Der Struwwelpeter – neu interpretiert

Quelle: Zentrum

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Ein gruseliger Mann im roten Cordsakko, der wild die Schere schwingt, dazu unheimliche Musik – als er die Bühne verlässt, bleibt ein blutender, weinender Junge zurück, dem die  Daumen abgeschnitten wurden.

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Die Szene erinnert an einen Horrorfilm, stammt aber aus dem Kindertheater Struwwelpeter  der Deutschen Bühne. Die Buchvorlage ist wahrlich kein leichter Stoff: 10 Kurzgeschichten, die Heinrich Hoffmann 1845 veröffentlichte um Kindern auf unterhaltsame Weise aufzuzeigen, was passiert, wenn man sich nicht an die Regeln der Eltern hält. Viele davon enden mit dem Tod des ungehorsamen Jungen oder Mädchens.

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Die Interpretation der Deutschen Bühne unter der Regie von Tamás Boglári schaffte es nichtsdestotrotz den Stoff auf eine Weise zu präsentieren, die den Kindern keine Angst machte, sondern sie zum Lachen brachte. Der zuvor erwähnte Konrad, der um seine Daumen weint, wird – nachdem er seiner Mutter gestanden hat, was passiert ist – wieder geheilt  und freut sich danach riesig über seine wieder vorhandenen Daumen.

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Mit ihm freuten sich die rund 400 Kinder, die der Einladung der Deutschen Selbstverwaltung Budapest gefolgt waren am 3. Juni in den Genuss einer kostenlosen deutschen Theateraufführung zu kommen. Die jährliche Veranstaltung wurde dieses Mal in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Csepel organisiert und fand im Theaterraum des dortigen Munkásotthon-Kulturhauses statt. Eine schöne Kulisse für rund 50 sehr unterhaltsame Minuten, mit viel herzhaftem Gelächter.


Die Geschichten von Hanns Guck-in-die-Luft, vom fliegenden Robert und anderen wurden von den Schauspielern Tamás Boglári, Melissa Hermann und Károly Sili stets humoristisch, zum Teil auch mit Slapstick-Elementen präsentiert und die At    mosphäre immer wieder durch lustige Lieder  verschiedener Stilrichtungen aufgelockert, die eigens für das Stück von Zoltán Samu Csernák komponiert wurden.

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Auch durch Einsatz verschiedener Hilfsmittel wurde der etwas angestaubte Struwwelpeter in einen modernen Kontext gesetzt: Beispielsweise wurde eine Szene als Schwarzlichttheater vorgetragen. Anstatt des erzieherischen Anspruchs wie im Buch, steht während des Theaterstücks stets der Spaß im Vordergrund. Trotz der teilweise dramatischen Handlung braucht der Struwwelpeter also keine Altersfreigabe, sondern bringt auch die ganz Kleinen immer wieder zum herzhaften Lachen.

Lea Lauxen

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