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Langentbehrt im deutschen Nationalitätenunterricht sind jene Lehrbücher und Lehrwerke, die dank einer breiten Zusammenarbeit in diesen Tagen fertig geworden sind, und die ungarndeutschen SchülerInnen und Pädagogen schon ab September gebrauchen können. Insgesamt sind 62 neue bzw. erneuerte Materialien erschienen: Lehrbücher, Arbeitshefte und Tonträger, Adaptierungen ungarischsprachiger Bücher, sowie auch gut brauchbare Praxisbücher und DVD-s für Pädagogen. Dazu kam noch, dass LehrerInnen und Kindergärtnerinnen monatelang an verschiedenen Weiterbildungen teilnehmen konnten, wodurch das deutsche Nationalitätenschulsystem noch zeitgemäßer gestaltet werden kann. All dies war einem zweijährigen Projekt zu verdanken, im Rahmen dessen das Fünfkirchner Valeria-Koch-Bildungszentrum neben der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen auch mit Institutionen des Hochschulwesens, mit Mittelschulen, Buchverlagen, und sogar mit einem Theater – der Deutschen Bühne Ungarn – zusammengearbeitet hat.
„Die Ungarndeutschen verfügen über ein detailliertes Erziehungs- und Bildungskonzept, dies fasst die längerfristigen Zielen dieses Gebiets zusammen“ – begann Ibolya Hock-Englender, die Direktorin des Valeria-Koch-Bildungszentrums zu präsentieren, weshalb diese Entwicklung notwendig war. „Um diesem Konzept, und auch dem neuen Rahmenlehrplan entsprechen zu können, benötigten wir modernere Lehrmittel. Mithilfe einer Unterstützung von etwa 200 Millionen Forint konnte unser Traum von mehreren Jahren nun in Erfüllung gehen. Schon bald können unsere Kinder die äußerlich ansprechenden und inhaltlich gut strukturierten, zeitgemäßen Lehrmittel in die Hand nehmen, und unsere Pädagogen brauchen beim Unterricht ab nun nicht mehr auf die während der Jahre gesammelten, in der Schublade gelagerten Hilfsmaterialien zurückgreifen.“
„Eine so umfangreiche geistige Investition mit so einem bedeutenden Ergebnis hat es im Bereich des deutschen Nationalitätenunterrists bisher noch nie gegeben“ – betonte der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen an der Abschlussveranstaltung des Projekts. Otto Heinek hob unter anderem hervor, dass auch diese Entwicklung – anderen Investitionen der Landesselbstverwaltung ähnlich – mithilfe ansehnlicher finanzieller Unterstützung der Europäischen Union verwirklicht werden konnte.
An der Veranstaltung wurden die langentbehrten deutschsprachigen Lehrwerke und sonstige Lehrmaterialien von den Verfassern selbst vorgestellt. All diese Verlagswerke sollen die Kompetenzen der SchülerInnen fördern: sie sollen sie zum Sprechen, zum selbständigen Texterstellen anspornen, und auch durch ihr ansprechendes Aussehen und ihren überblickbaren Inhalt sollen sie die Kinder zum Lernen motivieren.
In der Serie sind neben den deutschen Sprachbüchern und Tonmaterialien der unterschiedlichen Stufen auch Literatur-, wirtschafts- und gesellschaftswissenschaftliche, Geographie-, Geschichts-, Umweltkunde-, Volkskunde- und dramenpädagogische Lehrwerke zu finden, und sogar ein Schulatlas, der als einziger bisher neben dem herkömmlichen Lehrstoff auch die Geschichte, Gegenwart und Bräuche der Ungarndeutschen vorstellt.
Als Teil des Projekts konnten die Pädagogen an akkreditierten Weiterbildungen teilnehmen, an denen sie beispielsweise erlernt haben, wie der Unterricht mit digitalen Inhalten und interaktiven Methoden noch abwechslungsreicher gestaltet werden kann.


