Hauptnachricht„Ermeißelte Freiheit” - Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

„Ermeißelte Freiheit” – Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Mit dem Titel Ermeißelte Freiheit wurde eine Ausstellung aus vor 25 Jahren gemachten Fotos von Ernő Horváth am Dienstag, dem 24. Juni im Goethe-Institut Budapest geöffnet. „(Wir)…feiern nicht nur das Jubiläum von weitreichender politischer Entscheidung, sondern wir feiern auch ein Jubiläum für die Menschlichkeit.” – sagte Frau Jutta Gehrig, die Direktorin des Goethe-Instituts Budapest in ihrer Begrüßungsrede. Ungarn sei das erste kommunistische Land gewesen, an dessen Grenze der „Eiserne Vorhang” gefallen ist. Über die Grenze zu Österreich hätten im Sommer 1989 schließlich hunderte DDR-Bürger in die Freiheit geflüchtet. Ungarn habe den Weg zur freien Welt geöffnet.

Ernő Horváth wurde am 29. Dezember 1955 in Zala geboren. Er war bei der Wiederbestattung von Imre Nagy, beim Fall der Berliner Mauer, im Krieg in Jugoslawien, in Moskau zur Zeit des Putsches und in Rumänien während der Revolution dabei. Er begann auf eigene Kosten zu fotografieren „nur des Ereignisse selbst willen”. Als freiberuflicher Fotoreporter dokumentierte er beinahe alle wesentlichen politischen Ereignisse der Wende. Laut seiner Meinung werden hinter den großen politischen Ereignissen menschliche Schicksale sichtbar, die auf große Ereignisse der Politik Einfluss nehmen, in Geschichtsbüchern jedoch keine Erwähnung finden.

Frau Gehrig hat erwähnt, dass hinter den politischen Entscheidungen Menschen stehen würden, aber nicht nur hinter diesen Entscheidungen, sondern hinter allen, was passierte. Deshalb feiere man auch das Jubiläum der Menschlichkeit. Die Deutschen, die hier waren hätten das, was sie geleistet haben, ohne die Hilfe vieler Ungarn nicht leisten konnten.

Herr Dezső Szabó, der Direktor für internationale Beziehungen am Balassi Institut, vertritt das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Außenwirtschaft und eröffnete die Ausstellung. Er erzählte, dass Otto von Habsburg ihm in Berlin im Jahre 1989 gesagt habe: „ … in zwei Wochen steht diese Mauer nicht mehr. Die Freiheit muss kommen. Man kann die Heimat nicht in einem Koffer packen…”. Herr Dezső Szabó meinte, dass diese Ausstellung nicht nur einfach ein Dokumentation der Geschehene sei, sondern stelle auch die Lebensgeschichten der Menschen in Mitteleuropa dar und zeige, dass die Reise der Freiheit nicht nur Last im Koffer hat, doch auch ihre Freude.

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Frau Mariann Czirják, die Vertreterin des Ungarischen Malteser Hilfsdienstes nahm an der Eröffnung ebenfalls teil. Ohne den Malteser Hilfsdienst hätten viele Leute diese Zeit nicht so gut überstehen können. Während dieser Zeit half der Malteser Hilfsdienst vielen Menschen. . Frau Czirják war damals als Studentin selbst als Helferin beteiligt. Für sie war 1989 ein wichtiges Jahr und sehr interessant wegen alle dieser Ereignisse. Sie habe nie gedacht, dass ihr zukünftiger Mann einmal sagen wird: „Deshalb habe ich dich auch als meine Frau genommen, weil du geholfen hast die Berliner Mauer abzubringen und den eisernen Vorhang abzuschaffen.”. Der Malteser Hilfsdienst hatte einen Lager hinter der Kirche auf dem Fußballplatz aufgemacht. Ihrer Meinung nach sei das Wichtigste gewesen, dass sie den Leuten Hoffnung gegeben haben, weil die da im Lager gar nicht gewusst haben, wie lange sie dort bleiben sollen. Bis zum 9. November 1989, als die Mauer untergegangen ist, seien mehr als 40.000 Leute durch ihre Lagern gekommen. Für Frau Czirják sei es ein fantastisches Erlebnis, dass sie im Dezember nach Berlin habe fahren können, und sie auch ein Stück von der Mauer habe mitnehmen können, weil sie auch geholfen hat, es abzubauen.

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„Die Bilder erzählen eine Geschichte. Diese visuell dargestellte Geschichte macht vielleicht deutlich, warum für uns die Freiheit eine große Deutung hat und warum es so wesentlich ist, dass die Freiheit nicht einen unbedingt vorgegebenen, immer Bestand habenden Zustand darstellt. Die Ermeißelte Freiheit erinnert uns: Freiheit ist ständig vom Aussterben bedroht, deswegen müssen wir sie bewusst schützen.” – schrieb Dr. Tibor Navracsics Außenminister.

Die Ausstellung ist einen Monat lang täglich zwischen  10 und 18 Uhr im Goethe-Institut Budapest zu besichtigen.

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