Grenzöffnung bei Sopron vor 25 Jahren

Quelle: Zentrum

Vor 25 Jahren, am 19. August 1989 wurde die Grenze zwischen Ungarn und Österreich in der Nähe von Sopron symbolisch für drei Stunden geöffnet, in dessen Folge mehr als 600 DDR-Bürger über die Grenze flüchten konnten. Anlässlich des 25. Jubiläums dieses weltgeschichtlichen Ereignisses organisierte das József Antall Wissenszentrum, die Stiftung für ein Bürgerliches Ungarn, die Statutarstadt Sopron, die Stiftung Paneuropäisches Picknick´89 sowie die Konrad-Adenauer-Stiftung am 18. und 19. August zwei internationale Konferenzen.

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Als Auftakt der zweitägigen Veranstaltungsreihe wurde am 17. August im Liszt Kultur- und Konferenzzentrum die Wanderausstellung Der erste Riss im Eisernen Vorhang. Das Paneuropäische Picknick am 19.8.1989 in Sopron (Ungarn) eröffnet. Das Ausstellungsmaterial ist vielfältig: es können unter anderem Filmportraits angeschaut werden, in denen Initiatoren, Politiker, Grenzbeamte und Flüchtlinge über das Picknick sprechen, aber selbstverständlich werden die Vor- und Nachgeschichte des Grenzdurchbruchs ebenfalls behandelt und analysiert. Die Ausstellung kann bis zum 21. September 2014 in Ödenburg / Sopron besichtigt werden.

Behandelt wurde an den darauf folgenden zwei Tagen die historische Bedeutung des Paneuropäisches Picknicks bzw. seine Auswirkungen des Ereignisses auf Ungarn, Deutschland und Europa. Wichtigste Schlagwörter waren dabei Freiheit, Demokratie, Frieden und Mut. Referenten am Konferenz Sopron: Das Tor zur Freiheit in Europa zum 25-jährigen Jubiläum des Paneuropäischen Picknicks am 18. August waren unter anderem Hildigund Neubert, Staatssekretärin in der Thüringer Staatskanzlei, Michael Stübgen, Vorsitzender der Deutsch-Ungarischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag, Imre Kozma, Präsident des Ungarischen Malteser-Hilfsdienstes und Prof. Dr. Imre Pozsgay, Staatsminister a.D., Schirmherr des Paneuropäischen Picknicks.

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Am Jahrestag des Paneuropäischen Picknicks, dem 19. August wurden die Gäste im Liszt-Zentrum von Mátyás Firtl, Mitglied der Ungarischen Nationalversammlung und Frank Spengler, dem Leiter des Auslandsbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung begrüßt. „Die deutsche Wiedervereinigung bleibt untrennbar mit dem Paneuropäischen Picknick verbunden”, sagte Johannes Singhammer. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages brachte Beispiele, wie Elisabeth von Thüringen oder die Heirat von Stephan der Ersten und Gisela von Bayern für die deutsch-ungarische Zusammengehörigkeit beitrugen. Er hob weiterhin die Menschen hervor, die den Mut gehabt hatten den ersten Schritt zur Freiheit zu machten. Karlheinz Kopf, der zweite Präsident des Österreichischen Nationalrates nannte es in seiner Rede ein Wunder, dass der Grenzdurchbruch unblutig verlaufen habe und lobte die mutigen Entscheidung der Grenzwächter, trotz des gültigen Schießbefehls nicht zu schießen. Er betonte weiterhin, dass die Jugend ständig auf die Werte der Freiheit und Demokratie aufmerksam gemacht werden solle. Klaus Riedel, Gesandter der Deutschen Botschaft in Ungarn wies darauf hin, dass in dieser Jubiläumsfeier aller Beteiligten gedacht werden solle, die zum Zusammenwachsen Europas beigetragen hatten. Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen und bedankte sich zuerst bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, ohne deren Hilfe vor fünf Jahren das 20-jährige Jubiläum des Paneuropäischen Picknicks hätte nicht organisiert werden können. An dieser Stelle hob er weiterhin die bedeutenden Rolle der Stadt Sopron und des Bürgermeisters Dr. Tamás Fodor hervor. Er sagte, dass es wenige Beispiele dafür gebe, dass die Uneigennützigkeit eines Volkes das Schicksal eines anderen völlig verändert.

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Laut Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen hätten sich Einzelne sich vereint und einen erfolgreichen Sieg der Freiheit errungen. Sie erwähnte weiterhin, wie froh sie sei, dass Miklós Németh, der amtierende ungarische Ministerpräsident im Jahre 1989 im Juni 2014 für seine Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas mit dem Point-Alpha-Preis geehrt worden war. In der Schlussrede betonte Dr. József Szájer, stellvertretender Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, dass das Paneuropäische Picknick ein hervorragendes historisches Ereignis auch in dem Sinne sei, dass die freien Bürger aus freier Wille gegen die politische Macht agiert hatten.

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Parallel zur Konferenz am 19. August wurden die Interessenten in Sopronpuszta, im Gedenkpark Paneuropäisches Picknick den ganzen Tag lang mit bunten Sport-, Freizeit- und Kulturprogrammen erwartet. Gast der Veranstaltung war Viktor Orbán,
Ministerpräsident von Ungarn. In dem Gespräch mit Philip Rákay sagte er, dass die größte Errungenschaft des Systemwechsels die Freiheit sei. Das Systemwechsel habe Freiheit auch in der Bewegung, im Besitz und in der Politik gebracht.

Lajos Grund

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