Brausende Blasmusikveranstaltung in Totis

Quelle: Zentrum

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Musikfest der traditionellen deutschen Blaskapellen
in der Sektfabrik Esterházy in Tata

Die Ungarndeutsche Selbstverwaltung Totis organisierte am 18. Juni zum ersten Mal das Treffen der traditionellen schwäbischen Blaskapellen in der Totiser Sektfabrik. Unter den eingeladenen Kapellen waren die Ungarndeutsche Blaskapelle aus Taath, die Blaskapelle von Sammet und die Alte Kameraden Blaskapelle aus Nadasch.

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Seit vielen Jahren findet in der Stadt das Chortreffen der ungarndeutschen Chöre des Komitates Komorn-Gran statt. Man wollte jetzt aber etwas neues auf dem Gebiet der Musik,  besser gesagt der Volksmusik erleben. So spielten die Instrumente die Hauptrolle, bzw. solche Blaskapellen, die in Großbesetzung musizieren. Sie sind diejenigen, die das alte musikalische Erbe der Ungarndeutschen bewahren und weitergeben, und zwar nicht nur den alten Freunden der Volksmusik, sondern auch den jüngeren Generationen. Das Konzert wurde wegen der hervorragenden Akustik in dem Ballsaal der Totiser Sektfabrik veranstaltet.

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Mónika Schmidt, die Vorsitzende der städtischen Nationalitätenselbstverwaltung begrüßte die Anwesenden. Sie erwähnte, dass es auch in den kleineren, zusammenhaltenden Gemeinden schwer sei, die Tradition und Kultur zu bewahren. In einer Stadt sei es aber immer eine größere Herausforderung, aber man brauche das wegen der jüngeren Generationen. „Eine Kultur bewahren und weitergeben zu können ist das schönste auf der Welt, das ist das gewisse Etwas zum Leben!”, betonte sie. Danach folgte die Rede von János Bencsik, dem Parlamentarier des Komitates Komorn-Gran. Er sprach über die Wichtigkeit der Bewahrung, Pflege und Weitergabe nicht nur der schwäbischen Tradition und Identität, sondern aller Nationalitäten des Landes. Die Totiser Traditionspflegende Verein Pötörke begrüßte die Anwesenden mit ungarndeutschen Tänzen.

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Zuerst spielte die Taather Kapelle auf. Passend als Auftakt ertönte der Marsch Musikantentreffen. Die gespielten Polkas und Walzer stellten sie aus ihrem umfangreichen Repertoire zusammen, die nicht nur aus den heimischen Musikstücken, sondern auch aus Werken deutscher und tschechischer (böhmischer) Komponisten besteht. Sie spielten ein Strauß von Melodien, die aus Taath stammen, es waren die Katherina- und Miki Polka und der Schön Walzer. Daneben stellten sie solche bekannten Stücke, wie den Zillertaler Hochzeitsmarsch und die Konzertpolka Böhmischer Traum vor. Dirigiert wurde von Tibor Szladik.

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Während des Konzerts der Sammeter Blaskapelle gab es gute Stimmung, Tanz und Gesang. Die Kapelle spielte auch Polkas mit Gesang, wie Auf der Vogelwiese und Ein neuer Tag. Der Text der letzteren Polka verfügt auch heute noch über eine aktuelle Aussage: Ein neuer Tag wird dann erst schön, wenn alle Menschen sich gut versteh’n. Als die Töne des Böhmerwald- Walzers erklangen fing das Tanzen an. Höhepunkt ihres Auftrittes war aber die Löffel-Polka, die gleich mit einem Löffelspiel des Schlagzeugers serviert wurde. Ihr Kapellmeister und musikalischer Leiter war László Varju.

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Als Krönung des Nachmittags spielte die Alte Kameraden Blaskapelle aus Nadasch. Unter den Titel „Uns’re Musik” spielten sie eine musikgeschichtliche Vorstellung, in der die Entstehung, Entwicklung und das Fortleben der ungarndeutschen Musik gezeigt wurde. Ihr Repertoire besteht ausgesprochen aus den Musikweisen der Schwäbischen Türkei. Besonders berührt war das Publikum vom Lied Schön ist die Jugend, das auch mitgesungen wurde. Meisterhaftes Arrangement und Zusammenspiel kennzeichnete ihr Konzerts, das mit dem Vorführen zahlreicher alten Fotos noch niveauvoller gestaltet wurde. Musikalische Leiter der Kapelle waren János Ritter und Antal Kollár.

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Die hervorragenden Kapellen, das begeisterte Publikum und die gute Stimmung führten das Programm zum Erfolg. Ungarndeutsche Kulturgemeinschaften kamen von nah und fern, um die Musik der verschiedenen Kapellen kennenzulernen. Man konnte einen angenehmen Nachmittag in dem alten Gebäude der Sektfabrik verbringen. Die Veranstaltung soll nächstes Jahr fortgesetzt werden.

Máté Stegmayer
Fotos: Mónika Busa und Zsuzsa Tóth

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