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Enthüllung der Gedenktafel am Schaumarer Bahnhof

Der Schaumarer Bahnhof war 1946 einer der bedeutenden Schauplätze der Vertreibung der Ungarndeutschen aus Nordungarn. Nicht nur aus Schaumar wurden Ungarndeutsche von diesem Bahnhof aus nach Deutschland transportiert, auch aus den umliegenden Ortschaften mussten sich hier viele von ihrer Heimat verabschieden.

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Die Deutschen Nationalitätenselbstverwaltungen sowie Gemeindeselbstverwaltungen von Schaumar, Irm, Weindorf, Hidigut und Kowatsch haben aus diesem traurigen Anlass am 23. April am Schaumarer Bahnhofsgebäude gemeinsam eine Gedenktafel anlässlich des 70. Jahrestages der Vertreibung der Deutschen aus dem Ofner Bergland aufgestellt. Wirtschaftsminister Mihály Varga sprach sein Bedauern für die vertriebenen ungarndeutschen Familien und ihre Nachkommen aus und stellte fest, dass „Ungarn damals um 200 000 Personen ärmer und weniger wurde“. Er betonte, dass sich die damaligen Geschehnisse nie wiederholen dürfen. Der parlamentarische Sprecher der Ungarndeutschen, Emmerich Ritter, erwähnte, welch einen riesigen Verlust die Vertreibung der Deutschen für Ungarn bedeutete und wie wichtig es sei, dass die ungarische Regierung den Nationalitäten ermöglicht habe, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Er bemängelte, dass die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn in den ungarischen Geschichtsbüchern immer noch zu kurz komme, jedoch blicke er optimistisch in die Zukunft. Timo Wolf, Bürgermeister der Partnergemeinde Wüstenrot, unterstrich „viel Leid, Angst, Tod und der Verlust der eigenen Heimat knüpfen sich an die Geschehnisse vor 70 Jahren.“ Als Geschenk hat Wüstenrot weiße Taschentücher mit der Aufschrift „70 Jahre Vertreibung aus Schaumar 1946 – 2016“ sticken lassen, die an die Teilnehmer verteilt wurden.

Im Anschluss enthüllten Emmerich Ritter und Mihály Varga gemeinsam die Gedenktafel und die Repräsentanten der Gemeinden Kowatsch, Irm, Hidigut, Weindorf und Schaumar hängten ihre Schleifen der Erinnerung unter die Gedenktafel. Geleitet wurde die Veranstaltung von Magdalena Marlok-Cservenyi, Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung von Schaumar. Bei der anspruchsvollen Gedenkfeier wirkten die deutschen Nationalitätenchöre aus Hidigut, Schaumar und Weindorf, der Männerchor aus Schaumar sowie die Schaumarer Musikanten mit, zum Abschluss erklang das Lied „Mein schönes Schaumar“.

Gabriella Sós

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