Es wird Wert auf den Nachwuchs gelegt

Quelle: Neue Zeitung

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In schriftlichen Quellen erschien Saar/Szár erstmals im Jahre 1337. Die deutschen Ansiedler wurden Anfang des 18. Jahrhunderts durch die Beauftragten des Gutsherrn von Werischwar/Vörösvár hierher gebracht. Durch Rodung der Wälder wurden von den Einwohnern Felder geschaffen. Bis 1743 kamen 52 Familien von Werischwar nach Saar. Die Grundsteinlegung der Kirche fand am 14. Juli 1751 statt. Baumeister der barocken Kirche war Jakob Fellner. Im Jahre 1759 war die Pfarrkirche fertiggestellt und zu Ehren des hl. Johannes des Täufers eingeweiht worden. 1759 lebten 886 Leute in 167 Häusern.

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Die Liste der Namen ist in der Pfarrei einzusehen. Im Jahre 1930 wohnten 1728 Leute, davon 1070 Deutsche und 658 Magyaren, im Ort. Im April 1946 begann im Komitat Weißenburg die Vertreibung und die deutschen Bewohner des Dorfes waren unter den ersten Opfern. In diesem Ort blüht erfreulicherweise wieder ungarndeutsches Leben, hervorragend präsentiert durch die örtliche Tanzgruppe und ihre Begleitkapellen.

Die Saarer Tanzgruppe wurde im Jahre 1998 gegründet, mit ihren fast 200 Mitgliedern ist sie eine der größten Kulturgruppen Ungarns. Die Gruppe ist, neben den zahlreichen inländischen Auftritten, regelmäßiger Teilnehmer der Europeade, des wohl bekanntesten Folklorefestivals Europas, wodurch sie ihre Heimat in vielen Ländern des Kontinents, darüber hinaus im Jahre 2011 im Rahmen einer Tournee in Amerika vertreten hat. Das Ensemble, mit der Auszeichnung „Für die Gemeinde Saar“ geehrt, wurde auf dem Volkstanz-Landesfestival des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen im Jahre 2008 mit Gold, 2011 mit Gold und Ehrenpreis ausgezeichnet. Bei der Landesqualifikation des Landesrates in Großturwall 2014 erreichten sie wieder Gold. Die Gemeinschaft begeistert sich für die Pflege der schwäbischen Traditionen von Saar, hegt die deutschen Partnerschaften, und der Zusammenhalt der Jugend der Gemeinde ist ihr Herzensangelegenheit. Heute tanzen 180 Jugendliche in sechs Altersklassen. Die Ältesten sind schon junge Erwachsene, die seit vielen Jahren dabei sind.

Künstlerisch werden die Altersgruppen von den Choreographen Kinga Házenfratz, Dávid Mecséri und dem Leiter der Tanzgruppe Peter Schweininger – der auch die Agenden des leider verstorbenen Choreographen Josef Wenczl übernahm – geführt. Musikalisch werden sie begleitet von János Laub sowie der Tanzhauskapelle unter dem Dirigenten Tamás Farkas.

Jedes Jahr wird eine Leistungsschau geboten, um den Fortschritt der Tanzgruppen zu dokumentieren. Dieses Jahr war es bereit die 17. ihrer Art. Nach dem Aufmarsch aller Teilnehmer der Gala, nach dem Abspielen der Hymnen, der Segnung des Festes durch Pfarrer Sándor Gerendai und den Begrüßungsworten an die Gäste von nah und fern wurde der „Freész Károly“-Preis für Verdienste um die Saarer Kultur an Tamás Farkas, Dirigent und musikalischer Berater der Tanzgruppe, verliehen. Den Preis „Tänzer des Jahres“ erhielten Katalin Ziegler und Szabolcs Stock.

Anschließend begrüßte der Hausherr Peter Schweininger die Anwesenden und wünschte gute Unterhaltung. Vor voll besetztem Haus mit einheimischen und ausländischen Gästen (ca. 900 Personen) wurde eine umfangreiche Präsentation ihrer Tänze dargeboten. Zu den Gästen der Gala zählte Bürgermeister Peter Moharos, Amtskollegen und Vertreter der DMSVs der umliegenden Dörfer ebenso wie die Abordnung des Landesrats der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen und des Freundeskreises des Landesrates aus Österreich.

Nach einer Gedenkminute für die verstorbenen Choreographen Josef Wenczl und Frau Krupanski wurde die Gala mit einer Hommage an Josef Wenczl eingeleitet, mit „Glückliches Wiedersehen“ und der preisgekrönten und auch international bekannten und anerkannten Choreographie „Werischwarer Stampfpolka“. Darauf folgte eine Tanzchoreographie eines sicherlich zu den besten Nachwuchschoreographen Ungarns gehörenden Tanzlehrers, nämlich Peter Schweiningers, der mit seinem „Hopptanz“ die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hinriss. Jedes Mal ist der Auftritt der Jüngsten ein emotionaler Höhepunkt der Gala. Auch dieses Mal schaffte es Kinga Hasenfratz mit ihren Kindertänzen „Scheins Spüj, Schwoarz Kirsche und dem Siebenschritt“ den Funken der Freude auf das Publikum überspringen zu lassen. Einen ungarischen Einschlag bekam die Gala, als man die von Tamás Szabó choreographierten „Mezőségi Tänze“ auf die Bühne brachte. Peter Schweiningers „Gyereketüdök – musikalisches Übungsstück für Kinder“ zeigte uns die Entwicklung des Kindertanzes in der Gemeinde Saar. Bevor es in die Pause ging, sahen wir die Gasttanzgruppe „Zorica“ mit dem von Dusan Vukovics bearbeiteten Tanz „Sopska“.

Nach der Pause wurde die von vielen schon mit Spannung erwartete Choreographie „Saarer Hochzeit“ aus dem Jahr 2014 aufgeführt. Diese Choreographie erhielt bei der landesweiten Tanzqualifikation des Landesrates 2014 in Großturwall die Auszeichnung „Gold“ und damit wurde das Saarer Tanzensemble zu einer der acht besten Tanzgruppen der Ungarndeutschen.
Die verschiedenen Tanzgruppen wurden bei ihren Tänzen von den „Saarer Gaudi Buam“ unter der Leitung von Laub jun. und von der Saarer Tanzhauskapelle mit ihrem Dirigenten Tamás Farkas unterstützt.

Nach der Gala – bis zur Tombola – spielte die Tanzhauskapelle zur Unterhaltung der Gäste auf. Nach der Tombola invitierten die Saarer Musikanten unter Bálint Laub und die „Gaudi Buam“ zum Tanz, und es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass das Parkett bis in die frühen Morgenstunden immer gut besucht war.

Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen gratuliert den Saarern zu ihren Tanzgruppen und den ausgezeichneten Tänzern auf das Herzlichste. Die Tanzgruppen produzierten ein Tanzfest erster Güte. Die Produktionen waren ein Erlebnis, im Tanz zeigten die jungen Tänzer aller Altersgruppen Rhythmus, Disziplin und Musikalität. Man sah, was man mit Hingabe und Pflichtgefühl erreichen kann. Die jungen Tänzer werden ihren Eltern und den Gruppenleitern dankbar sein, das man ihnen die Möglichkeit geboten hat, in einer festen Gemeinschaft ungarndeutsche Kultur zu pflegen.

Manfred Mayrhofer
LandesratForum

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