Die Schwabenjugend traf sich in Saar

Quelle: Landesrat

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V. Landestreffen und Landeskonferenz der ungarndeutschen Schwabenjugend
in Saar/Szár vom 29. bis zum 30. August 2015.

In der Gemeinde Saar veranstaltete der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen sein 5. Landestreffen der Schwabenjugend.

05_2015-08-29__JUGEND_SAAR__KAMERA__21___S1000291Umzug

Den im Jahr 2010 einigen aktiven Jugendlichen entgegengebrachten Vorschlag, eine eigene Jugendsektion des Landesrates zu gründen, um nach eigenem Belieben planmäßig arbeiten zu können, wurde seitens der angesprochenen Jugend mit der Umsetzung des Vorschlages zu Herzen genommen. Unter dem Vorsitzenden Peter Schweininger traf man sich nun zum fünften Mal zu einer Veranstaltung bei der die Jugendlichen – die aus allen Ecken Ungarns kamen – in lustiger Art und Weise zusammentreffen, sich wohl fühlen und gegenseitig kennen lernen, aber auch ernsthaft an den Diskussionen über Sprache und Mundart und deren Erhalt in der Volksgruppe teilnehmen.

Peter Schweininger, der Sektionsleiter der Jugend, Zsuzsa Ledényi, die Büroleiterin des Landesrates, Bürgermeister Peter Moharos, der Nationalitätenselbstverwaltung von Saar, sowie das Team des Czetis-Hauses (der Veranstaltungsort) haben die Organisation vor Ort auf sich genommen.

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Die 5. Landeskonferenz stand unter dem Titel Unsere Jugend und die Zukunft

Am Samstag wurde gleich nach dem Ankommen zu einer Konferenz gebeten. Nach den Begrüßungsworten von Peter Schweininger, wurde das Programm eröffnet. Franz Heilig, Ehrenvorsitzender des Landesrates und Mitglied der Kultursektion der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, übernahm die Moderation der Veranstaltung und begrüßte die beiden Hauptredner Herrn Prof. Dr. Manherz vom Germanistischen Institut der ELTE, sowie den bekannten Komponisten und Kapellmeister Tamas Farkas.

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Der erste Teil der Konferenz befasste sich mit dem Thema Unsere Volkstracht in der Vergangenheit und Heute – Tracht im Alltag. Vortragender war Prof. Dr. Karl Manherz. Auch Franz Heilig brachte seine Meinung über die „tragbare Tracht“ ein und ermunterte die Jugendlichen nicht nur während großer Veranstaltungen, sondern auch im Alltag die Tracht zu tragen – ganz nach dem Vorbild von Bayern, Österreich und Süd-Tirol.

Im zweiten Teil führte uns Tamás Farkas unter dem Thema Ungarndeutsche Volksmusik und die Neue Welle einige neue Stilrichtungen vor, welche vom traditionellem Erbe abweichen. Musikalisch wurde er von Janos Laub auf seiner Knopfharmonika unterstützt.

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Im Gegensatz zum vorjährigen Schwabenjugendfest konnten wir in diesem Jahr unseren Festzug bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen abhalten.
Nachdem die große Blaskapelle aus Kleinturwall, unter der Leitung von Sándor Kaszás den Einzug musikalisch begleitete, ging man nun zum offiziellen Teil über.
Einen Dank an die himmlischen Mächte sprach Franz Heilig (seinem Namen treu werdend) aus.

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Nach den beiden Hymnen hieß der Bürgermeister Péter Moharos die Ehrengäste des Abends, den Ehrenvorsitzenden des Landesrates Franz Heilig mit Gattin, Tamas Farkas mit Gattin, Komponist und Kapellmeister, Sohn des bekannten Anton Farkas, sowie alle Mitarbeiter des Landesrates, die anwesenden Kulturgruppen und alle Gäste im Festzelt willkommen. In seiner Eröffnungsrede sprach er zusätzlich zum einen über die Zukunft der deutschen Nationalität, deren höchstes Gut die Jugend sei, und zum anderen über die Notwendigkeit einer derartigen Veranstaltung, da sie die Nationalität stärkt und ihre Kultur fördert. Er wünschte den Jugendlichen viel Erfolg und hoffte dass sie nicht nachlassen würden in ihrem Einsatz für die Förderung ihrer Kultur.

