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Außergewöhnliche Leistungen – in den 20 Jahren immer besser geworden
Die ursprüngliche Leidenschaft für den Chorgesang haben die „Nachtigallen“ beibehalten, Tradition und Moderne miteinander verknüpft, meinte Johannes Landhäuser aus der Partnerstadt Rheinstetten beim Festkonzert zum 20-jährigen Bestehen des Chores Wetschescher Nachtigallen am 9. November in der Aula der zweisprachigen Dorfschule (Grassalkovich-Grundschule), die sich in der Trägerschaft der Donauschwäbischen Selbstverwaltung der Stadt befindet.
Chorleiterin Monika Gombár erinnerte an Theresia Lunczer, ihre Deutschlehrerin im Budapester Deutschen Nationalitätengymnasium, die vor jeder Deutschstunde von den SchülerInnen verlangte, ein Volkslied zu singen. So haben diese zahlreiche Volkslieder aus dem Ofner Bergland oder dem Ungarischen Mittelgebirge kennen gelernt. Darauf basierend gründeten Monika Gombár und Rita Pavel 1993 einen Frauenchor, der unter dem Namen Wetschescher Nachtigallen den guten Ruf der Stadt überall in Ungarn, aber auch im deuschsprachigen Raum verbreitet. Dies bestätigte Bürgermeister Csaba Szlahó, der selbst drei „Nachtigallen“ in der Familie hat.
Das Ziel der „Nachtigallen“ war, die alten, deutschen Volkslieder in Wetschesch zu sammeln, die noch lebendige Mundart zu pflegen und die Traditionen der jüngeren Generation weiterzugeben, meinte die Dirigentin, die es als eine wichtige Aufgabe betrachtete, aus den einstimmigen Volksliedern zwei-, drei- oder vierstimmige Lieder zu machen. Eine große Herausforderung war, die traurigen, humorvollen oder eben derben Volkslieder mit Herz und Seele auf der Bühne vorzutragen. Heute werden diese Lieder im Kindergarten oder in der Schule gesungen, sie werden sogar von Tanzgruppen bei ihren Auftritten verwendet. Der Chor hat viele alte Wetschescher Lieder auf Kassette und CD vom Vorsitzenden des Wetschescher Kulturvereins Michael Frühwirth und seiner Frau bekommen, die die „Nachtigallen“ heute noch singen.
Die Anerkennungen und Würdigungen blieben nicht aus: Bei den Qualifizierungswettbewerben der ungarndeutschen Chöre erreichten die „Nachtigallen“ schon viermal die höchste Qualifizierung, den „Goldenen Rosmarein-Preis“. Beim Landesfestival der ungarndeutschen Chöre in Fünfkirchen 2001 wurden sie zum besten ungarndeutschen Frauenchor gekürt und erhielten den Festivalpreis, den Wanderpokal. Im selben Jahr gaben sie zusammen mit der Wetschescher Blaskapelle die erste CD heraus. 2013 bekam der Chor eine schöne, neue Tracht, konnte am internationalen Chorwettbewerb von Interkultur im Palast der Künste in Budapest als einziger Botschafter der ungarndeutschen Gesangskultur die silberne Qualifikationsstufe erreichen. Beim Qualifikationswettbewerb der ungarndeutschen Chöre in Mesch/Mözs bekam der Chor erneut „Gold-Rosmarein“, die Dirigentin konnte den Stefan-Kerner-Preis des Landesrates für die Pflege und den Erhalt der ungarndeutschen Gesangskultur übernehmen.
Eine besondere Herausforderung waren die Vorbereitungen auf die Auftritte in der deutschen Partnerstadt Rheinstetten, wohin der Chor jedes zweite Jahr zum Sankt Martinsfest eingeladen wird. Vor einem Jahr hat der Chor beim Sankt Martinsfest in Forchheim ein unvergessliches Vorweihnachtskonzert in der Kirche gegeben, das später in Wetschesch wiederholt wurde. Aus der Partnerschaft ist eine richtige Freundschaft geworden: man hält Kontakt zueinander, viele Familien besuchen einander gegenseitig, die Tradition des Martinszugs kam auch aus Rheinstettten nach Wetschesch.
Beim Jubiläumsfest wurden die „Nachtigallen“ ausgiebig gefeiert für ihr breites Repertoire von Mundartliedern über Kirchengesang bis zu Musicals. Zum ungarndeutschen Chortreffen (bereits das zweite Mal) kamen der Gemischtchor aus Wudigess, der traditionspflegende Liederkranz aus Schorokschar, der Schorokscharer Männerchor und der Musikverein Wetschesch, die ihrerseits den Chor beglückwünschten. Dem schlossen sich Christina Fódi vom Landesrat und Monika Tófalvi, Vorsitzende der Donauschwäbischen Selbstverwaltung, an.
„Mädchen, wir haben die wichtigsten Momente unseres Lebens miteinander geteilt“, unterstrich Monika Gombár, die den Chor als zweite Familie betrachtet. Die sich übrigens erfreulicherweise vermehrt. Mehrere Babys sind „ständige Besucher“ der Chorproben, Kinder singen fleißig mit! Nachtigallen mit Zukunft.

