HauptnachrichtFreundschaften, Erlebnisse, neue Welten

Freundschaften, Erlebnisse, neue Welten

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie einen Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Drei Länder, zwei Austauschprogramme und kulturelle Vielfalt
am Valeria-Koch-Bildungszentrum

„Ich kam als Fremde – und kehrte als Mitglied einer neuen Familie zurück.“ Mit diesem Satz fasste eine Münchner Schülerin jene Woche zusammen, die sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern des Valeria-Koch-Bildungszentrums in Fünfkirchen verbrachte. Dieses Zitat bringt treffend all das zum Ausdruck, was die beiden Austauschprogramme prägte, die im Oktober 2025 mit Gästen aus Polen und Deutschland am Bildungszentrum stattfanden: Offenheit, Akzeptanz und die Kraft gemeinsamer Erlebnisse. Zwei Austauschgruppen waren zu Gast in Fünfkirchen – aus den polnischen Städten Oppeln und Raschau sowie aus München. Beide Projekte bauten echte kulturelle und menschliche Brücken zwischen den Teilnehmenden.

Kulturelle Vielfalt in der Branau – Schüleraustausch mit der Montessori-Schule München

Aus der Münchner Montessori-Schule reisten 18 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte nach Fünfkirchen, wo sie von den Achtklässlern des Valeria-Koch-Bildungszentrums herzlich empfangen wurden. Unter dem Motto „Kulturelle Vielfalt in der Branau“ bot das Programm am Vormittag Einblicke in den Alltag einer ungarndeutschen Bildungseinrichtung – mit Unterrichtsbesuchen und gemeinsamen Projektarbeiten. Nachmittags standen abwechslungsreiche Ausflüge auf dem Programm: Die Gastgeber führten ihre Gäste nach Sawer, in ein einzigartig gestaltetes interaktives ungarndeutsches Heimatmuseum, sowie nach Mohatsch, wo sie in dem Buscho-Hof Masken bastelten. Bei einer spannenden Stadtrallye erkundeten deutsch-ungarische Vierergruppen das Zentrum von Fünfkirchen. Der kreative Höhepunkt war ein gemeinsames Kunstprojekt im Vasarely-Museum – die daraus entstandenen T-Shirts wurden zu persönlichen Erinnerungsstücken. Neben den organisierten Programmpunkten blieb genügend Zeit für gemeinsame Freizeitaktivitäten: Die Jugendlichen besuchten den Mecsextrém Park, die Burg und das Bad in Siklós, trieben Sport, gingen einkaufen, unterhielten sich – und lachten viel miteinander. Beim Abschiedsabend präsentierten die Schülerpaare ihre Erlebnisse in gemeinsamen Präsentationen, bevor Tanzhaus und Party die ereignisreiche Woche abrundeten.

Die Rückmeldungen der Münchner Schülerinnen und Schüler sprechen für sich: „Am Anfang war alles fremd – aber am Ende wollte niemand mehr nach Hause“, sagte einer von ihnen. Ein anderer hob hervor, dass er gelernt habe, über sich hinauszuwachsen; für eine weitere Teilnehmerin war die Woche ausreichend, um neue Freundschaften zu schließen und unvergessliche Erinnerungen zu sammeln.

Polnische Gäste in Fünfkirchen – gemeinsames Lernen, Traditionen und Spiel

Neben dem Münchner Austausch empfing das Schulzentrum auch Schülerinnen und Schüler aus Polen: Die Siebtklässler aus Fünfkirchen begrüßten 18 Gäste aus Raschau und Oppeln – zwei schlesische Ortschaften mit einer starken deutschen Minderheit. In beiden Siedlungen  betreibt der Verein Pro Liberis Silesiae zweisprachige Montessori-Grundschulen, die 2009 bzw. 2014 gegründet wurden – mit einer ähnlichen pädagogischen Ausrichtung wie die Münchner Partnerschule. Beide Bildungseinrichtungen – sowohl die polnischen Schulen als auch das Valeria-Koch-Bildungszentrum – verfolgen das Ziel, die deutsche Sprache auf hohem Niveau zu vermitteln und die deutsche Minderheitenkultur lebendig zu halten. Das Fundament für diese Arbeit wird bereits in den eigenen Kindergärten gelegt.

Während der vier Austauschtage lernten die polnischen Schülerinnen und Schüler Fünfkirchen, die Schule und die ungarische und ungarndeutsche Kultur durch vielfältige Programme kennen. Eine Stadtrallye half ihnen, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden, und sie nahmen an deutschsprachigen Biologie-, Geschichts- und Mathematikstunden teil. Am Nachmittag unternahm die Gruppe Wanderungen zum Fernsehturm und nach Nadasch, wo sie den ungarndeutschen Lehrpfad und die Keramikwerkstatt Gradwohl besuchte. Beim gemeinsamen Kochen und Backen entstanden gefüllte Krautwickel und Salzkipfeln, außerdem nahmen die Jugendlichen an einem Theaterworkshop teil. Am Abschlusstag bildeten ein traditionelles Erntedankfest, eine von der Schülervertretung organisierte „Bauernolympiade“ und ein fröhliches Oktoberfest den krönenden Abschluss der gemeinsamen Tage.

„Schüleraustausch ist eine der besten Formen des Lernens“

Agnes Pesti-Amrein, Hauptdirektorin des Valeria-Koch-Bildungszentrums, betonte im Zusammenhang mit beiden Projekten den großen pädagogischen Wert solcher Erlebnisse: „Schüleraustausch ist eine der besten Formen des Lernens. Die Kinder üben nicht nur die Sprache, sondern erfahren auch, was es bedeutet, selbstständig zu sein, offen zu bleiben und andere Kulturen durch Gleichaltrige kennenzulernen. Die dabei entstehenden Freundschaften stärken das gegenseitige Verständnis zwischen den Kulturen – Brücken, die verbinden und neue Beziehungen entstehen lassen.“

Ergebnisse des 2. Landesfinales des ungarndeutschen Gesangswettbewerbs

Heute wurde das zweite Landesfinale des Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.

Kunst und Handwerk im Fokus

Die Wanderausstellung mit den Finalisten des Vorjahres vom ungarndeutschen Online-Fotowettbewerb Blickpunkt war in der Karwoche in Bohl zu sehen.

Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet.

Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.