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„Auch in der größten Niedrigkeit verherrlicht”

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SchülerInnen und Lehrkräfte des Valeria-Koch-Schulzentrums Fünfkirchen
präsentierten die Johannespassion zum ersten Mal in der Batschka

Zwei Tage – vier Vorstellungen in der Batschka, und dann noch eine Zugabe in Fünfkirchen: Schülerinnen und Schüler, sowie Lehrkräfte des Valeria-Koch-Bildungszentrums der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen bereiteten sich und ihr Publikum in der Karwoche mit einer modernen Interpretation der Johannespassion auf Ostern vor. Die etwa halbe Stunde lange deutschsprachige, auf biblischem Text und auf der Musik von Zoltán Samu Csernák basierende Produktion wird bereits seit zehn Jahren regelmäßig inszeniert, Regie führt seit den Anfängen ungarndeutsche Schauspielerin Ildikó Frank. Herz und Seele der Initiative ist Adrienn Szigriszt, Lehrerin des Schulzentrums, die zugleich auch Mitglied der Deutschen Selbstverwaltung Fünfkirchen ist, der das Zustandekommen des Passionsspiels zu verdanken ist.

Die Leidensgeschichte Jesu von Nazareth, wie sie das Johannesevangelium erzählt, wurde seit Jahrhunderten mehrmals vertont und in verschiedenen Formen dargestellt. In der Passion werden die wohl wichtigsten Aussagen der christlichen Religion geschildert und mithilfe von Musik erläutert. Das Team aus Fünfkirchen übermittelte die Geschichte des Leidens und Sterbens Jesu nun zum ersten Mal in der Batschka – in Kirchen von Nadwar, Almasch und Baja, sowie im Ungarndeutschen Bildungszentrum Baja, und zum Schluss kam es zu einer Aufführung in der Pius-Kirche zu Fünfkirchen.

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Schülerinnen und Schüler des Valeria-Koch-Bildungszentrums gestalten seit 2009 ihr eigenes Passionsspiel. Die Vorstellung hat sich während der Jahre geformt und entwickelt: aus den anfänglichen, mit Kostümen, Requisiten und Tontechnik gestalteten Produktionen entstand nun eine – wie die Regisseurin formulierte – von allen Förmlichkeiten befreite, und ausschließlich auf den Text und die Musik konzentrierende Darbietung, deren Ausdruckskraft durch Bewegung, kleine und feine Regungen und Gesten, Töne und Geräusche unterstützt wurde.

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„Das Team ist toll und ich singe gern, deswegen war es für mich gar keine Frage, ob ich mich am Projekt ‚Johannespassion‘ auch zum vierten Mal beteilige“, meinte Blanka Ruppert, die diesmal als quasi Gastspielerin mitwirkte, weil sie das Valeria-Koch-Gymnasium bereits absolviert hat, und nun an der Universität Pécs studiert. „Ich komme aus einer katholischen Familie, die Passionsspiele in der Fastenzeit gaben mir die Möglichkeit, in mich zu kehren, für meine Sünden zu büßen, der Leiden Christi zu gedenken und zu trauern. Das alles war für mich also eine innige Vorbereitung auf Ostern und auf die Auferstehung.“

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„Jugendliche sind fähig, die Leidensgeschichte Jesu sinnlich nachzufühlen, und Lehrkräfte sind in der Lage, sie auf diesem langen Weg der Vorbereitung unterstützend zu begleiten und zu motivieren“, so Adrienn Szigriszt. „Auch diesmal war es für uns eine Freude, auf diese Art und Weise schöpferisch-produktiv tätig gewesen zu sein. Ich bin mir sicher, dass allen ‚Passionskindern‘ ein Erlebnis zu Teil geworden ist, welches sie nie vergessen werden. Hierbei sei vorrangig nicht an die Phasen des Einstudierens gedacht, sondern vor allem an die Dynamik einer Gemeinschaft, deren Mitglieder voneinander Kraft schöpfen für den Alltag. Eine halbe Stunde in Schmerz und Trauer unterzutauchen, die Sorgen des Alltags als nichtig zu empfinden ist eine Gabe, die sogar heutige Jugendliche umdenken lässt.“

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