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Ein Fachvortrag unterstützte die Eltern der Schüler des Valeria-Koch-Bildungszentrums dabei, eine gesunde Mediennutzung zu fördern
Bildschirme, Kurzvideos, künstliche Intelligenz – die digitale Welt ist längst Teil des Alltags in den Kinderzimmern geworden, und Eltern sehen sich täglich mit neuen Fragen konfrontiert. Als Reaktion auf diese und ähnliche Herausforderungen hat das Valeria-Koch-Bildungszentrum in Fünfkirchen seine Vortragsreihe für Eltern neu gestartet. Ziel des Programms „Elternabend“ ist es, verlässliche fachliche Unterstützung, praktische Orientierung und Raum für gemeinsames Nachdenken über alltägliche Erziehungsfragen zu bieten. Die Themenwahl und Organisation wurden von der Schulpsychologin sowie der Sozialpädagogin der Einrichtung fachlich begleitet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 18. Februar stand die digitale Umwelt, die Kinder heute umgibt: In ihrem Vortrag „Digitale Welt – digitale Kinder“ stellte Dr. Beatrix Lábadi die Auswirkungen, Risiken und Chancen moderner Technologien vor und gab den Eltern zugleich praktische Hilfestellungen.
Das große Interesse zeigte, wie sehr das Thema viele Familien im Alltag betrifft. Die Psychologin und Universitätsdozentin eröffnete ihren Beitrag mit einem Überblick über internationale Empfehlungen zur digitalen Mediennutzung von Kindern. Sie betonte, dass Fachleute Bildschirmnutzung bis zum Alter von eineinhalb Jahren grundsätzlich nicht empfehlen und dass es nach bestimmten Auffassungen sinnvoll ist, ab dem sechsten Lebensjahr einen familiären Mediennutzungsplan zu erstellen. Zugleich hob sie hervor, dass nicht allein die Dauer der Bildschirmzeit entscheidend ist, sondern auch, inwieweit sie durch ausreichend Schlaf, Bewegung und persönliche soziale Kontakte ausgeglichen wird.
Der Vortrag ging auch auf das fachliche Empfehlungspaket des Bethesda-Kinderkrankenhauses mit dem Titel „Gib deinem Kind die Chance auf eine echte Kindheit“ ein, an dessen Ausarbeitung 40–50 ungarische Fachorganisationen beteiligt waren – ebenso wie die Referentin selbst. Das Dokument formuliert wichtige Leitlinien, die als Grundlage für familiengerechte und realistische Lösungen dienen können.
Die Expertin machte zudem auf aktuelle Trends aufmerksam: Während Kinder früher den Großteil ihrer Bildschirmzeit mit Filmen verbrachten, dominiert heute der Konsum wenige Sekunden langer Kurzvideos, der sich ungünstig auf das sich entwickelnde Nervensystem auswirken kann. Nachdenklich stimmte auch die Zahl, dass bereits 39 % der Fünf- bis Achtjährigen Apps auf Basis künstlicher Intelligenz nutzen – vor allem zur Lösung von Hausaufgaben. Ergebnisse einer Untersuchung in Südtransdanubien zeigen außerdem, dass in manchen Familien Fernseher oder Tablets sogar beim Einschlafen eingesetzt werden und viele Eltern der Ansicht sind, digitale Geräte würden Kinder beruhigen, unterhalten oder sogar fördern. Hervorgehoben wurde daher die entscheidende Bedeutung der Qualität der konsumierten Inhalte. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass übermäßige oder ungeeignete Mediennutzung die sprachliche und kommunikative Entwicklung, kognitive Fähigkeiten sowie soziale und emotionale Beziehungen beeinflussen kann.
„Mit unserer Vortragsreihe möchten wir die Mission stärken, dass Schule nicht nur als Bildungseinrichtung wirkt, sondern Familien auch als unterstützender Gemeinschaftsraum dient“, betonte Schulleiterin Agnes Amrein-Pesti. „Ziel des Programms ist es, Eltern verlässliche Informationen zu vermitteln, sie in Erziehungsfragen zu bestärken und einen Dialog über jene Herausforderungen anzustoßen, die den Alltag heutiger Kinder prägen. Die Initiative steht für die Überzeugung, dass die harmonische Entwicklung von Kindern auf der Partnerschaft zwischen Schule und Familie beruht. Die Veranstaltungen des „Elternabends“ wollen hierfür Orientierung geben – durch gemeinsames Nachdenken, gegenseitige Unterstützung und im Interesse der Kinder.“



