default @de„Borangoló“ mit Schwabenfest – Komitat Weißenburg

„Borangoló“ mit Schwabenfest – Komitat Weißenburg

Wie treffend das Sprachspiel im Titel auch klingen mag, da kann man nicht so einfach vorbeigehen, wenn die größte Veranstaltung der Ungarndeutschen auf Komitatsebene in der „Hülle“ eines Weinfestes „verkauft“ wird. Die Ungarndeutschen brauchen nämlich keine Hilfe, um „sich zu verkaufen“. In der schönen, gepflegten und wohlhabenden Großgemeinde Edeck/Etyek, die zweifelsohne auch für ihre guten Weine bekannt ist, fand der deutsche Nationalitätentag statt.

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Wein, das sauberste „Lebensmittel“ auf der Welt, wird auch in Ungarn gern getrunken, keine Frage, aber blicken wir nur ein wenig in die Vergangenheit zurück, worum es eigentlich geht. Bereits im Jahre 1976 (!) wurde in Boglar/Vértesboglár der erste Nationalitätentag organisiert. Damals umfasste es alle Minderheiten im Komitat Weißenburg, allerdings war die Palette nicht groß, sie bestand ja neben den zahlreichen Ungarndeutschen lediglich aus Griechen (Beloiannisz) und Slowaken (Cệrna/Bakonycsernye). Ohne Sentimentalität und Nostalgie kann man behaupten, dass es einfach schön war. Mit der Zeit verliert natürlich vieles an seinem Reiz, in den fast 40 Jahren sind ja schon mehrere Generationen aufgewachsen und die Welt ändert sich ständig.

Vor fünf Jahren kam die ungarndeutsche Komitatsselbstverwaltung auf die Idee, ausgesprochen das Fest der deutschen Nationalität zu feiern. Dieses Jahr war es also das 5. Mal, nun in Edeck, wo vor 18 Jahren der letzte Nationalitätentag stattfand. Die Zusammensetzung der Einwohner in Edeck ist ziemlich gemischt, hier leben Magyaren, Deutsche, Siebenbürger, Romas und noch andere Minderheiten. Hauptsache, sie leben friedlich zusammen und bereichern die bunte kulturelle Vielfalt der Ortschaft.

Warum es ein komplexes Unterfangen ist, Gastgeber der Veranstaltung zu sein, beweisen beispielsweise folgende Daten: etwa 840 TeilnehmerInnen der auftretenden Kulturgruppen, sämtliche Gäste, Einsatz von jedem, der sich bewegen kann, Hilfe der LehrerInnen, Kindergärtnerinnen, des Gemeindeamtes usw. Hauptorganisator des Festes war die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung von Edeck, unterstützt von Bürgermeister Tibor Garaguly. Neben den personellen Bedingungen macht so eine „Riesenveranstaltung“ nicht nur den kleineren Dörfern, sondern auch den Städten echtes Kopfzerbrechen, was die Finanzen angeht. Selbst das Zelt, wo die Gruppen ihr Können vorstellen, kostet etwa 800.000 Ft. Es ist üblich, die Gäste mit Mittagessen zu bewirten, wie es auch diesmal der Fall war. Keiner blieb hungrig und durstig.

Der Ablauf des Festes hat auch seine Traditionen. Vormittags sind die Kinder aus Kindergärten und Schulen mit ihren Tänzen, Liedern und Versen dran, namentlich aus Bodajk, Stuhlweißenburg, Moor, Atscha, Edek, Gant, Saar, Boglar, Pußtawam und Maan. Um das Erlebnis für die Kinder zu steigern, durften sie dieses Jahr auch „marschieren“, also es gab auch einen Umzug der Kinder durch das Dorf. Das Grußwort am Vormittag hielt die Vorsitzende der NSV von Edeck, Margit Fehér.

Vor dem Programm der Jugendlichen und Erwachsenen kam es zum Umzug der Gruppen in Trachten, wo die Jugendblaskapelle aus Pußtawam für die Musik sorgte. Bei der feierlichen Eröffnung wurden die Nationalhymne und die Hymne der Ungarndeutschen von den Moorer Bläsern gespielt. Schöne Festreden hielten der Bürgermeister Garaguly und die Vorsitzende der Ungarndeutschen Komitatsselbstverwaltung, Karolin Spergel.

Tibor Gerlinger, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Weißenburg e.V., überreichte posthum an die Gattin des verstorbenen Vorsitzenden der NSV in Balinka, Robert Schweighardt, die höchste Auszeichnung für das Ungarndeutschtum im Komitat. Alle anwesenden NSV-VertrerInnen erhielten von dem Verband je zwei LdU-Fahnen. Dann gingen die Auftritte in den Abend hinein mit Gruppen – ebenfalls – aus Moor, Gant, Atscha, Pußtawam, Saar, Ißzimmer, Maan und Edeck. Als feierlicher Ausklang konnte sich Groß und Klein beim anschließenden Schwabenball weiter amüsieren.

Die Edecker können auf ihre Veranstaltung stolz sein, denn es war wirklich ein gut gelungenes Fest.

Izabella Nagy

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Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

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Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.