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Online-Vortragsreihe
zur Geschichte und Volkskultur der Ungarndeutschen gestartet

Aktuell sind in Ungarn gut bearbeitete, seriöse Onlineinhalte zu ungarndeutschen Themen nur spärlich auffindbar. Es bereitet oft nicht nur für Laien, sondern gelegentlich auch für Wissenschaftler eine Schwierigkeit, zuverlässige Quellen über Ungarndeutsche im Internet ausfindig zu machen oder fragwürdige Quellen mit ungarndeutschen Inhalten auf ihre Korrektheit hin prüfen zu können. Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, unterstützt durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, startete deshalb 2021 ein großangelegtes Projekt, um derartige Informationslücken mit seriösen Inhalten über die Ungarndeutschen zu füllen, indem renommierte ungarndeutsche ForscherInnen und WissenschaftlerInnen ihre eigenen Fachgebiete und Forschungen im Rahmen einer Online-Videoreihe präsentieren, die allen Interessenten frei zugänglich ist.

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Einige Videos konzentrieren sich explizit auf häufig aufgegriffene Themenbereiche, wie etwa Geschichte oder Mundarten der Ungarndeutschen, die oft nicht korrekt dargestellt werden und bei den Bereichen häufig Mängel in den allgemeinen Kenntnissen festzustellen sind. Es sind zum Teil auch Themenkreise ausgewählt worden, die als Grundlage für beliebte Ortsprojekte dienen und gerade deswegen eine wissenschaftliche Fundierung benötigen (z.B.: Kirmesbräuche, ungarndeutsche Hochzeit, Essgewohnheiten oder Volkstrachten), zum anderen werden auch Themen behandelt, die den zahlreichen ungarndeutschen Vereinen, Musikkapellen, Chören und Tanzgruppen helfen können, authentische Programme auf die Bühne zu stellen.

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Als Basis für die Themenwahl stand bereits eine reiche Sammlung an ungarndeutschen Artikeln zur Verfügung: In der Reihe „Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen“ (Hrsg. Karl Manherz) erscheinen seit Jahrzehnten hervorragende wissenschaftliche Arbeiten zu ungarndeutschen Themen, die von Fachexperten betreut und geprüft werden. Flächendeckend für die von Ungarndeutschen bewohnten Gebiete konnten aus dieser Reihe etliche Autoren ermittelt werden, die nun schon als Gewährspersonen am LdU-Projekt zur Geschichte und Volkskultur der Ungarndeutschen beteiligt sind. Die ersten zehn Online-Vorträge des Projekts werden derzeit erstellt bzw. sind bereits fertig und beleuchten Themen aus unterschiedlichen ungarndeutschen Bereichen in deutscher Sprache: Ungarndeutsche Mundarten (Prof. Dr. Katharina Wild), Geschichte der Deutschen in Ungarn von der Staatsgründung bis zum 19. Jh. (Dr. Zsolt Vitári), Bräuche im Jahreskreis: Kirmes (Prof. Dr. Katharina Wild), Hochzeitsbräuche (Ibolya Hock-Englender), Volkstracht (Ibolya Hock-Englender), Essgewohnheiten (Maria Bászler), Politische Vertretung: Selbstverwaltungswesen, rechtlicher Hintergrund, parlamentarische Vertretung (Olivia Schubert), Geschichte der Deutschen in Ungarn vom 19. Jh. bis heute (Dr. Zsolt Vitári), Musik der Ungarndeutschen (Sándor Kaszás), Ungarndeutsche Volkstänze (Helmut Heil).

Die Projektziele der LdU sind vielfältig: Einerseits dienen die Videos der Aufklärung und Informierung aller Interessenten, mit zuverlässigen Daten und Fakten rund um das Ungarndeutschtum, andererseits bilden auch bereits vergessene Elemente der ungarndeutschen Kultur und deren Neuentdeckung in der Gegenwart einen Teil der Vorträge. Neben der Darstellung von abgelegten Traditionen werden gegebenenfalls auch Vorschläge für die Neubelebung geäußert werden. Ferner werden aus den Vorträgen entstandene Projektideen als Best Practice an das Ungarndeutsche Pädagogische und Methodische Zentrum (UMZ) weitergeleitet und vom UMZ für PädagogInnen zugänglich gemacht. Das Hauptziel ist die Anlegung einer professionellen Info-Datenbank über die Ungarndeutschen, die binnen 2-3 Jahren eine reiche Sammlung an qualitativ hochwertigen Filmen ergeben wird. Sowohl den ungarndeutschen Bildungseinrichtungen als auch den landesweit über 400 ungarndeutschen Vereinen, wie aber auch Privatpersonen aus Nah und Fern kommen diese Videos zu Gute, denn sie können vielfältig eingesetzt werden: in Volkskundestunden in den ungarndeutschen Schulen unter Trägerschaft der örtlichen deutschen Selbstverwaltungen, in den ungarndeutschen Schulen unter staatlicher Trägerschaft, pandemiebedingt von Vereinen und Selbstverwaltungen als Filmvorführung in den Begegnungsstätten, in Heimatmuseen oder Klubräumen mit anschließender Gesprächsrunde bei ungarndeutschen Heimatabenden.

Die ersten zehn, jeweils durchschnittlich in etwa 60-minütigen Filme in deutscher Sprache mit ungarischen Untertiteln wurden 2021 von dem Fünfkirchner Unternehmen PTI Communications Kft. produziert. Die Vorträge werden nach der Dreharbeit und Bearbeitung online veröffentlicht. Alle Interessenten können sie ab sofort auf dem YouTube-Kanal der LdU, auf der Homepage sowie der Facebook-Seite der LdU und auch auf der Homepage des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums (UMZ) finden.

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