„Die Welt braucht eine frohe Botschaft!“

Quelle: Zentrum

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Dreikönigssegen in Hartian heller denn je…

In Hartian/Újhartyán ist der Freundeskreis Schwäbischer Jugendlicher in Zusammenarbeit mit der örtlichen Deutschen Nationalitätengrundschule sowie dem Pfarrer Gábor Hefler seit drei Jahren bestrebt, die Tradition des deutschsprachigen Haussegens am Dreikönigstag neu zu beleben. Unser Vorhaben scheint erfolgreich zu sein. Jedes Jahr erhalten wir zahlreiche Anmeldungen und positive Rückmeldungen seitens der Hartianer Familien. Der Dreikönigssegen gibt immer einen guten Start ins neue Jahr, auch im Kreis der Grundschüler ist es ein beliebtes Ereignis.

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Doch der diesjährige Dreikönigssegen war in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Einerseits waren wir lange Zeit unsicher, ob dies diesmal ausfallen sollte oder nicht, bis wir die Entscheidung getroffen haben, dass wir unseren Dreikönigstag der Pandemie-Situation gemäß, unter Einhaltung der Sicherheitsregeln, doch organisieren. Andererseits war es für uns ebenfalls ein großer Schritt, dass wir uns zum ersten Mal der Sternsingeraktion in Deutschland angeschlossen haben.

Die Sternsingeraktion ist die größte Solidaritätsaktion weltweit, es ist also kein Zufall, dass die Sternsinger in Deutschland sogar über eine Landeszentrale in Aachen verfügen. Fast überall machen sich Kinder, als Heilige Drei Könige verkleidet, auf den Weg und gehen von Haus zu Haus, um Segen zu den Familien zu bringen. Dafür bekommen sie Spenden, die sie Gleichaltrigen zukommen lassen, die in Not sind.

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Das Sternsingen fand anders statt als gewöhnlich. Es wurde eine neue kontaktlose Form herausgearbeitet, aber ihr Stern leuchtete in dieser besonderen Situation „heller denn je!“ – wie ihr Motto lautete. Auch Papst Franziskus und Bundeskanzlerin Merkel lobten die Rolle der Sternsinger in der Verbreitung der frohen Weihnachtsbotschaft in der heutigen Krisensituation.

Wir haben auch schöne festliche Schutzmasken und Türaufkleber von der Aachener Sternsinger-Zentrale bestellt und die bisher übliche Art und Weise unserer Tradition ebenfalls umgedacht. Wir haben den Segen überall im Freien, mit Mund- und Nasenschutz bzw. unter Einhaltung des Mindestabstands von der Familie ausgeteilt. Die Botschaft der deutschen Sternsinger schien bei uns auch wahr zu sein, Hartian brauchte auch schon eine frohe Botschaft und wahrscheinlich brachten wir mit unserem Stern mehr Hoffnung und Freude als je. Es war unglaublich schön, unsere Gemeinschaft wiederzusehen, auch wenn wir die Menschen in ihren Häusern diesmal nicht besuchen konnten.

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Eine interessante Tatsache noch zum Ende: Laut der Informationen der Sternsinger-Zentrale gibt es keine andere Gruppe außerhalb der deutschsprachigen Länder, die sich ihrer Initiative angeschlossen hat, obwohl der Brauch früher bei uns Ungarndeutschen auch wohlbekannt war. Das bestätigen die Erzählungen unserer Großeltern, die sich an die Tradition ähnlich dem bereits beschriebenen deutschen Brauch erinnern. Außerdem ist es auch vielsagend, dass wir in Hartian jedes Mal einen deutschen Text aus Weindorf vortragen, der so eingeleitet wird: „Die Heilig’n Drei Keinig zogen mit ihrem selbst gebastelten Stern durch das Dorf und sangen in den Häusern: (…)“.

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Vielleicht bekommen nächstes Jahr auch andere Gruppen Lust zum Mitmachen. Wir helfen auf jeden Fall gerne dabei, weil Ungarn auch „eine frohe Botschaft braucht“.

Martin Surman-Majeczki

Fotos: Maria Fajt-Kleineisel

Weitere Informationen und tolle Materialien zur Sternsingeraktion findet ihr auf der Webseite www.sternsinger.de.

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