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Finissage der Ausstellung „In Bewegung“ in Berlin

Der Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) präsentierte die Gemeinschaftsausstellung „In Bewegung“ im Collegium Hungaricum Berlin (CHB). Der Titel dieser Werkschau weist auf einen fortlaufenden Prozess hin, die Werkauswahl war abgestimmt auf das Budapest-Jubiläum, denn die ungarische Hauptstadt feierte gerade ihren 150. Geburtstag der Vereinigung der einzelnen Städte, bzw. Stadtteile Pesth, Ofen und Altofen, damit wurde in den Kunstwerken auch der urbane Raum sichtbar.

Das verbindende und bestimmende Element dieser Künstlergesellschaft, des Verbandes ungarndeutscher Autoren und Künstler, sei die Abstammung, die Bekenntnis zur deutschen Identität. Dies betonte in seinem Grußwort Bernard Gaida, Vizevorsitzender der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM), bei der Finissage der Ausstellung am 13. November. Natalie Pawlik, Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten sprach über die Wichtigkeit des Brückenschlags zwischen Minderheiten und Mehrheitsbevölkerung in allen Bereichen des Lebens, Bildung und Kultur seien wichtige Elemente der gegenseitigen Bereicherung. Márta Nagy, Direktorin des CHB sprach über die Entstehung und Geschichte von Collegium Hungaricum Berlin und wies auf die reiche Bauhaus-Tradition hin. Die Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU), Ibolya Hock-Englender, führte in die Geschichte und Entstehung des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler ein, und sprach über die identitätsstiftende Rolle der ungarndeutschen Literatur und Kunst.

Ein besonderer Ehrengast des Abends war der in Berlin lebende bildende Künstler Antal Lux. 1956 beteiligte er sich an der ungarischen Revolution, wofür er mehrfach ausgezeichnet wurde, und flüchtete anschließend nach Deutschland. Nach einem Aufenthalt in Stuttgart ist er nun seit über Jahrzehnte in der Berliner Künstlerszene etabliert, hat jedoch seine Kontakte zu Ungarn auch nie aufgegeben.

Die 2. Vorsitzende des VUdAK, Angela Korb, führte die Gäste der Finissage – größtenteils die Gruppe der AGDM-Mitglieder – durch die einzelnen Werke der Ausstellung, unterbrochen durch literarische Texte von ungarndeutschen Autoren. Sie verwies auf die Mehrstimmigkeit und Diversität in der künstlerischen Ausdrucksweise der einzelnen ausstellenden Künstler, auf die Vielfalt der Techniken, der Materialien, der Sicht- und Denkweisen sowie auf die Unterschiede der einzelnen Künstlerpersönlichkeiten.

Robert Beckers Gedicht „Gemälde“ zitierend Pinselstriche / tragen Ähren / untergehender / Sonnen // Zeit ruht / an Farben / getrocknet. // wollte die Ausstellung „In Bewegung“ etwas Starrem entgegensteuern, hatte das Ziel einen Einblick in das Schaffen der ungarndeutschen Kunst- und Künstlerszene zu geben.

Finissagen sind Feste der Begegnungen: Betrachtungen, Gespräche, prägende Eindrücke, künstlerische Sichtweisen, die einem in Erinnerung bleiben.

Dank der Bemühungen des Kurators Ákos Matzon und des 1. Vorsitzenden des Verbandes Johann Schuth sowie der Arbeit des Teams des Collegium Hungaricum Berlin präsentierte sich VUdAK erneut erfolgreich auf der internationalen Bühne. Hierbei geht es nicht ausschließlich um die Bekanntmachung von VUdAK, sondern auch um die Präsenz, des Zeichen-Setzens und der Bewegung im Hier und Jetzt.

AK

Foto: Barbara Antal/Collegium Hungaricum Berlin

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