Das allerletzte YOU.PA-Seminar

Quelle: Neue Zeitung

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Alles fing für uns im Juli 2016 in Berlin an. Mehr als 25 junge Erwachsene aus mehreren europäischen Ländern trafen sich damals neben dem Olympiastadion, um sich für ein Qualifizierungsprogramm namens YOU.PA (Young Potentials Academy) zu bewerben. Gefördert wurden Jugendliche aus Mittel- und Osteuropa, die sich für die deutsche Minderheit in ihren Heimatländern engagieren.

Bildungsmanager

Während der vergangenen zweieinhalb Jahre erhielten wir monatlich einen Lehrbrief zu bestimmten Themen (z. B. Konfliktmanagement, Transfer- und Qualitätssicherung), dazu sollten wir ein Aufgabenblatt ausfüllen, mehrere dreitägige Wochenendseminare besuchen und je nach den Modulen ein Praktikum absolvieren. Unsere Termine waren streng: die Abgabefristen, die Flugbuchungen, die Abrechnungen und die Seminare waren im ständigen Wechsel. Wir sind zehnmal gereist: von Hermannstadt über Budapest und Warschau bis Preßburg haben wir die Städte in der Dunkelheit entdeckt: tagsüber nahmen wir an den intensiven Seminaren mit nützlichen und weiterführenden Workshops teil.

Inzwischen sind wir JugendmanagerInnen (Juli 2017 in Bukarest) und DozentInnen (April 2018 in Budapest) geworden. Am 7. Dezember 2018 versammelten wir uns wieder in Berlin, um die letzte Abschlussprüfung abzulegen. So dürfen wir nach acht langen und aufgabenreichen Monaten auch die Bezeichnung „BildungsmanagerIn“ führen.

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Die Freude ist nun groß, dass wir zu siebzehnt aus sechs Ländern (Kroatien, Moldavien, Polen, Rumänien, Slowakei und Ungarn) das Programm erfolgreich beenden konnten. Leider läuft das YOU.PA-Programm, das durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat der Bundesrepublik Deutschland gefördert und von der Otto-Benecke-Stiftung e.V. durchgeführt wurde, nicht weiter, es endete mit dem Abschlussseminar der 5. Staffel.

Aus Ungarn nahmen vier engagierte Jugendliche am Programm teil, sie berichten nun über ihre Erfahrungen mit YOU.PA.

Ildikó Kiss: Das YOU.PA-Programm hat mir vieles gegeben: nicht nur Wissen, wie man Projekte durchführt oder einen Antrag stellt, sondern auch viele Ideen, Motivation, Abenteuer und nicht zuletzt Freunde, mit denen wir in einem Boot sitzen.

Patrik Schwarcz-Kiefer: YOU.PA war für uns ein tolles Erlebnis und auch sehr nützlich, es hat viel zu unserer persönlichen Entwicklung beigetragen. Wir konnten erfahren, wie ähnlich und gleichzeitig unterschiedlich die deutschen Minderheiten von Ostmitteleuropa sind, und es ist auch klar geworden, dass die Zukunftsaussichten des Deutschtums in vielen Ländern leider fraglich sind. Dies soll uns dazu motivieren, weiterhin für die Erhaltung der deutschen Minderheit in Ungarn zu arbeiten.

Katinka Árendás-Izing: In diesen zweieinhalb Jahren konnte ich viel über Bildung und Jugendarbeit lernen, in schöne Städte reisen und mit vielen tollen Jugendlichen Bekanntschaft machen. Dank der Praktika habe ich auch ungarndeutsche Organisationen besser kennengelernt. Meine Ziele sind klarer geworden und in meinem Heimatdorf Tarian/Tarján engagiere ich mich viel aktiver für die Minderheit. Ich bedauere, dass das Programm nicht weitergeht, weil es einige Ziele der Förderer nicht erfüllt hat. Aber ich bin froh, dass ich noch teilnehmen konnte.

Dorottya Bach: Für mich brachten die drei Praktika des YOU.PA-Programms am meisten Nutzen: Dadurch konnte ich eine zwar kurze, aber wunderschöne Zeit beim Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrum in Budapest und beim Ungarndeutschen Pädagogischen Institut in Fünfkirchen verbringen und einen Workshop für Jugendliche über die Geschichte der Ungarndeutschen in Woj/Baj halten. Während dieser Zeit habe ich all das, was ich aus den Lehrbriefen gelernt habe, in die Praxis umgesetzt und davon viel profitiert.

D. B.
Erschinen in: Neue Zeitung, 50/2018

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