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Im Fokus: Deutsche in Ungarn – Zum Gedenken an Otto Heinek

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Wissenschaftliche Publikationsreihe der LdU
startet mit anspruchsvollen Tagungsband

Im Einklang mit der Bestrebung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen mehr Möglichkeiten für die Nachwuchsförderung zu bieten, wurde im Andenken des ehemaligen LdU-Vorsitzenden Otto Heinek am 31. Mai 2022 eine Konferenz mit dem Titel „Erinnerung – Tradition – Erbe. Die deutsche Minderheit Ungarns im 20. und 21. Jahrhundert” in Kooperation der LdU und des Stiftungslehrstuhls für deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa an der Universität Pécs, im Goethe-Institut Budapest abgehalten. In zwei Sektionen – Geschichte und Linguistik – wurden im Rahmen der Veranstaltung aktuelle Forschungen und laufende Dissertationsprojekte von ungarndeutschen Nachwuchswissenschaftlern vorgestellt, die Bezug zur Geschichte, Sprache und Kultur der deutschen Minderheit in Ungarn hatten. LdU-Vollversammlungsmitglied und damalige Hauptorganisatorin der Konferenz, Dr. Beáta Márkus von der Universität Pécs, stellte damals die Veröffentlichung der Vorträge, sowie eine wissenschaftliche Publikationsreihe in Aussicht, die in Zukunft für ungarndeutsche Wissenschaftler die Möglichkeit bieten werde, ihre laufenden Projekte mit ungarndeutscher Thematik vorzustellen und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Mit dem Titel „Im Fokus: Deutsche in Ungarn – Zum Gedenken an Otto Heinek“ ist als erster Schritt der Tagungsband der Nachwuchskonferenz erschienen. Herausgeber des Bandes sind Dr. Beáta Márkus (Universität Pécs) und Dr. Ferenc Eiler (Forschungszentrum für Sozialwissenschaften der Ungarischen Akademie der Wissenschaften). Bei der Zusammenstellung des Inhalts wurde viel Wert auf Interdisziplinarität gelegt, und es war auch beabsichtigt, möglichst viele Regionen abzudecken sowie Vertreter mehrerer Universitäten einzubinden. Der Tagungsband beinhaltet auf 216 Seiten insgesamt sieben historische und zwei linguistische Beiträge sowie eine literaturwissenschaftliche Studie, alle verbindet die Gemeinsamkeit, dass Erinnerung, Tradition und Erbe der Ungarndeutschen in ihrem Fokus stehen. In ihrem Vorwort hob die Vorsitzende der LdU, Ibolya Hock-Englender, hervor, dass der Band einen Überblick über die Forschungsthemen junger Ungarndeutscher bietet „die sich ihrer Volksgruppe gegenüber verpflichtet fühlen und dies durch ihre wissenschaftliche Arbeit zum Ausdruck bringen.“

Eine breite Palette an unterschiedlichen Forschungen und Projekten mit ungarndeutschem Schwerpunkt wird im Band dargeboten. Im Bereich Geschichte bietet Csilla Tuza (Ungarisches Nationalarchiv Budapest) einen Überblick über die deutschen Zünfte und die Handwerkerindustrie in Ungarn in der Frühneuzeit. Tamás Pintér (Universität Pécs) stellt die „Deutsch-ungarische Zusammenarbeit im Schatten des letzten Türkenkrieges“ am Beispiel einer Freundschaft im 17. Jahrhundert dar. Péter Schweininger (Eötvös-Loránd-Universität Budapest) rekonstruiert mit Einbeziehung von Matrikeln und Zusammenschreibungen die Besiedlung von Saar, und deckt auch die Kommunikationsnetzwerke zwischen Gemeinden in Nordungarn auf. Beáta Márkus (Universität Pécs) bietet einen Einblick in die Ereignisse, Folgen und Rezeption von Ungarndeutschen in der Waffen-SS. Nóra Tóth-Rutsch (Universität Pécs) untersucht in ihrem Beitrag „Die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn in die Sowjetische Besatzungszone Deutschlands in den Jahren 1947–1948“. Krisztina Kaltenecker (Eötvös-Loránd-Universität Budapest) betrachtet das Schaffen einer neuen Heimat der Vertriebenen in Darmstadt als Vorbedingung der gesellschaftlichen Integration. Ferenc Eiler (Forschungszentrum für Sozialwissenschaften) untersucht in seiner Studie die Nationalitätenpolitik von Ungarn in der kommunistischen Ära am Beispiel eines ungarndeutschen Dorfes – Hartau – zwischen 1945 und 1990.

Im Bereich der Literaturwissenschaft behandelt Helmut Hermann Bechtel (Universität Pécs) in seinem Beitrag die biblische Überlieferung in der deutschsprachigen Literatur unter besonderer Berücksichtigung der zeitgenössischen Minderheitenliteraturen in Südosteuropa.

Im Bereich Linguistik stellt Viktória Nagy (Eötvös-Loránd-Universität Budapest) die sprachlichen Kompetenzmessungen in den deutschen Nationalitätenschulen in den Mittelpunkt und abschließend schreibt István Szívós (Eötvös-Loránd-Universität Budapest) in seinem Beitrag über die Konzeption einer Analyse zur Untersuchung der Identität der Ungarndeutschen.

Der Band ist nicht nur für Wissenschaftler und Forscher diverser Forschungsbereiche im In- und Ausland bestens zu empfehlen, sondern kann auch durchaus allen Interessenten zusagen, die sich zwar nicht professionell, sondern privat für Themen rund um die Ungarndeutschen interessieren. Besonders bemerkenswert ist hierbei auch die Tatsache, dass eine Vielzahl der im Band präsentierten Forschungsprojekte in Zukunft weitergeführt wird, sodass der aktuelle Tagungsband bereits jetzt als eine hervorragende Informationsquelle zu betrachten ist.

Gabriella Sós

Beáta Márkus – Ferenc Eiler (Hrsg.): Im Fokus: Deutsche in Ungarn – Zum Gedenken an Otto Heinek, 2023, 216 S., Softcover
Druck: Kontraszt Nyomda, Pécs
Sprache: Deutsch
ISBN 978-615-01-6990-3

Die Konferenz und der Konferenzband wurde vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) gefördert.

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