Das Gebiet des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg war schon immer Ausgangspunkt und Ziel von Migrationen. Die Autoren dieses Buches fassten die Geschichte dieser Ein- und Auswanderungen vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit zusammen.
Beim Lesen des Buches erfährt man, welche Nationen oder religiöse Gruppen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit Zuflucht im behandelten Gebiet fanden, wie sie zusammen mit den Ureinwohnern lebten und welche Konflikte sie miteinander hatten. Ein eigener Kapitel beschäftigt sich mit den Auswanderungen im 18. und 19. Jahrhundert, als auch die Vorfahren der heutigen Ungarndeutschen sich auf den Weg machten. Der Leser des Bandes erfährt vieles über die Deutschen, die ihr Glück in den Vereinigten Staaten von Amerika suchten. In einem kürzeren Beitrag kann man über den wahren Kern der Legende lesen, dass die Amtssprache der USA fast die Deutsche geworden wäre.
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Deutschland vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland. Grund dafür war unter anderem, dass die immer stärker werdende deutsche Wirtschaft mehr Arbeitskraft brauchte, aber auch, dass nach dem Zweiten Weltkrieg auch die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aufgenommen werden mussten. Die Probleme der Integration von Flüchtlingen und der genauso komplizierte Themenkreis der “Gastarbeiter” werden im Werk detailliert erörtert. Im abschliessenden Teil des Buches betonen die Autoren die Wichtigkeit der Einwanderer für Baden-Württemberg.
Der Haupttext des Buches wird durch kleineren interessanten Beiträgen ergänzt, in denen unter anderem über die persönlichen Erlebnisse einiger Einwanderer gelesen werden kann. Der mit zahlreichen Fotos, Grafiken und zeitgenössischen Dokumenten illustrierte Band ist allen zu empfehlen, die sich für das Thema Migration interessieren – nicht unbedingt in Bezug auf Baden-Württemberg.
Karl-Heinz Braun – Reinhold Weber: Kleine Geschichte der Ein- und Auswanderung in Baden-Württemberg
Leinfelden-Echterdingen : DRW, 2009
190 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

