Richard Wagner: Habseligkeiten

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Krisen im Leben bedeuten oft große Wendepunkte und führen nicht selten zu Änderungen. Wenn man Glück hat, haben diese einen positiven Ausklang. Die Hauptfigur dieses Romans hat mehrere Krisen zu überwinden. Er heißt Werner Zillich und ist ein rumäniendeutscher Spätaussiedler, der in der BRD lebt.

Habseligkeiten

Der Autor, Richard Wagner, ist auch ein Spätaussiedler aus dem rumänischen Banat, seit 1987 lebt er in der BRD und ist als freier Schriftsteller tätig. Er ist einer der erfolgreichsten Autoren rumäniendeutscher Abstammung. Wie gut er die Vergangenheit der Banater Schwaben und die Umstände der 1970-80er Jahre der Ceaușescu-Ära kennt, spiegelt sich in diesem Roman wider. Mit einem eingereichten Ausreiseantrag hatte man zu dieser Zeit als Angehöriger der deutschen Minderheit in Rumänien kaum Karrierechancen und wurde vom Geheimdienst ständig überwacht. Wenn die Ausreise endlich bewilligt wurde, und man dann entrechtet und enteignet die Heimat verließ, überkam einem oftmals das Gefühl, seine Wurzeln verloren zu haben.

Werner Zillich, ein Bauleiter und Mann mittleren Alters, hat es auch nicht leicht. Der Roman beginnt in den frühen 90ern mit der Reise zurück nach Rumänien, zur Beerdigung des Vaters. Es stellt sich heraus, dass Zillich sich fast unmittelbar nach der früheren Ausreise von seiner Frau, ebenfalls Rumäniendeutsche in Deutschland, scheiden ließ. Aus der Ehe ging eine – mittlerweile erwachsene – Tochter hervor, die aber seit Jahren nicht mehr mit ihm redet. Zillich arbeitet als Bauleiter bei einer deutschen Firma in Deutschland. Allerdings steht diese – wegen Schlampereien wie Diebstahl, Mangel an richtigem Baumaterial und daraus folgender Finanzproblemen -, wie auch der rumänische Kommunismus vor der Wende, kurz vor der Pleite. Das Leben des Mannes scheint ruiniert und seine Lage aussichtslos zu sein. Auf seiner Rückreise nach Deutschland nimmt sein Leben jedoch eine glückliche Wendung, nämlich in Budapest.

Der Roman ist eine Fiktion. Die Hauptfigur erzählt jedoch sehr realistisch über die Ahnen und deren Leben, über das Leben im kommunistischen Rumänien und den Alltag der frühen 90er in Ost- und Westeuropa. Aus den Monologen und Dialogen lernen wir sehr bildhaft Ungarn und die Hauptstadt Budapest jener Zeit kennen. Neben den Umständen der Epoche bringt der Autor die Hoffnungen der Menschen verschiedenster Nationalitäten auch zum Ausdruck.

Wir empfehlen den Roman Allen, die eine Erzählung lesen möchten, die sich gut lesen lässt, positiv ausklingt und die Probleme der Rumäniendeutschen sowie anderer Nationalitäten Europas vor und nach der Wende auch behandelt.

Richard Wagner: Habseligkeiten
Berlin : Aufbau-Verlag GmbH, 2004.
281 S.
Sprache: Deutsch

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