NachrichtenGedichtanalyse: eine große Fünf!

Gedichtanalyse: eine große Fünf!

Mit einer außergewöhnlichen Initiative gedachte die Deutsche Bühne Ungarn (DBU) der jung verstorbenen Valeria Koch. Die ungarndeutsche Dichterin hätte an diesen Tagen ihren 64. Geburtstag gefeiert. Valeria Koch dichtete in zwei Sprachen, dank ihrer Herkunft war sie in zwei Kulturen, zwei Gedankenwelten zu Hause. Ihre Dichtung ist keine typisch ungarndeutsche im klassischen Sinne: sie war und ist eine herausragende Figur der zeitgenössischen ungarischen und deutschen Literatur. Das ungarländische Deutschtum ist stolz auf seine Künstlerin, gedenkt ihrer würdig um den Tag ihrer Geburt deshalb an mehreren Orten. Die DBU gestaltete – den Vorjahren ähnlich – unter Einbeziehung von Jugendlichen ihren eigenen zweisprachigen Valeria-Koch-Gedenktag.

Die Wahl fiel auch diesmal auf Jugendliche – erklären die Künstler der Deutschen Bühne Ungarn -, weil die Schülerinnen und Schüler die Werke der Dichterin kaum kennen. Der Grund dafür ist, dass sie diesen weder in der Schule, noch anderswo begegnen. Die DBU betrachtet es als ihre Aufgabe, den Jugendlichen eine kleine Kostprobe aus diesem Schatz zu geben – dazu bietet Valeria Koch’s Geburtsatag einen perfekten Anlass.

Dieses Jahr besuchte das Theater das Gymnasium Géza II. in Baderseck (Bátaszék): einige Koch-Gedichte wurden gemeinsam von zwei Mitglieder des Theaterensembles, sowie von Jugendlichen mit Hilfe von Bühnenmethoden bearbeitet. Die zu behandelnden Gedichte wurden von dem Schauspieler Tom Pilath ausgesucht. Regieassistent Dezső Horgász hob aus den ungarisch geschriebenen Texte solche hervor, deren Flair und Botschaft seiner Meinung nach auch Mittelschüler verstehen: „Wir haben mit meinem Kollegen gemeinsam versucht, diese Texte im Voraus zu interpretieren. Es ist nicht einfach, die Koch-Gedichte zu verstehen. Wir haben diese den Jugendlichen folgenderweise vorgeführt: ich las die ungarischen Gedichte vor, und während dessen improvisierte Tom dazu Melodien auf seiner Gitarre. Nach soviel Einstimmung stellte ihnen Tom dann die deutschen Gedichte vor, und zwar mit der Bitte, dass die Kinder zu deren Stimmung selbst Rhythmen und Melodien erfinden sollen. Sie waren sehr kreativ: es gab zum Beispiel welche, die mit ihrem Reisverschluss Geräusche produzierten. Das ganze klappte so gut, dass ich immer noch Gänsehaut bekomme, wenn ich daran denke.“

Die Werkstattarbeit ist– dank der ernsthaften Wissbegier der Gymnasiasten – viel länger ausgefallen als geplant. Dezső Horgász glaubt, mit den interaktiven Methoden das Interesse für die Gedichte geweckt zu haben. Er meint von den Schülern nur positive Rückmeldungen bekommen zu haben: es gab sogar welche, die sich den Titel des Gedichtbandes vermerkt haben, um auch demnächst die Werke selber zu lesen; und auch welche, die den Wunsch äußerten, Valeria Koch in den Lehrplan aufzunehmen. Das Allerwichtigste sei es aber laut der DBU-Künstler gewesen, dass die Jugendlichen selbst ihre Meinungen anhand der literarischen Texte formulieren konnten. Wenn nämlich jede Meinung als wichtig betrachtet wird, hat das Gedicht – weil es dazu fähig war, als Grundlage einer Diskussion zu fungieren – an der Prüfung gut abgeschnitten. Eine große Fünf verdienen aber darüber hinaus auch die Jugendlichen, weil sie es geschafft haben, in Bezug auf die Werke vor einander Gedanken und Gefühle äußern zu können.

Weitere Informationen:
Viktória Móra, Leiterin des künstlerischen Betriebsbüros
Tel.: 74/316-533, 74/510-166
Email: info@dbu.hu
www.dbu.hu

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