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Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

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Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet. Das Theatertreffen am 31. März 2026 mit 13 Aufführungen bot den Kindern erneut eine hervorragende Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in einer Fremdsprache spielerisch und kreativ zu zeigen. Die Produktionen waren sehr vielfältig und reichten von klassischen Märchenbearbeitungen bis hin zu modernen, zum Nachdenken anregenden Stücken.

Dramenfestival in Ugod

Den Tag eröffnete die Tanzgruppe der Gastgeberschule, gefolgt von den Grußworten der Schulleiterin Gabriella Csuka, der Direktorin des Schulbezirks, Andrea Egyházi, sowie des Bürgermeisters Zoltán Szőke.

Dramenfestival in Ugod

Den Auftakt machte Das Märchen von dem guten Kartoffelkönig, das gleich zu Beginn für die passende Stimmung sorgte. Die Kostüme waren besonders einfallsreich, die Geschichte handelte von einem selbstlosen Kartoffelkönig, der den hungrigen Kindern hilft. Dem folgte Die große Rübe, eine humorvolle Inszenierung des bekannten Märchens, die mit ihrer lebendigen und spielerischen Darstellung das Publikum zum Lachen brachte.

Die neugierige Prinzessin war eine längere, detailreiche Aufführung mit kreativen Requisiten und einer nachdenklichen Botschaft. Sie betonte die Bedeutung von Fragen und zeigte gleichzeitig, welche Folgen es haben kann, wenn jemand zu neugierig ist. Am Ende bekommt die Prinzessin Antworten auf ihre Fragen, da ihre Eltern sie in die Schule schicken.

Die neugierige Prinzessin

Die Versammlung der Mäuse war eine liebevolle, verspielte Geschichte, in der neun niedliche Mäuse im Mittelpunkt standen, die mit Hilfe eines Hundes der Katze entkommen. Die Märchenwelt in der Schulbank brachte klassische Märchen auf kreative Weise zurück ins Klassenzimmer, da die Kinder diese nicht mehr kannten. So wurden bekannte Geschichten wie Schneewittchen, Rotkäppchen und Die drei kleinen Schweinchen neu erzählt.

Eine zweite Version von Die große Rübe wurde ebenfalls aufgeführt, die mit Musik, Gitarre und Tanz noch unterhaltsamer gestaltet war. Die Bremer Stadtmusikanten waren ebenfalls sehr erfolgreich, vor allem durch die humorvolle Darstellung der vier Hauptfiguren.

Ein eher ungewöhnliches Stück war Phobien, das im Rahmen einer Selbsthilfegruppe verschiedene Ängste zeigte, zum Beispiel die Angst vor dem Entschuldigen oder vor peinlichen Pausen. Danach folgte Aschenputtel, als eine moderne Interpretation der bekannten Geschichte in einer besonderen Inszenierung.

Während Die Heinzelmännchen von Köln den Gegensatz von Fleiß und Faulheit thematisierte und zeigte, wie nachtaktive Helfer den nachlässigen Handwerkern unter die Arme greifen, erzählte Regenbogenfisch die Geschichte eines bunten Fisches: Ein kleiner Fisch bittet ihn um eine schöne Schuppe, doch der Regenbogenfisch lehnt ab. Daraufhin wenden sich die anderen Fische von ihm ab, und er bleibt allein. Später holt er sich Rat bei einem weisen Oktopus, der ihm empfiehlt, seine Schuppen zu teilen. Obwohl es ihm zunächst schwerfällt, gibt er schließlich eine Schuppe ab und verteilt nach und nach immer mehr, bis er zwar nicht mehr der schönste ist, dafür aber umgeben ihn viele Freunde.

Der kleine Vogel handelte von einem Vogel, der sich goldene Flügel wünschte. Nachdem er sie bekommen hatte, gab er sie jedoch an Bedürftige weiter.

Der kleine Vogel

Den Abschluss bildete das Stück Die Heinzelmännchen, das sich sowohl technisch als auch inhaltlich von der zuvor gesehenen Version unterschied. Die Geschichte wurde durch eine Rahmenhandlung neu erzählt, wodurch das Publikum sie aus einer anderen Perspektive kennenlernen konnte.

Die Heinzelmännchen

Die Qualität der Produktionen spiegelte sich auch in den Bewertungen wider:

Die Bewertung „Gut“ erhielten:

  • Deutsche Nationalitätengrundschule Ugod – Das Märchen vom guten Kartoffelkönig
  • Deutsche Nationalitätengrundschule Ugod – Die große Rübe
  • Maria Laschober Deutsche Nationalitätengrundschule, Rendek – Phobien
  • Maria Laschober Deutsche Nationalitätengrundschule, Rendek- Aschenputtel
  • Hriszto Botev Deutsche Nationalitätengrundschule, Wesprim – Die Heinzelmännchen von Köln
  • Grundschule in der Újlak Straße, Budapest – Regenbogenfisch
  • Mihály Munkácsy Deutsche Nationalitätengrundschule, Papa – Der kleine Vogel

Die Bewertung „Sehr gut“ erhielten:

  • Mihály Rőthy Deutsche Nationalitätengrundschule, Kischludt – Märchenwelt in der Schulbank
  • Deutsche Nationalitätenschule Ödenburg – Die große Rübe
  • Deutsche Nationalitätengrundschule Kerek Nap, Polan – Die Bremer Stadtmusikanten
  • Pannonia Grundschule mit zweisprachigem deutschem Nationalitätenunterricht bzw. erweitertem Englischunterricht, Budapest, 13. Bezirk – Die Heinzelmännchen

Die Bewertung „Ausgezeichnet“ erhielten:

  • Paul Angermann Deutsche Nationalitätengrundschule, Waschludt – Die neugierige Prinzessin
  • Nivegy-Taler Deutsche Grund- und Kunstschule, Tschitscha – Die Versammlung der Mäuse

Angelika Erdélyi-Pfiszterer, Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Bibliothek (Zentrum) und Hauptorganisatorin des Dramenfestivals, betonte die große Bedeutung des Kindertheaters, da es nicht nur das Sprachenlernen unterstütze, sondern den Teilnehmenden auch Selbstvertrauen und Gemeinschaftserlebnisse vermittele. Sie fügte hinzu, dass sie auch in Zukunft gerne ähnlich niveauvolle und kreative Produktionen sehen möchte.

Anna Schulteisz

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Foto: Ludwig Grund/Zentrum.hu

Förderer der Veranstaltung waren die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und das Bundesministerium des Innern (BMI).

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