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Über Grenzen hinweg – durch Bildung verbunden

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Vom 1. bis 4. Oktober 2026 begab sich eine 18-köpfige Gruppe von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften aus Klausenburg/Kolozsvár (Rumänien) auf eine besondere Studienreise nach Fünfkirchen/Pécs und in die umliegenden ungarndeutschen Ortschaften. Die Reise fand als Gegenbesuch zum Besuch ungarndeutscher PädagogInnen in Rumänien im Jahr 2025 statt und bot eine wertvolle Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Verbindungen zu knüpfen und die Bildungslandschaft sowie das kulturelle Leben der deutschen Nationalität in Ungarn näher kennenzulernen.

Die Gruppe setzte sich aus Lehrkräften des George-Coșbuc-Kollegs, pädagogischen Fachkräften aus dem deutschsprachigen Kindergartenbereich sowie einer Vertreterin der Babeș-Bolyai-Universität in Klausenburg zusammen. Was uns während dieser Tage besonders beeindruckte, waren nicht nur die vielfältigen Einblicke in die Bildungsarbeit der Ungarndeutschen, sondern vor allem das große Engagement, die Offenheit und die Herzlichkeit der Menschen, denen wir begegneten. Die Gespräche und Begegnungen im Lenau Haus in Fünfkirchen ermöglichten uns, die Arbeit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, der Deutschen Selbstverwaltung in Fünfkirchen, des Lenau Vereins, des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums (UMZ), der Universität Pécs (PTE) sowie des Vereins für Ungarndeutsche Kinder (VUK) näher kennenzulernen. Besonders beeindruckend waren die Professionalität und die Begeisterung, mit denen sich die VertreterInnen dieser Einrichtungen für die Bewahrung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache, Kultur und Bildung einsetzen.

Wie lebendig diese Arbeit im Alltag gestaltet wird, konnten wir bei unseren Besuchen in den ungarndeutschen Bildungseinrichtungen erleben. In Nadasch/Mecseknádasd begrüßten uns die Kinder des Schlossgarten-Kindergartens mit einer liebevoll vorbereiteten Erntedankfeier. Bei der anschließenden Schulbesichtigung und einer Unterrichtshospitation erhielten wir wertvolle Einblicke in die pädagogische Praxis. Der herzliche Empfang durch die Bürgermeisterin, den Vizebürgermeister, der zugleich der Vorsitzende der örtlichen deutschen Nationalitätenselbstverwaltung ist, zeigte uns zugleich, wie eng Bildung, Kultur und Gemeinschaft miteinander verbunden sind. Eine eindrucksvolle Führung entlang des ungarndeutschen Lehrpfades eröffnete uns weitere Perspektiven auf die Geschichte und das kulturelle Erbe der Ortschaft. Auch die Buchvorstellung zum kritischen und demokratischen Denken am Evangelischen Petőfi-Sándor-Gymnasium in Bonnhard/Bonyhád bot Raum für inspirierende Gespräche und neue Ideen im Austausch mit Deutschlehrkräften.

Spannende Einblicke in die deutschsprachige Bildungslandschaft Ungarns eröffnete uns auch der Besuch des Ungarndeutschen Bildungszentrums in Baje/Baja. Bei einem Rundgang durch die Schule und entlang des Landeslehrpfades erfuhren wir zudem viele Informationen über die Ulmer Schachtel als Symbol der Geschichte der Donauschwaben. 

Eine besondere Bereicherung war das kulturelle Rahmenprogramm, durch das wir die Traditionen und das Gemeinschaftsleben der Ungarndeutschen unmittelbar erleben durften. Das Weinlesefest und das Chorjubiläum in Nimmesch/Himesháza vermittelten uns eindrucksvoll, mit wie viel Freude und Engagement die deutsche Nationalitätenkultur gepflegt und an die nächsten Generationen weitergegeben wird. Auch die Erkundung der Stadt Fünfkirchen, der Besuch des Vasarely-Museums und ein geselliger Abend in der Garai-Kellerei trugen dazu bei, diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen.

Über die vielfältigen Programmpunkte hinaus waren es vor allem die persönlichen Begegnungen und fachlichen Gespräche, die diese Tage so wertvoll machten. Sie eröffneten neue Perspektiven auf gemeinsame Herausforderungen und Möglichkeiten der deutschsprachigen Bildungsarbeit und gaben wichtige Impulse für zukünftige Kooperationen. Denn, wenn Menschen aus unterschiedlichen Bildungsbereichen und Ländern zusammenkommen, entstehen nicht nur neue Ideen, sondern auch Verbindungen, die weit über eine einzelne Begegnung hinausreichen können.

Wir hoffen, dass die geknüpften Kontakte zu einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den Gemeinschaften der deutschen Volksgruppen in Ungarn und Rumänien beitragen und sich daraus weitere gemeinsame Projekte, Fortbildungen, Schulpartnerschaften und Begegnungen entwickeln.

Unser herzlicher Dank gilt allen, die uns mit so viel Offenheit und Gastfreundschaft empfangen und zum Gelingen dieser besonderen Reise beigetragen haben. Ein besonderer Dank geht an Josef Weigert, Leiter des Ungarndeutschen Pädagogischen und Methodischen Zentrums, für die engagierte und professionelle Organisation und Begleitung dieser bereichernden Studienreise.

Wir nehmen viele schöne Erinnerungen, wertvolle Anregungen und vor allem die Freude über neu entstandene Freundschaften und Verbindungen mit nach Hause.

Das Projekt wurde durch das Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert.

Im Namen der Gruppe
Andrea Szász
Deutschlehrerin, Klausenburg

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