Das Bildungswesen ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Faktoren des Minderheitenlebens. Rainer Seberich fasst die Geschichte des
Südtiroler deutschen Schulwesens von der Zeit der Österreich-Ungarischen Monarchie bis in den 70-er Jahren zusammen.
Die weltpolitischen Ereignisse beeinflussten selbstverständlich auch Südtirol und damit auch die Schulen. Je mehr der Staat die Minderheiten in den Hintergrund drücken wollte, desto weniger Spielraum hatten die deutschen Schulen. Es gab aber immer wieder Persönlichkeiten, die sich für die deutschen Schulen einsetzten, zum Beispiel der Vizeschulamtsleiter Josef Ferrari, der nach dem Zweiten Weltkrieg hohe Verdienste bei der Neugestaltung des Südtiroler Bildungswesens zuzuschreiben sind.
Der Kampf um ein autonomes deutsches Schulwesen lief parallel zum Kampf um die politischen Autonomie Südtirols, die 1972 erlangt wurde. Seberichs Buch schildert die Stationen des ersten Kampfes und weist auf die des zweiten hin. Im Band sind zahlreiche Fotos, Dokumente und Statistiken zu finden, die die Publikation besonders wertvoll machen.
Das Buch ist besonders denen zu empfehlen, die selbst im Minderheitenschulwesen tätig sind.
Rainer Seberich: Südtiroler Schulgeschichte. Muttersprachlicher Unterricht unter fremdem Gesetz
Bozen : Editio Raetia, 2000
512 S. ; ill.
Sprache: Deutsch
