Als Ende 1956 die Worte von Friedrich Wild den ersten seit dem Zweiten Weltkrieg in Ungarn erschienenen deutschsprachigen Kalender einleiteten, konnte man nur hoffen, dass der Deutsche Kalender zur Tradition wird. 53 Jahre später ist der Deutsche Kalender eine grundlegende Veröffentlichung der Ungarndeutschen.
Die Beiträge in den Kalendern fassen das ganze Gesellschaftsleben der Ungarndeutschen zusammen, die Traditionen werden durch alte Geschichten – teilweise in Mundart – gepflegt, auch Literatur und historische Publikationen haben festen Platz in den Bändern. Die Bänder werden in thematischen Blocks aufgeteilt, wie zum Beispiel “Städte/Gemeinden” oder “Jugend”. Im eigentlichen Kalenderteil werden auch die wichtigeren kirchlichen Feste angegeben.
Der aktuelle Kalender berichtet, wie gewohnt, über zahlreiche ungarndeutsche Veranstaltungen, darunter über mehrere Jubiläen, wie über das 20-jährige Bestehen des Liederkranz-Chors in Lantschuk (Lánycsók) oder über den 285. Jahrestag der Gründung von Sanktiwan (Pilisszentiván). In vielen Artikeln wird die Wichtigkeit des deutschen Muttersprachen-Unterrichts betont. Sowohl den Kindern als auch den Jugendlichen gehört je ein eigener Teil im Band, auch das kirchliche Leben wurde nicht vergessen. In der Porträt-Sektion sind unter anderem ein Interview mit dem Vorsitzenden der Hermann-Niermann-Stiftung, Uwe Stiemke und die Laudatio von Johann Schuth zu lesen, die er bei der Übergabe des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg an Mónika Ambach, Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums hielt.
Die historische Abhandlung dieses Jahres beschäftigt sich mit der Levente-Bewegung und der Organisation der Deutschen Jugend. Im literarischen Teil kann man eine Kritik über den neuen Roman “Atemschaukel” von Nobelpreisträgerin Herta Müller und einige Gedichte von Erika Áts lesen.
Selbstverständlich kann man in diesem Artikel nicht über jede Einzelheit der Veröffentlichung berichten, sowieso empfehlen wir Allen, den Kalender selbst zu kaufen und zu lesen. Der Deutsche Kalender kann von der Neue Zeitung Stiftung (Budapest, Lendvay Str. 22., H-1062, Tel.: +36 1/302 68 77, Fax: +36 1 354 06 93, Email: neueztg@hu.inter.net) bestellt werden.
Deutscher Kalender 2010
Budapest : Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, 2009
288 S. ; ill.
Sprache: Deutsch

