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Bericht über die letzte Sitzung der Vollversammlung
der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen

Hinsichtlich der Finanzen war das Jahr 2015 ruhig und ausgewogen, ansonsten aber recht ereignisreich – hieß es in der letzten Vollversammlungssitzung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen am 16. April 2016. Das höchste Gremium der Deutschen in Ungarn nahm Haushalts- und Jahresbericht des Vorjahres an, und im Fokus der Diskussionen standen die Übernahme der Trägerschaft neuer Bildungsinstitutionen durch Nationalitätenselbstverwaltungen, die geplante Erneuerung des Jugendlagers „Iglauer Park“ in Waschludt und die laufende Sanierung der Deutschen Bühne Ungarn in Seksard.

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Ausgeglichene Wirtschaftsführung kennzeichnete auch 2015 die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, obzwar bedeutende Ereignisse und Investitionen auf das Vorjahr fielen. Eines dieser Angelegenheiten war, dass die LdU die Trägerschaft des Deutschen Nationalitätengymnasiums in Budapest übernahm. Die Schulübernahme sei reibungslos abgelaufen – berichtete der Vollversammlung der Vorsitzende der LdU. Otto Heinek betonte, dass die Landesselbstverwaltung im Interesse der noch effektiveren Bewirtschaftung der Bildungsinstitution ab dem nächsten Schuljahr bestimmte Schritte der Rationalisierung vorzunehmen plane. 2015 wurde auch mit der umfangreichen Renovierung der mittlerweile in das Eigentum der LdU übernommenen Immobilien der Deutschen Bühne Ungarn begonnen. Die Sanierungsarbeiten liefen unerwartet zügig – so der Vorsitzende -, für den Herbst 2016 plane die DBU schon in renoviertem Haus ihre neue Premiere „Nathan der Weise“ vorzustellen – berichtete der LdU-Chef.

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Im Sinne der Autonomie der deutschen Nationalität stimmte die Vollversammlung der Übernahme weiterer sechs Bildungsinstitutionen durch örtliche deutsche Selbstverwaltungen zu. Somit wird schon im nächsten Schuljahr die Zahl der Schulen und Kindergärten, die von deutschen Nationalitätenselbstverwaltungen getragen werden, bei über 45 liegen. „Diese Form der Trägerschaft bedeutet nicht nur eine bessere Finanzierung, sondern auch, dass die ungarndeutschen Selbstverwaltungen Verantwortung für die Erziehung der zukünftigen Generationen übernehmen“, betonte Otto Heinek.

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Geschäftsführer Peter Krein schilderte der Vollversammlung das am Iglauer Park bei Waschludt geplante Sanierungsprojekt. Laut des Leiters des sich im Bakonyer Wald befindenden Jugendlagers sei es schon seit langem fällig, die alten Holzhäuser durch neue, komfortablere zu ersetzen, den Speisesaal zu erweitern und die Parkanlage selbst zu erneuern. Zur Renovierung des Iglauer Parks – den die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und die Gemeinde Waschludt gemeinsam innehaben – stellte das Ministerium für Humanressourcen 90 Millionen Forint zur Verfügung. Die Entscheidung des Bundesministeriums des Innern über Form und Höhe seiner in Aussicht gestellten Förderung lässt leider seit zwei Monaten auf sich warten. In wenigen Tagen wird über endgültige Baupläne entschieden. Die Inhaber wollen weder Profil des Iglauer Parks – dass es nämlich in erster Linie Schulklassen und Gruppen sowie naturverbundene Wanderer beherbergt -, noch das Kapazitätsvermögen dessen ändern; Ziel ist nur, das Lager viel moderner, anspruchsvoller und komfortabler zu machen. Die Sanierungsarbeiten sollen im September beginnen und Ende 2017 beendet werden.

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Die Vollversammlung der LdU entschied auch über Fördergelder aus Deutschland. Demnach sollen mit Unterstützung des Bundesministeriums des Innern in diesem Jahr 55 ungarndeutsche Kulturgruppen aus insgesamt 30.000 Euro ausgestattet werden; mit einer Förderung im Wert von 2.810 Euro dürfen zehn Institutionen bzw. Vereine ihre überregionalen Kontakte ausbauen; und 4 weitere Nationalitätenselbstverwaltungen dürfen sich im Rahmen des Projekts „Essen auf Rädern“ einen neuen Kleinbus anschaffen.

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Auch um Gelder vom Staatshaushalt ging es bei der Sitzung. Emmerich Ritter, der Parlamentssprecher der Ungarndeutschen legte den Plan des Parlamentsausschusses der Nationalitäten bezüglich Budget für das Jahr 2017 dar: dementsprechend sollen die Zuschüsse für die Nationalitäten im Vergleich zu 2016 erhöht werden. Laut Ritter stelle es sich schon sehr bald heraus, ob die Ansprüche der Nationalitäten gebilligt werden, denn das Ungarische Parlament plane den Haushalt für das kommende Jahr noch vor der Sommerpause zu beschließen.

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