Am 7. Mai 2014 war Schwabendorf zu Gast im Haus der Ungarndeutschen. Die Gemeinde bildet ab 1712 einen organischen, aber geographisch abgesonderten Teil von Güns/Kőszeg. Die angesiedelten Schwaben haben weder zu den hier ansässigen Deutschen noch zu den Ungarn eine enge Beziehung aufgebaut. Als Folge dessen ist eine geschlossene Gemeinschaft entstanden, deren Traditionen und Bräuche beinahe unverändert überliefert wurden.
Zuerst begrüßten die Gäste Monika Ambach, Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Verantwortliche für Veranstaltungsreihe Zentrum-Programme im HdU bzw. Vizebürgermeister der Stadt Güns Béla Básthy. Darauf folgend eröffnete Dr. György Schöpflin, Abgeordneter des Europäischen Parlaments die Wanderausstellung des Günser Stadtmuseums, die in die Geschichte der Schwabendörfer einen Einblick gewährt.
In die Vergangenheit der Gemeinde führte die Anwesenden Imre Söptei, Abteilungsleiter des Günser Filialarchivs des Archivs des Komitats Eisenburg des Ungarischen Staatsarchivs ein. In seiner Präsentation Die Ersten in Schwabendorf erzählte er unter anderem über die ersten Namenlisten, durch die die Namen der Ansiedler bekannt und die Änderungen in der Einwohnerschaft der Gemeinde zu verfolgen sind; über die von den Kolonisten gebauten Gotteshäuser; den ersten Hausbau und die damit verbundenen juristischen Prozesse, da die Bauarbeiten nicht rechtzeitig beendet wurden bzw. die ersten Anträge auf Ziegelsteine, um weitere Bauarbeiten durchführen zu können, sowie über die erste kirchliche Volkszählung und die erste Kneipe. Im zweiten wissenschaftlichen Vortrag erörterte Zsófia Babai, Oberassistentin der Pädagogischen Fakultät Benedek Elek der Westungarischen Universität den Wandel im Gebrauch der deutschen Sprache in Schwabendorf. Die Schwerpunkte ihrer dialektologischen Forschung liegen auf die aktive und passive Sprachkompetenz, die sprachliche Sozialisation sowie auf die Kommunikationsangewohnheiten in der Familie, mit den Freunden bzw. Nachbarn der Befragten. Als allgemeine Tendenz ist zu betrachten, dass der Akzent vom örtlichen deutschen Mundart im Laufe der Zeit immer mehr auf Standarddeutsch und Ungarisch verlegt wird.
Als Abschluss konnten die Anwesenden den Auftritt des Schwabendorfer Nationalitätenfrauenchors und die reichliche Kostprobe von feinen schwäbischen gastronomischen Spezialitäten genießen.
Die Ausstellung kann bis Ende Juni im Veranstaltungsaal des HdU besichtigt werden.