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Anna M. Szabó, die Vorsitzende der deutschen Nationalitätenselbstverwaltung von Saar, begrüßte ebenfalls alle Teilnehmer und gab ihre Freude zum Ausdruck, dass so eine – für die Ungarndeutschen und deren Kultur – wichtige Veranstaltung in Saar stattfinden kann. László Kreisz, der Vorsitzende des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen und Bürgermeister von Taks bedankte sich bei allen Kulturgruppen, die an dieser Veranstaltung teilnahmen, so wie bei den Organisatoren und Mitarbeitern für ihren Einsatz. Ein besonderer Gruß ging an „Unser Bildschirm“ unter Frau Dr. Gerner, die den langen Weg von Fünfkirchen auf sich genommen hatte, um im Rahmen der Sendung über diese große Veranstaltung berichten zu können. Frau Gerner gab ihre vollste Anerkennung für die Organisation zum Ausdruck – mehr als 300 mitwirkende Jugendliche in 16 Kulturgruppen – wo fände man das heute noch in Ungarn? Auch der Weltdachverband der Donauschwaben sandte seine Grüße und Glückwünsche durch einen Brief an den Vorsitzenden der Jugendsektion im Landesrat, den László Kreisz zum Ende seiner Festrede verlas. Mit Bedauern wurde festgestellt, dass niemand vom Präsidium der GJU – der ungarndeutschen Jugendorganisation, die von der LdU gefördert wird – zu diesem Fest kam. Schade, es hätten gute Kontakte geknüpft werden können.

Nach diesen Worten wurde das Festprogramm eröffnet. An den Tanzdarbietungen haben alle Tanzgruppen und Blaskapellen mit Freude teilgenommen.

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In einem wunderschönen Programm traten auf:
Die Tanzgruppe „Füzes“ aus Kleinturwall/Biatorbágy, begleitet von der Kleinturwaller Jugendblaskapelle unter Sandor Kaszás. Die Tanzgruppe, die gerade aus den USA zurückgekommen ist (mit im Gepäck sowohl eine ganz tolle Erinnerung als auch viele Danksagungen der Donauschwaben aus ganz Nordamerika) brachten einen Ausschnitt aus dem Programm mit, das sie bei dem „Landestreffen der Donauschwaben aus USA und Kanada“ in Kalifornien dem begeisterten Zuschauern dargeboten hatten. Anschließend trat die Jugendtanzgruppe „Heimat“ aus Badeseck/Bátaszék auf. Die Jugendtanzgruppe des Deutschen Nationalitätenjugendvereins aus Berzel/Ceglédbercel, die Jugendtanzgruppe „Zwei weiße Rosen“ von Tschikiri/Csikéria und die Tanzgruppe „Pergő-Rozmaring“ aus Waschludt/Városlőd waren die folgenden Tanzgruppen, die das Publikum begeisterten.

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Die Deutsche Nationalitätentanzgruppe aus Pußtawam/Pusztavám, die Deutsche Nationalitätentanzgruppe aus Tschip/Szigetcsép, die Deutsche Nationalitäten Jugendtanzgruppe aus Sankt-Martin/Szigetszentmárton und die Deutsche Nationalitätentanzgruppe aus Somor/Szomor waren die Nächsten bei denen sich die Zuseher mit begeistertem Applaus bedankten. Darauf sahen wir das wunderbare Programm der Jugendtanzgruppe des Vereins der Takser Jungen Donauschwaben (Taksony). Mit großem Interesse erwarteten wir den Auftritt der Jugendtanzgruppe des Deutschen Nationalitätentraditionsvereins aus Großdorf/Vaskeresztes. Diese Tanzgruppe trat das erste Mal bei einem Schwabenjugendfest auf – umso größer war die Spannung. An den Tänzen merkte man den Einfluss des benachbarten Burgenlandes. Zum Abschluss des Kulturteils trat die Tanzgruppe des Gastgebers die „Saarer Tanzgruppe“ (Szár) auf. Mit der Begleitung der Saarer Musikanten zauberten sie wunderbar choreographierte Tänze auf das Parkett – zur Freude ihres Leiters, des frischvermählten Peter Schweiningers – dem wir auch hier zu seiner Vermählung nochmals gratulieren.

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Nach dieser grandiosen Präsentation eines bunten Reigens der ungarndeutschen Tanzkultur eröffnete der Jugendleiter des Landesrates Peter Schweininger den V. Ball der ungarndeutschen Schwabenjugend.

