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Ungarndeutsches Handwerk

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Dieser reich illustrierte, von Karl Manherz herausgegebene einzigartige Band gewährt einen faszinierenden Einblick in das handwerkliche Erbe der Ungarndeutschen, wobei er auf zwei scheinbar unterschiedliche, doch eng miteinander verbundene Bereiche fokussiert: die bemalten Bauernmöbel von Hartau und die Töpferei in Nadasch und Altglashütte.

Marietta Boross: Bemalte Bauernmöbel von Hartau/Harta

In den letzten Jahrzehnten rückte die bäuerliche Volkskunst zunehmend ins Blickfeld, insbesondere die farbenfrohen, handbemalten Bauernmöbel wecken großes Interesse. Hartau galt dabei als eines der bedeutendsten Möbelherstellungszentren der Ungarndeutschen: Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Zweiten Weltkrieg waren hier über 40 Tischler und Möbelmaler tätig. Die charakteristischen „Gaulkopf“-Betten, -Truhen und -Schränke schmückten nicht nur die örtlichen Haushalte, sondern waren auch in umliegenden Dörfern sehr gefragt.

Die kunstvoll gestalteten Möbelstücke gerieten infolge gesellschaftlicher und kultureller Umbrüche nach dem Krieg zunehmend in Vergessenheit: Viele Stücke wurden zu Spottpreisen verkauft, einige sogar als Brennholz oder Baumaterial für Ställe und Käfige zweckentfremdet.

Die Studie lenkt die Aufmerksamkeit auch auf Sammler und Museumsexperten, denen es zu verdanken ist, dass zahlreiche dieser Objekte für die Nachwelt erhalten bleiben konnten. Der Wunsch vieler ausgewanderter Hartauer, ein Stück ihrer Heimat zu bewahren sowie das wachsende ethnografische Interesse trugen dazu bei, dass diese Möbel heute europaweit als wertvolle Kulturgüter anerkannt sind.

Maria Imre: Töpferei in Nadasch/Mecseknádasd und Altglashütten/Óbánya 

Der zweite Teil des Buches widmet sich einem weniger bekannten, doch äußerst reichen Töpferzentrum. In Nadasch und Altglashütte stellten Töpfer über Generationen hinweg vor allem Koch- und Vorratsgefäße her. Stilistische und technische Entwicklungen lassen sich jedoch bis hin zu dekorativen Stücken nachvollziehen. Die Studie umfasst die Untersuchung von mehreren hundert Objekten, Werkstatteinrichtungen und Archivalien, wobei der Fokus auf dem Zeitraum vom 18. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg liegt.

Spannende Fragen werden dabei aufgeworfen: Wurde das Töpferhandwerk erst durch die Ansiedlung deutscher Kolonisten wiederbelebt oder bestand bereits zuvor eine lokale Tradition? Die Autorin beleuchtet auch die Wechselwirkungen zwischen den Werkstätten der Region und die, wenn auch schwer rekonstruierbare, Verbindung zur berühmten Zsolnay-Manufaktur.

Durch die bemalten Möbel aus Hartau und die Töpferei aus der Region Nadasch vermittelt dieses Werk weit mehr als bloß Objektgeschichten: Es eröffnet einen Zugang zu Kultur, Identität und dem Alltagsleben vergangener Zeiten. Dies ist ein wertvolles Buch für Sammler, Volkskundler und diejenigen, die sich für Ortsgeschichte interessieren, aber auch für jene, die sich für das Zusammenspiel von Handwerk und Tradition begeistern.

Ungarndeutsches Handwerk.
Marietta Boross: Bemalte Bauernmöbel von Hartau/Harta, Maria Imre: Töpferei in Nadasch/Mecseknádasd und Altglashütten/Óbánya
Budapest: Budapest: Tankönyvkiadó 1982

295 Seiten

Sprache: Deutsch

Die empfohlenen Bücher sind in der Sammlung der Ungarndeutschen Bibliothek – wenn nichts weiteres Angegeben – nur zur Leihe zugänglich.Weitere Informationen: info@bibliothek.hu
Webseite: www.bibliothek.hu

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