Drei Generationen, drei Herangehensweisen

Quelle: Zentrum

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Am 21. Oktober stellte sich die Familie Ament im Rahmen der Reihe Zentrum-Programme im HdU in der Lendvay Straße vor. Die Familie stammt aus Berin/Diósberény, zurzeit ihre Mitglieder aber nicht mehr in ihrem Heimatdorf, aber sind in den verschiedensten Bereichen der ungarndeutschen Kultur tätig.

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Der Vertreter der jüngsten Ament-Generation, Bence Kovács stellte die Geschichte vom sog. Wertzwisch in Berin vor. Er studiert Geschichte und Volkskunde an der ELTE, das Glaubensleben der Tolnauer Schwaben ist sein Forschungsgebiet. Deswegen befasst er sich mit dem volkskundlichen Thema der Blumenweihe zu Mariä Himmelfahrt, das auch heute eine große Bedeutung im religiösen Leben hat. In seiner Präsentation erläuterte er auch den mittelalterlichen Ursprung des Brauches, der wahrscheinlich deutsche Abstammung habe und sich seit dem 8. Jahrhundert in Ungarn befinde. Das bedeutendste Fest zu Ehren der Heiligen Maria am 15. August läuft in Berin auch heute noch nach den alten Traditionen ab: Feldblumen werden gesammelt und es werden Sträuße gebunden, die im Haus aufgehängt Schutz für die Familie geben.

Im zweiten Teil des Abends hatten wieder die Blumen die Hauptrolle, da Eva Ament die Möbelmalerei dem Publikum live präsentierte. Eva Ament ist Grafikerin, Möbelmalerin, leitet Spielhäuser bzw. volkskundliche Weiterbildungen. Vor Kurzem kam sie aus Mailand zurück, wo sie mit ihren Werken bei der Weltausstellung das Publikum verzaubert hatte. Im HdU war auch ein von ihr selbst gebautes Puppenhaus zu sehen, aber die größte Attraktion war das Möbelmalen hautnah zu erleben. Eine Schranktür des Zentrum-Büros wurde mit traditionellen Motiven bemalt, wobei das Publikum erfuhr, dass die Möbel nach bestimmten Regeln dekoriert werden. Alles muss symmetrisch sein und meistens werden die Farben Grün, Rot, Gold, Weiß in Kombination mit Blumenmotiven benutzt.
„Die bemalten Möbel sind auch heute modisch und bekannt”, sagte Frau Ament, „Auch junge Leute lassen alte Erbstücke restaurieren bzw. sie mit den traditionellen Motiven bemalen.”

Zum Schluss stellte sich Katharina Ament (geb. Binder) vor. Sie stammt aus Berin, aber zurzeit wohnt sie in Hedjeß/Hőgyész. Sie ist Gründungsmitglied des Hedjeßer Deutschen Nationalitätenchors Vergissmeinnicht, sie unterstützt die Arbeit der örtlichen Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung. Ihr, ihrem Mann und ihrer Tochter ist es unter anderem zu verdanken, dass es ein Heimatmuseum in Hedjeß eröffnet worden ist. Sie wurde mit dem Niveaupreis für ihre Schlachtenbriefe ausgezeichnet, denn sie ist auch als eine sog. Volksschreiberin tätig. Diesmal brachte sie einen langen Schlachtenbrief mit, den sie natürlich im Ortsdialekt geschrieben hatte und trug ihn vor. Viele aus den Reihen des Publikums wurden im Brief erwähnt, aber auch bekannte ungarndeutsche Persönlichkeiten waren in den humorvollen Reimen aufgezählt.

Das Publikum war während des ganzen Abends verzaubert von den Darbietungen, das war von den Gesichtern deutlich abzulesen. Die Familie Ament war offen für Fragen und Einzelgespräche und erfreute das Publikum auch noch mit selbst gebackenen Kuchen.

Viktória Nagy

Magyarwechsle die Sprache

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