Auch in Deutschland gedachte man der vertriebenen Ungarndeutschen

Quelle: LdU

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Olivia Schubert: „Wir haben die moralische Pflicht,
uns an das Unrecht, das unseren Ahnen widerfahren war, zu erinnern“

Das Ungarische Kulturinstitut Stuttgart hat 2018 mit einer Veranstaltungsreihe am Gedenktag der Verschleppung und Vertreibung der Ungarndeutschen neue Tradition geschaffen. Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen fanden am 24. Januar statt.

Das Programm leiteten die Grußworte von Dr. János Berényi, dem ungarischen Generalkonsul in Stuttgart. Anschließend kam Joschi Ament, der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn zu Wort. Die Festreden hielten Emmerich Ritter, der Parlamentsabgeordneten der Ungarndeutschen, sowie Raimund Haser, Präsidiumsmitglied im Bund der Vertriebenen, Mitglied im Stiftungsrat der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg und Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Angelegenheiten der Vertriebenen.

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Auch Olivia Schubert, die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen begrüßte die Gäste. Als Einleitung ihrer Ansprache zitierte sie die Worte von Theresia Kammerer, einer jungen Ungarndeutschen aus Dunabogdány/Bogdan, die sich derzeit so an die Vertreibung ihrer Familie erinnerte: “Die jungen Leute haben die Dinge mit einem gewissen Ganoventum durchgehalten. Die Älteren sind hingegen fast völlig zusammengebrochen. Ihnen wurde der Sinn ihres Lebens entrissen: das Haus, das Grundstück, was sie mit der Arbeit ihres Lebens aufgebaut haben. Bei den Zwangsaussiedlungen waren viele vielleicht deshalb apathisch, da konnte man ihnen ‘nur‘ die Heimat nehmen.“ Die LdU-Chefin betonte, dass eines an den zahllosen ähnlichen Geschichten gemeinsam sei: man verstehe nicht, wieso das Land, das die Ungarndeutschen als ihre Heimat betrachtet haben, so mit ihnen umgehen konnte. Sie hob hervor, dass wir die moralische Pflicht hätten, uns an die Geschichten der Erlebnisgeneration und an das Unrecht, das unseren Ahnen widerfahren sei, zu erinnern.

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Bei der seelischen und moralischen Verarbeitung der Vergangenheit stünden uns über die politische und gesellschaftliche Erinnerungskultur hinaus als auch wissenschaftliche Forschungsergebnisse junger Forscher zur Seite. Die zahlreichen, in den ungarndeutschen Siedlungen errichteten Denkmäler hülfen uns beim ehrwürdigen Gedenken, das dank der engen Zusammenarbeit mit der Landsmannschaft der Ungarndeutschen auch über die Grenzen hinweg möglich sei.

Nach den Festreden führte die Deutsche Bühne Ungarn ein literarisches Programm vor. Anschließend wurde im Kulturinstitut eine Ausstellung mit dem Titel „Im Strudel der Geschichte. Aussiedlung und Vertreibung in den 1940er Jahren“ eröffnet, die dem Publikum zeigt, wie politische Ereignisse wie Bevölkerungsaustausche und kollektive Bestrafung die persönlichen Lebenswege beeinflussten, und entlang welcher neuen Strategien die Menschen ihr Leben in den Dörfern Südtransdanubiens nach dieser Bruchlinie fortsetzten.

Die Veranstaltungsreihe wurde von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, dem Donauschwabenwein, sowie der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn unterstützt.

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