Marienverehrung am Anfang des dritten Jahrtausends

Quelle: Zentrum

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Wallfahrt des St. Gerhards Werks Ungarn nach Weschni

Mai ist der schönste Monat und ist besonders geeignet zu Wallfahrten. Eine der wichtigsten Veranstaltungen des St. Gerhards Werks Ungarn (Verein der Katholischen Ungarndeutschen) ist seit seinem Bestehen die Maiandacht, die dieses Jahr am 20. Mai mit einer Pilgerfahrt  zu dem berühmten Wallfahrtsort Weschni/Máriabesnyő verbunden wurde. Die Leitung des Vereins organisierte die deutschsprachige Messe, die Maiandacht und das Kulturprogramm am Nachmittag mit Eifer und Sorgfalt: Zahlreiche E-Mails wurden an die Vorsitzenden der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen, Leiter der Gemeinden und Wallfahrtsgruppen geschrieben, lange Telefonate wurden geführt um eine große Schar von Pilgern aus Ortschaften des Ofner Berglands und aus den Komitaten Pest und Naurad am 20. Mai nach Weschni einzuladen.

Weschni Gruppenbild 2017 Kája

Es war schön zu erleben, dass der Anspruch auf eine deutsche Wallfahrt, auf die gemeinsam gesprochenen Gebete, auf die gemeinsam gesungenen Lieder auch in unserer modernen Welt besteht. Die ungarndeutschen Katholiken verehrten und verehren auch heute noch die Mutter ihres Erlösers mehr und inniger als alle übrigen Heiligen. Die deutsche Wallfahrt des St. Gerhards Werks, die gleichzeitig auch die Wallfahrt der Ungarndeutschen des Komitats Pest war, war ein Beweis dafür, dass die tiefe Marienverehrung, die für die Schwaben im Ofner Bergland immer charakteristisch war, auch heute noch ungebrochen fortlebt. Erfreulicherweise haben sich auch evangelische Gläubige aus Deutschpilsen/Nagybörzsöny unter der Leitung von Zsuzsa Hirth der Wallfahrtsgruppe angeschlossen.

Eine Wallfahrt führt Menschen zusammen und hilft Isolierung zu überwinden. Bei einer Pilgerfahrt hat man das Gefühl, als ob man sich sowohl seelisch, als auch physisch dem Alltag entheben könnte.

Wallfahrten sind Gelegenheiten, wenn die Teilnehmer neue Hoffnung, neue Kraft schöpfen können. Viele Pilger erwarten von ihnen die Stärkung des Glaubens. Menschen mit ähnlicher Weltanschauung, mit ähnlichen Interessen und Werten, mit gemeinsamer Kultur können aufeinander großen Eindruck machen.

Es war ein strahlender Samstagmorgen, als die zahlreiche Sonderbusse und Privatautos in Weschni auf dem Parkplatz ankamen. Während der Prozession -begleitet von Glockengeläut -, die von dem Szekler-Tor losging, wurde das bekannte Lied „Mutter Gottes, wir rufen zu Dir” gesungen. Die Pilgergruppen in Volkstracht, die Chormitglieder des Wudigesser Frauenchors in ihrer wunderschönen Kleidung, die Fahnen der Vereine, die Kruzifixe und Kreuze waren ein schöner Anblick für diejenigen, die nur zuschauten und fotografierten.

Die Basilika füllte sich bis auf den letzten Platz bis zum Beginn der deutschsprachige Messe um 10 Uhr, die vom Weihbischof der Waitzener Diözese, Dr. Lajos Varga zelebriert wurde.

Der Vorstand des St. Gerhards Werks war sehr dankbar, dass der Kantor und Chorleiter Franz Neubrandt von Sanktiwan bei Ofen nicht nur auf Orgel mitwirkte, sondern auch bei der Zusammenstellung der Messlieder behilflich war. Das Erklingen der beliebten Marienlieder – während man das Gefühl der Zusammengehörigkeit erleben konnte -„ Maria von Besnyő”, „Wohin soll ich mich wenden”, „Glückseligste Mutter”, „Mit frohem Herzen”, „Segne Du, Maria”, „Maria Maikönigin”, war ein unvergessliches Erlebnis. Weihbischof dr. Lajos Varga – der mütterlicherseits auch deutsche Wurzeln hat – gedachte in seiner Predigt derjenigen, die unter „Malenkij Robot”, unter Zwangsarbeit litten, getötet wurden,  die vom Kriegsgefangenenschicksal und von der Vertreibung betroffen waren.

Nach der Lauretanischen Litanei hielt dr. Paul Klincsek, Vorsitzender des St. Gerhards Werks Ungarn seine Begrüßungsrede, in der er zuerst dem Weihbischof seinen Dank aussprach. Er hieß auch János Schrotti, den Vorsitzenden der Deutschen Selbstverwaltung des Komitats Pest Willkommen und begrüßte alle Pilgergruppen und Mitorganisatoren herzlichst, die beitrugen, dass die Messe und die Maiandacht so schön gelungen sind: die Wallfahrer aus Berkina, Berzel, aus dem 12. Bezirk von Budapest, die Schüler der Deutschen Nationalitätenschule Jókai Mór vom Schwabenberg, die Pilger aus der Budapester St. Elisabeth Gemeinde, aus Deutschpilsen, Maan, Sanktiwan bei Ofen, Schaumar, Schorokschar, Werischwar, Wetschesch und Wudigeß.

Er begrüßte im weiteren den Pfarrer der Basilika in Weschni, Dr. Leontin Stella und den Kantor Sándor Kája, die ermöglichten, die deutsche Wallfahrt in Weschni abzuhalten und die Teilnehmer sehr freundlich empfingen. Dr. Paul Klincsek sagte ein Dankeschön für die finanzielle Förderung vom Verband der Deutschen Selbstverwaltungen in Nordungarn.

Nach dem Mittagessen stand ein abwechslungsreiches Kulturprogramm zur Auswahl. Vertreten waren die Erstklässler der deutschen Nationalitätenschule Jókai Mór vom Schwabenberg, die mit ihren Tänzen beim Publikum einen großen Beifall ernteten, der Wudigesser Frauenchor in Volkstracht unter der Leitung von Edit Krizsán. Die bekannten schwäbischen Lieder mit Akkordeonbegleitung von Attila Nagy sogten für gute Stimmung. Auch der hervorragende Vortrag des Lokalhistorikers Dr. András Salamin mit dem Titel „ Marienverehrung auf dem Schwabenberg” war sehr  erfolgreich.

Ein Teil der Wallfahrtsgruppen setzte das Programm mit dem Schlossbesuch in Gedelle fort, für die Vereinsmitglieder endete der schöne Wallfahrtstag mit der Vollversammlung des St. Gerhards Werks.

Maria Herein Kőrös

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