Im Rahmen der Miteinander: interethnisch-interkulturelle Abende war am 16. April die kroatische Nationalität zu Gast im Haus der Ungarndeutschen. Neben den Autoren Marko Dékity und István Blazsetin wurde die Minderheit durch die Musiker Richárd Patkós (Sackpfeife) und Szilveszter Bality (Tambur) vertreten. Seitens der Ungarndeutschen las Christina Arnold aus ihren Gedichten vor.
Der Abend war der vierte der Veranstaltungsreihe: bisher wurden die Serben, die Rumänen und die Romas eingeladen. Nach einem Musikstück begrüßte Mónika Ambach, Direktorin des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums und Verantwortliche für die Veranstaltungsreihe Zentrum-Programme im HdU die Gäste, dann stellte Éva Mayer, verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift Barátság die Vortragenden vor. Die zur Zeit in Nadasch lebende Christina Arnold kennt man vor allem vom Unser Bildschirm und von ihren Beiträgen in der Neuen Zeitung. Márkó Dékity stammt aus Hercegszántó, aber seit langer Zeit lebt er in der Hauptstadt. Von Anfang an publizierte er in Barátság, Éva Mayer hob die Bedeutsamkeit seiner Landreisen hervor. István Blazsetin ist neben seiner dichterischen Tätigkeit auch als Übersetzer von Radnóti bekannt. Er lebt in Fünfkirchen und ist Mitglied des Wissenschaftlichen Instituts der Kroaten in Ungarn.
Anlässlich des Gedenktages der Holocaust wurde Mária Ember einen Nachruf von Éva Mayer gewidmet. Ember war Mitbegründerin von Barátság und eine Überlebende der Holocaust. Ihr Roman Haarnadelkurve wurde in 26 Sprachen übersetzt. Im Werk bearbeitete sie die tragischen Erlebnisse mit viel Ironie und Humor. Mária Ember übersetzte zahlreiche Gedichte von Valéria Koch ins Ungarische und war sogar Redakteurin von zwei Witzsammlungen.
Im Folgenden las Christina Arnold einige ihrer Texte auf Deutsch vor, unter anderem Die Osterhase und ein Gedicht anlässlich der Volkszählung 2010. Márkó Dékity trug seine Werke sowohl auf Kroatisch als auch auf Ungarisch vor, damit die Zuschauer die Reime und Melodien des Originals genießen können. Die gut gelungenen Übersetzungen wurden vom Autor selbst geschrieben. István Blazsetin gehört zu einer jüngeren Generation als Dékity. Seine Texte sind sehr kurz, aber nachdenklich, seine Gedichten sind meistens düster, wie zum Beispiel Requiem, das er zur Beerdigung seines Onkels schrieb.

Die Vorlesung endeten schließlich in heiterer Stimmung dank des lustigen Gedichtes von Marko Dékity über ein Schweineschlachten und des neuen Stückes der Musikanten. Wie üblich endete der Abend mit einem freien Gespräch bei Wein und Pogatschen.





