HauptnachrichtDas Album der Branauer Musikanten ist nun online!

Das Album der Branauer Musikanten ist nun online!

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2023 wurden im Rahmen des Projekts „Ungarndeutsche Musik – Online“, gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI), fünf Musikstücke der Branauer Musikanten im Studio aufgenommen. Die Nachbearbeitung hat sich etwas in die Länge gezogen, aber nun können wir ihr Album „Branauer Musi“ in den Händen halten – besser gesagt: auf den meisten Musikstreaming-Plattformen finden und jederzeit und überall anhören. Ein Gespräch darüber führte Projektverantwortlicher Károly Radóczy mit dem Kapellmeister János Hahn.

KR: Mit welchem Ziel wurde die Kapelle gegründet? Was macht diese Formation besonders?
JH: Die Kapelle setzt sich aus Mitgliedern mehrerer Ortschaften zusammen. Ursprünglich schlossen sich die Leiter der Blaskapellen aus Wemend, Boschok, Schomberg und Bawaz zusammen. Sie wurden durch weitere Musiker ergänzt, um einen authentischen ungarndeutschen Klang mit möglichst wenigen Musikern zu erreichen. Der Grundgedanke war, dass die Kapelle in einen neunsitzigen Kleinbus passt und so gemeinsam und kostengünstig zu den Auftritten reisen kann. Es waren also neun Personen – daher habe ich alle Stücke für neun Stimmen arrangiert. Inzwischen sind wir mehr geworden, aber die neunstimmige Besetzung ist geblieben.

KR: Welche Werke stehen auf dem Repertoire?
JH: Ich sammle seit Jahren die alten Noten der Blaskapellen aus der Region. Es handelt sich dabei teilweise um vergessene Stücke, die heute kaum noch gespielt oder gehört werden – einige wurden sogar auf Dachböden alter Häuser gefunden. Viele davon wurden von den Kapellmeistern selbst komponiert. In Wemend haben wir für diese Noten eine Sammlung eingerichtet, die bisher jedoch nur teilweise aufgearbeitet werden konnte. Ich bin überzeugt, dass auch unsere Enkelkinder dort noch Neues entdecken werden – so umfangreich ist das Material. Unser Ziel ist es, diese musikalischen Raritäten zu bewahren, viele davon in unser Repertoire aufzunehmen und wieder bekannt zu machen. Es handelt sich um echte ungarndeutsche Musikstücke, die heute fast schon eine Kuriosität darstellen. Denn viele Kapellen spielen mittlerweile auch populäre Volksmusik aus anderen Ländern – einfach, weil das Publikum diese kennt. Doch gerade dadurch können wir zeigen, was wirklich unsere eigene Musik ist.

KR: Welche Stücke habt ihr für die Aufnahme ausgewählt und warum gerade diese?
JH: Fröhliche Morgenstund‘ Marsch: Dieses Stück wurde von Stefan Hornung, einem Akkordeonlehrer aus Petschwar, komponiert. Vor einiger Zeit haben wir von der Petschwarer Blaskapelle mehrere Stücke erhalten, die aus seiner Feder stammen. Dieses hier hat uns besonders gefallen – deshalb wurde es auch aufgenommen.
Die lustige Braut Walzer: Dieses Stück habe ich aus dem Nachlass von Konrad Freitag aus Haschad ausgewählt. Den Komponisten kennen wir hier nicht, aber es ist ein sehr schönes, melodisches Lied.
37. Polka: Dieses Stück wurde von Josef Aubert aus Sawer komponiert. Als er in Rente ging, sagte er einmal zu seinem Sohn, dass er ihm 100 Polkas komponieren werde. Davon wurden etwa 78 tatsächlich fertig, und wir haben die Polka Nr. 37 ausgewählt, weil sie sehr unserem Geschmack entspricht.
Lebensfreude Walzer: Die Noten habe ich von der alten Boschoker Blaskapelle bekommen und durfte damals auch noch mit ihnen spielen. Den Komponisten konnte damals niemand nennen, aber sie spielten das Stück gern. Leider lebt heute niemand mehr von dieser Blaskapelle, doch damals waren wir in Wemend neidisch darauf, was für eine gute Kapelle das Nachbardorf hat.
Rote Bäckle Polka: Dieses Stück habe ich von Miklós Hazenauer, dem ehemaligen Leiter der Kapelle in Gereschlak, erhalten. Er erzählte, dass es ein typisches Lied aus der Umgebung von Gereschlak und Nimmesch sei. Den Komponisten kennen wir hier ebenfalls nicht.

KR: Wie war es im Tonstudio? Erzähle ein bisschen über eure Erfahrungen!
JH: Es war ein tolles Erlebnis, wir verbrachten zwei Tage im Studio. Es war für uns wie ein Teambuilding. Danach haben wir uns Gedanken darüber gemacht, welche Methode besser ist: eine Blaskapelle Stimme für Stimme getrennt aufzunehmen oder alle gleichzeitig spielen zu lassen. Wir hatten die Möglichkeit, getrennt aufzunehmen, und dadurch dauerte die Nachbearbeitung wahrscheinlich viel länger. Denn eigentlich stellten wir uns eher einen Klang vor, der dem Live-Sound näherkommt, bei dem alle Musiker zusammen spielen und atmen. Deshalb fiel es uns schwer, die endgültige Version der Aufnahmen zu akzeptieren. Jetzt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, aber beim nächsten Mal würde ich wahrscheinlich gerne auch die andere Methode ausprobieren. Allerdings muss man dabei sehr präzise zusammenspielen können, ohne Fehler.

KR: Welche Tipps würdest du einer ähnlich großen Band für eine solche Aufnahme geben?
JH: Die Musiker sollten zuerst entscheiden, welche Aufnahmemethode am besten zu ihnen passt. Dementsprechend können sie die Aufnahme organisieren und sich gezielt darauf vorbereiten. Natürlich muss man sich bei beiden Methoden die Zeit nehmen, passende Musikstücke auszuwählen und alles so einzuüben, dass das Zusammenspiel präzise, fehlerfrei und wirklich abgestimmt ist. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat man deutlich bessere Chancen auf ein gelungenes Ergebnis.

KR: Wem empfiehlst du dieses Album?
JH: Ich empfehle unser Album allen, die auf der Suche nach authentischer, selten gespielter ungarndeutscher Blasmusik sind. Ich hoffe, dass viele diese Musik für sich entdecken – und dass vielleicht auch einige Kapellen Lust bekommen, sie wieder zu spielen. So können wir diese musikalischen Schätze lebendig halten.

Die an der Aufnahme mitwirkenden Musiker:
Klarinette Es/B: Balázs Ormándi, László Ormándi
Flügelhorn 1: Szabolcs Szemerédi, Dr. Krisztián Fazekas
Flügelhorn 2: Zsanett Blum, Márton Hahn
Tenorhorn/Bariton: Ferenc Mahr, Attila Jakab
Bass-Trompete/Trompete: János Hahn, Gábor Müller
Tuba: Soma Pichler

Einige Links zu dem Album:

Das Projekt wurde vom Bundesministerium des Innern und für Heimat gefördert.

Wenn Ihre Kapelle auch eine Studioaufnahme hat und sie auch online veröffentlichen möchte, kontaktieren Sie die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen unter radoczykaroly@ldu.hu.  Die LdU hilft Ihnen gerne weiter.

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