Die Tanzfläche wurde freigegeben und die Kleinturwaller Blaskapelle, die Werischwarer „Mini-Sramli” Kapelle, die Blaskapelle aus Berzel, die Kleinturwaller Musikanten, die Saarer Musikanten sowie die „Takser Spatzen“ spielten bis um 3 Uhr ununterbrochen für das Publikum. Tanz, Unterhaltung sowie Pflege der Freundschaften wurden eifrigst bemüht. Ein gutes Abendessen für die Mitwirkenden und diverse Getränke taten das übrige um allgemeines Wohlbefinden aufkommen zu lassen.

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Auch die Gäste, die erst am späten Abend dazukamen, wurden davon angesteckt und viele bereuten es, dass sie nicht schon eher zum Kulturprogramm gekommen sind. Es zeigte sich, dass der Landesrat wieder etwas gestartet hat, das weiter in die Zukunft verweist.

Der Sonntag begann mit einem Frühstück, danach verlagerte sich das Geschehen auf den Hof des Czetis-Hauses, in die Sporthalle und in das Festzelt. Fußballturnier, Wettkochen, Quiz der Schwabenjugend – ein volles Programm wurde geboten. Einige Gruppen hatten dreifache Belastungen, Fußball, Kochen und die Quizspiele. Aber sie haben alles mit großem Elan gemeistert – das ist eben die Landesrat-Schwabenjugend.

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Zur Siegerehrung trafen sich nun alle Jugendlichen wieder im Festzelt ein. Zuerst wurden die Sieger des Wissenswettbewerbs verkündet. Für alle Teilnehmer gab es eine Erinnerungsurkunde und für die erste drei noch dazu ein vom örtlichen Veranstalter und vom Landesrat zusammengestelltes Geschenkpaket. Die Ersten des Wissenswettbewerbes waren die klugen Köpfe aus Großdorf, zweite wurden die Badeseker, der dritte Platz ging an die Jugend von Kleinturwall.

Dann der Kochwettbewerb, der von der Mannschaft aus Pußtawam gewonnen wurde. Eine Ehrenurkunde und ein Geschenkpaket, von der Gemeinde Saar und vom Landesrat zusammengestellt, wurden überreicht – (Urkunden erhielten alle Teilnehmer). Der zweite Platz ging an Kleinturwall, dritte wurden die Köche aus Csikéria. Bei diesem Wettbewerb, der bei bester Stimmung ablief, waren eigentlich alle Teilnehmer Sieger – denn die Produkte wurden später von den Jugendlichen und ihren Betreuern mit Begeisterung verzehrt.

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Beim Fußballturnier gab es für die ersten drei einen Pokal. Urkunden gaben ebenfalls für alle Teilnehmer. Sieger wurde die Kleinturwaller Mannschaft, die auch den Wanderpokal wiederum für ein Jahr übernahm. Zweite waren die Fußballer aus Saar, vor den Sportlern aus Tschip. Auch hier sorgten die mitgereisten Fans für gute Stimmung.

Die Preisverleihung wurde von Krisztián Balogh (Czetis-Haus), dem Vorsitzenden der Kochjury, und vom Bürgermeister Peter Moharos durchführt. Peter Schweininger mahnte die Sieger des Fußballturniers, dass man sich den Pokal im Jahre 2017 wieder zurück holen will, bedankte sich anschließend bei allen Teilnehmern der letzen zwei Tage und schloss so diese wunderbare Veranstaltung, jedoch nicht ohne auf das Feierjahr 2016 hinzuweisen, wo sich der Landesrat zu seinem 20 Geburtstag in Moor treffen wird und hoffentlich auch wieder viele Jugendliche daran teilnehmen werden. Zum Schluss wurde das Essen serviert – das Ergebnis des Kochwettbewerbes – es schmeckte allen köstlich.

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So klangen die Tage aus und mit der bereits jetzt vorhandenen Vorfreude auf das nächste Landesfestival der jungen Schwaben ging es wieder nach Hause.
Ungarndeutsche Jugend, auf baldiges Wiedersehen im Jahr 2016 in Moor bei der Festveranstaltung „20 Jahre Landesrat/15 Jahre LandesratForum“!

Unterstützung erhielt der Landesrat vom EEM – Ministerium für Humane Ressourcen, NKA, BMI, Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, von der örtlichen und der Deutschen Selbstverwaltung von Saar, sowie aus Eigenmittel des Landesrates.

Text und Bilder: Manfred Mayrhofer, LandesratForum

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