NachrichtenUnser Erbe, das in der Sprache des Tanzes zum Leben erwacht

Unser Erbe, das in der Sprache des Tanzes zum Leben erwacht

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Momente des 11. Ungarndeutschen Volkstanzfestivals

Es war ein herzerwärmendes Gefühl zu sehen, wie die Momente des Alltags unserer Vorfahren, die Meilensteine ihres Lebens, auf der Bühne des Volkstanzfestivals des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen (Landesrat) in Seksard durch Musik und Tanz zum Leben erweckt wurden.

Der Respekt der Tänzer vor ihren Vorfahren, ihr selbstbewusstes, freudiges Ausleben ihrer Identität und das Ergebnis monatelanger, anspruchsvoller, professioneller Arbeit spiegelten sich in den Darbietungen wider.

Anna Farkas, Vorsitzende der Seksarder Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung, betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass die Tänzer mit ihren Auftritten beweisen würden, dass ihr tänzerisches Erbe keine vergessene Vergangenheit, sondern die Realität der Gegenwart ist.

Wie auch Landesrat-Vorsitzender László Kreisz hervorhob, sei es schon beim Betreten der Bühne eine Freude gewesen zu sehen, mit welcher Demut und Spannung, gemischt mit Disziplin, sie sich auf das Festival vorbereitet hatten. Daraus werde deutlich, dass sie ihre Mission, die Pflege des Erbes ihrer Vorfahren, ernst nehmen. Mit ihren Tänzen, die aus lokalen Sammlungen stammen, heben sie den Schatz, dessen Bewahrung unsere gemeinsame Verantwortung ist, aus der Vergangenheit in den Alltag.

Bei der Bewahrung der Traditionen haben die Tänzer die komplexeste Aufgabe. Im Bereich Gesang, Musik und Tanz müssen sie ihre Botschaft unter Berücksichtigung zahlreicher Aspekte gestalten. Aus diesem Grund unterstützt die Tanzsektion des Landesrats ihre Vorbereitung kontinuierlich mit Fortbildungen, bei denen renommierte Experten aus verwandten Bereichen sie mit fachlichen Ratschlägen versorgen.

Die Organisatoren luden auch einige von ihnen in die diesjährige Jury ein, namentlich György Ágfalvi (Choreograf, Tanzleiter des Ungarischen Staatlichen olksensembles), Sandra Titanilla Fuchs (Leiterin der Lochberg-Tanzgruppe in Schambek, Volkskundlerin und Expertin für Trachten), Sándor Kaszás (Vorsitzender der Kapellensektion des Landesrats, Landeskapellmeister). Ilona Huszák, Choreografin, ehemalige Büroleiterin des Landesrats) sowie Attila Székely (Techniker des Landesratsarchivs).

Die Jury würdigte die Leistungen in mehreren Kategorien mit Sonderpreisen und dem in diesem Jahr neu aufgelegten Festivalpreis „Goldener Kranz”.

Wie Julianna Szabó, Vorsitzende der Tanzsektion, erklärte, würden im Grunde alle an den Qualifikationswettbewerben teilnehmen, um die Qualifikation Gold zu erreichen. Allerdings würden weder die Qualifikation Silber noch Bronze eine weniger gute Leistung bedeuten. Vor allem, weil die Tanzgruppen, die zum Festival eingeladen wurden, unabhängig von ihrer Qualifikationsstufe in irgendeiner Weise herausragend sind, sodass sie auch ohne Auszeichnung stolz auf sich sein können und ihre Leistung Anerkennung verdient.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Festivalpreis, der 2006 vom Landesrat als Anerkennung für herausragende Leistungen ins Leben gerufen wurde. Sie ist eine Bronzeskulptur des aus Bohl stammenden Bildhauers Ferenc Trischler, und stellt ein tanzendes Mädchen mit einem goldenen Brautkranz dar.

Der spannendste Moment des Volkstanzfestivals ist immer die Bekanntgabe des Gewinners dieses Festivalpreises, denn dieser Verein darf bis zum nächsten Volkstanzfestival, also drei Jahre lang, die Bronzeskulptur als Anerkennung für seine herausragenden Leistungen beherbergen. Wenn eine Tanzgruppe den Preis bei drei aufeinanderfolgenden Festivals gewinnt, wird sie zum ewigen Besitzer dieser Bronzeplastik, worauf bisher nur ein einziger Verein, die Wemender Tanzgruppe, stolz sein kann.

Sehen wir nun, wer mit welchen Preisen dieses Jahr vom Volkstanzfestival heimkehren durfte:

Festivalpreis „Goldener Kranz”: Ungarndeutsche Tanzgruppe Kier
Kategorie Bühnentanz: Ungarndeutsche Tanzgruppe Pußtawam
Kategorie Jugendtanzgruppe: Saarer Tanzgruppe
Kategorie Mehrgenerationen-Tanzgruppe: Wemender Tanzgruppe
Kategorie Traditionelle Bühnenszene: Nadwarer Ungarndeutsche Traditionspflegende Volkstanzgruppe
Kategorie Solotanz: Saarer Tanzgruppe – Johanna Stock und Szabolcs Stock
Kategorie Musikauswahl: Ungarndeutsche Tanzgruppe Kier und Saarer Tanzgruppe
Kategorie Kapellenbegleitung: Kleinturwaller Musikanten
Kategorie Herausragende Trachten: Ungarndeutsche Tanzgruppe Pußtawam und Wemender Tanzgruppe
Kategorie Tanzauswahl: Ungarndeutsches Folkloreensemble Nadasch
Preis für Choreografen: Mihály Mausz
Preis für junge Choreografen: Viktória Varga und Szabolcs Stock

Die Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit folgender Persönlichkeiten bereichert: László Kreisz, Vorsitzender des Landesrats, Julianna Szabó, Vorsitzende der Tanzsektion des Landesrats und gleichzeitig Vorsitzende der Jury, Andreas Zwick, stellvertretender Vorsitzender der Tanzsektion des Landesrats, Gábor Agárdi, stellvertretender Vorsitzender  der Tanzsektion des Landesrats, sowie Viktória Varga, stellvertretende Vorsitzende der Jugendsektion des Landesrats. 

Wie dieses Festival gezeigt hat, ist Musik, Gesang und Tanz eine gemeinsame Sprache, die jeder versteht. Das Erbe des Singens, Musizierens und Tanzens verbindet uns emotional und wird so zu unserer Gegenwart. Die Tänzer leben ihre Identität aktiv aus, ihre gemeinsame Vorbereitung stärkt ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und die Verbindung zwischen den Generationen. 

László Kreisz bekräftigte in seinen Schlussworten, dass die Tänzer sicher sein können, dass die Gruppen, die sich mit ihrer Kreativität auf den Weg der Entwicklung begeben, vom Landesrat jede Unterstützung erhalten. Bis dahin wünsche er sich, dass sie ihre Traditionen in ihrem Alltag leben, denn sie selbst sind die wichtigsten Bausteine und Weitervermittler all dessen. 

Julianna Szabó und László Kreisz

Wir danken der Fachjury für ihre hilfreichen Ratschlägen und den talentierten Choreografen und engagierten Tänzern für das begeisternde Erlebnis. Wir hoffen, dass wir sie bald wieder bei Veranstaltungen und Fachfortbildungen des Landesrats begrüßen dürfen. 

Die Veranstaltung wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI), die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und die ungarische Regierung gefördert.

LandesratForum

Foto: Attila Székely

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