin des Vereins wurde Erika Radnai aus Schaumar/Solymár gewählt.
Mit vollem Einsatz begann die Arbeit der GJU, die Ziele wurden in der Satzung festgelegt, welche für Interessenten – und eventuelle spätere Mitglieder des Vereins – in vollem Umfang in der Neuen Zeitung veröffentlicht wurde.
Die Mitglieder der GJU gruppierten sich in Freundeskreise, die in ganz Ungarn verstreut sind und auf örtlicher Ebene die Interessen der jungen Ungarndeutschen vertreten, eigene Programme organisieren, selbständig Programme verwirklichen und an den zentralen Veranstaltungen der GJU teilnehmen.

Als zweites wichtiges Ziel der GJU wurde festgelegt, dass man Kontakte zu Jugendorganisationen auf deutschsprachigem Gebiet und mit den deutschen Minderheiten in den verschiedenen Ländern knüpfen möchte. In den vielen Jahren, die bereits hinter der GJU liegen, gelang die Verwirklichung dieses Zieles sehr erfolgreich, so konnte die Organisation Kontakte zur DJO – Deutsche Jugend in Europa, zum Deutschen Jugendring in Italien, zur Organisation Friesischer Internationaler Kontakte in den Niederlanden, zu den deutschen Minderheiten in Europa, zur Banater Deutschen Jugend, zum Temeswarer Ungarischen Jugendbund, zur kroatischen Minderheit in Österreich und in Ungarn, zu den Deutschen in Russland, Polen und der Slowakei, zu den Slowenen in Österreich und in Ungarn ausbauen und ist seit 1993 Mitglied der Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV), die zwischen dem 11. und 17. August 2014 in Ohrid, Mazedonien, das Doppelereignis ,,Voices of Europe“ und ,,30 Jahre Rechte der Roma“ veranstaltet, an dem auch Mitglieder des Präsidiums sowie weitere Mitglieder der GJU teilnehmen. Die gute Beziehung zur JEV zeigt auch, dass die GJU in den Jahren 1997 (Baje), 2001 (Petschwar) und 2006 (Fünfkirchen) das Osterseminar der JEV, 2013 (in Orfi) das Herbstseminar der JEV organisiert hat und in den Jahren 2002 und 2010 Veranstalter des internationalen Sommer-Chorfestivals der JEV war.

Neben den guten nationalen und internationalen Beziehungen setzt die GJU alles daran, jedes Jahr abwechslungsreiche, interessante eigene Programme zu organisieren, so findet jeweils am Anfang des Jahres das Hallenfußballturnier, im Juni das KreaCamp, im Juli die Fahrradtour, im September das Landestreffen und im Dezember das Programm Juniorenvorsilvester sowie die traditionelle Vorsilvesterparty der GJU statt. Daneben wird in jedem Jahr ein- oder zweimal das Strategische Wochenende organisiert, und die Mitglieder der GJU treffen sich zur Delegiertenversammlung, um über die Aktualitäten zu sprechen und nach Erneuerungsmöglichkeiten zu suchen. Das Präsidium ist darauf bedacht, die Programme jedes Jahr mit neuem Inhalt zu füllen und bindet in die Programme die ungarndeutschen Jugendlichen aller Altersgruppen ein.
Zum Auftakt des Jubiläumsjahres wurde das Kulturtreffen ,,25 Jahre GJU“ am 8/10. August in Willand organisiert.

Wir denken, dass die GJU mit ihrer bisherigen Tätigkeit zur Bewahrung der ungarndeutschen Identität und zum Vertreten der Interessen der deutschen Nationalität in Ungarn einen Beitrag leisten konnte und werden die Arbeit im Bereich Ungarndeutschtum fortsetzen!

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