Talentierte Jugendliche mit dem Valeria-Koch-Preis ausgezeichnet

Quelle: LdU

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Die in Ungarn lebende deutsche Gemeinschaft beging dieses Jahr bereits zum 24. Mal den Tag der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen, und zwar am Jahrestag der Gründung der 1994 das erste Mal gewählten Körperschaften. Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) veranstaltete aus diesem Anlass ihr traditionelles Galaprogramm am 11. Januar 2020 im Kodály Zentrum Fünfkirchen.

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Schon zum 17. Mal wurde im Rahmen des Galaprogramms der Valeria-Koch-Preis an ungarndeutsche MittelschülerInnen für ihre herausragenden schulischen Leistungen und ihre Tätigkeit im Nationalitätenbereich, bzw. an HochschulabsolventInnen für ihre Diplomarbeit über ein ungarndeutsches Thema überreicht. Die Auszeichnung erhielten diesmal Balint Cziráki aus Wesprim (Schüler des László-Lovassy-Gymnasiums Wesprim), Natalia Hedrich aus Tschatali (Schülerin des Ungarndeutschen Bildungszentrums Baja), Greta Kreisz aus Harast (Schülerin des Lajos-Kossuth-Gymnasiums Budapest), sowie Viktoria Nagy aus Neudörfl (Absolventin der Eötvös-Loránd-Universität Budapest).

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich meistens leider nur die Älteren der Kulturpflege annehmen. Ich halte es für sehr wichtig, die von den Ahnen geerbte Kultur weiterzugeben.“: Ein Statement von Balint Cziráki aus Wesprim, der zurzeit die 12. Klasse des László-Lovassy-Gymnasiums seiner Heimatstadt besucht. Interesse für die Pflege der ungarndeutschen Kultur zeigte er bereits in seinem Grundschulalter: Er war Mitglied einer Volkstanzgruppe, und begleitete den deutschen Schulchor auf dem Akkordeon – auf dem Instrument, das er seit seinem 9. Lebensjahr auch solo spielt, und womit er zahlreiche Preise und Anerkennungen verdient hat. Balint ist Mitglied des Lovassy Kammerorchesters, und lernt auch schwäbische Lieder auf diatonischer Knopfharmonika zu spielen. Er nahm auch am Fotowettbewerb „Blickpunkt“ teil und schaffte es mit einem Bild über seine Knopfharmonika bis in den Wandkalender. Er hat sich vorgenommen, ungarndeutsche Volkslieder von Wesprim-Gyulafirátót und Umgebung zu sammeln, und ist bestrebt, auch demnächst aktives Mitglied der ungarndeutschen Gemeinschaft seines Heimatortes zu bleiben.

„Geschichten meiner Großmutter über frühere Zeiten faszinieren mich. Sie spricht mit mir in der Mundart. Ich bin ihr sehr dankbar dafür“, gesteht Natalia Hedrich aus Tschatali, die auf dem Weg der Traditionspflege seit ihrer kleinen Kindheit an von der Familie begleitet wird. Als Grundschulschülerin war sie Mitglied der örtlichen Kindertanzgruppe. Sie nimmt regelmäßig und erfolgreich am ungarndeutschen Landesrezitationswettbewerb teil, und erfreut ihr Publikum mit witzigen Mundartgeschichten. Zurzeit besucht sie die 12. Klasse der Deutsch-Ungarischen Abteilung des Ungarndeutschen Bildungszentrums Baja.
Natalia ist Mitgestalterin diverser schulischer und örtlicher Veranstaltungen, Gedenkprogramme, religiöser Feste, lernt mit Vorliebe schwäbische Dörfer kennen, nimmt gerne an Schulprojekten teil – wie auch neulich an einem in Bezug auf die Wahl der Nationalitätenselbstverwaltungen, über das sie auch in der Zeitschrift „Batschkaer Spuren“ berichtete. Sie möchte Tourismus und Hotelmanagement studieren.

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„Ich möchte immer mehr über das Leben meiner Familie erfahren. Von meiner Oma habe ich viele witzige oder eben traurige Geschichten erzählt bekommen. Diese waren immer meine Lieblingsnachmittage.“ – Ein Zitat aus dem Motivationsbrief von Greta Kreisz, die einer ungarndeutschen Familie aus Harast entstammt, und die zurzeit die 12. Klasse des Lajos-Kossuth-Gymnasiums Budapest besucht. Sie ist Mitglied der Tanzgruppe „Verein Junger Haraster Schwaben“, und dadurch auch der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher, sowie des Landesrates Ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen. Als Tänzerin, Musikantin – sie spielt Klarinette – und als junge Aktivistin engagiert sie sich gerne als Mitorganisatorin und Mitgestalterin verschiedener Initiativen wie Faschings- und Osterbälle, religiöse Veranstaltungen, Volkstanztreffen und Volkstanzwochen. Über diese berichtet sie gerne in der „Neuen Zeitung“ und im lokalen Blatt ihres Heimatortes. Greta war in Harast auch vor der Wahl der Nationalitätenselbstverwaltungen aktiv, später möchte sie sich als Mitglied selber in der deutschen Selbstverwaltung engagieren, und daneben Kindern Tanzen beibringen.

Viktoria Nagy studierte an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest Deutsch als Minderheitensprache und Englisch auf Lehramt. Während ihres Lehramtsstudiums nahm sie zweimal an dem landesweiten wissenschaftlichen Wettbewerb von Studenten (OTDK) teil, absolvierte ein einjähriges Stipendium an der Ludvig-Maximilians-Universität München, sowie auch das YOU.PA-Programm der Otto-Benecke-Stiftung für Angehörige der deutschen Minderheiten in Ost- und Mitteleuropa. Seit September setzt sie ihr Studium in der sprachwissenschaftlichen Doktorschule am Germanistischen Institut der ELTE fort. In den kommenden Jahren wird sie sich im Rahmen ihrer Dissertation mit der Problematik und den linguistischen Implikationen der Kompetenzmessungen in der Fremd- und Minderheitensprache sowie im Ungarischen an den ungarndeutschen Schulen auseinandersetzen.
Viktoria tanzt in ihrer Freizeit gern, ist Mitglied und auch im Vorstand der Saarer Tanzgruppe, und ist für die internationalen Beziehungen und für die Jugendprogramme des Ensembles zuständig. Sie wohnt in Neudörfl (Komitat Weißenburg), in einer kleinen schwäbischen Siedlung, wo man die Wertschätzung der deutschen Sprache und Kultur an die Kinder weitergibt. Viktoria Nagy ist Mitgestalterin und Mitorganisatorin der örtlichen Veranstaltungen, ist Abgeordnete der deutschen Selbstverwaltung ihres Heimatdorfes, und seit Oktober auch der Vollversammlung der LdU.

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