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Höhere Qualität und weitere Entwicklungen sind nötig

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Offizielle Pressemitteilung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
09. September 2014

Die Ungarndeutschen bereiten sich mit durchdachtem Programm auf die Nationalitätenwahlen im Oktober vor

Einheitlich, mit schlüssigen Zielen und mit mehreren jungen Kandidaten bereitet sich das Ungarndeutschtum auf die Wahlen der Nationalitätenselbstverwaltungen vor. Auf der am Montag angemeldeten Landesliste stehen 57 KandidatInnen, an der Spitze mit dem bisherigen Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Otto Heinek. In nur wenigen Tagen wurden landesweit mehr als doppelt so viele Wählerempfehlungen für die Einheitsliste – vertreten durch den Verband der Deutschen Selbstverwaltungen der Region Nord (ÉMNÖSZ) – gesammelt als nötig. Das Ungarndeutschtum kann 15 regionale Listen stellen, und die Zahl der im Herbst zu gründenden lokalen Nationalitätenselbstverwaltungen kann sogar die Fünfhundert überschreiten.

Martin Majeczki ist erst 18, geht also das erste Mal wählen. Der junge Mann aus Hartian (Újhartyán) sagt, es sei für ihn keine Frage gewesen, ob er sich in das ungarndeutsche Wählerverzeichnis aufnehmen lasse, um für deutsche Selbstverwaltungen stimmen zu können. „Obwohl ich jetzt das erste Mal wählen kann, trete ich selbst in meinem Heimatort als Kandidat für die örtliche deutsche Selbstverwaltung an, und ich stehe auch auf der regionalen Liste des Komitates Pest. Ich bin sehr froh darüber, dass man mir trotz meines Alters vertraut. Ich bin davon überzeugt, dass die Nationalitätenselbstverwaltungen auch den Schwung der Jugendlichen brauchen. Ich stehe dazu, dass die alten Werte erhalten bleiben müssen, nämlich auf eine innovative Weise, die mit der heutigen rasenden Welt im Einklang steht. Dies versuche ich in Hartian seit Jahren in die Tat umzusetzen. Zum Glück sind auch die Jugendlichen im Dorf sehr offen dafür. Voriges Jahr haben wir zum Beispiel den Freundeskreis Schwäbischer Jugendlicher in Hartian gegründet. Die Mitglieder sind auch im Alltag gut mit einander befreundet, so ist es uns auch bisher gelungen, vieles zu erreichen. Meine ungarndeutsche Identität ist mir übrigens – obwohl ich natürlich einer schwäbischen Familie entstamme – in der Schule, in den Volkskundestunden bewusst geworden. Ich bin mir sicher, Gutes zu tun, wenn ich zur Erfrischung des Nationalitätenlebens beitrage.“

Jugendliche in die Arbeit miteinzubeziehen ist ein strategisches Ziel – so der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, wobei er betont, dass Vereine die Listen so zusammengestellt haben, dass auch selbstverständlich die erfahrenen, in den vorigen Wahlperioden auf diesem Gebiete arbeitenden Kandidaten einen Platz bekommen haben. Auch das Beispiel von Martin Majeczki zeigt, dass den Bildungseinrichtungen bezüglich der Aufrechterhaltung des Ungarndeutschtums eine besondere Aufgabe zukommt. Dies erkannte die Landesselbstverwaltung schon lange, da sie das Bildungswesen der deutschen Nationalität seit Jahren anhand einer detailliert ausgearbeiteten Strategie sehr bewusst entwickelt. Laut Otto Heinek ist die Fortsetzung dessen auch im kommenden Wahlzyklus gesichert: „Unser wichtigstes Ziel auf diesem Gebiete ist, dass wir eine noch höhere Qualität erreichen, und zwar von der Ebene der Kindergärten ganz bis hin zu den Universitäten. Dazu arbeiten wir an einem Qualitätssicherungsprozess, welcher ein objektives Maß für unsere Kindergärten und Schulen sein wird. Daneben sind selbstverständlich auch Fortschritte in weiteren Bereichen nötig: wir wollen durch unsere Sprach- und Fachkenntnisse der Wirtschaft unseres Landes noch mehr zustattenkommen; unsere internationalen Kontakte möchten wir auch auf weitere Gebiete ausdehnen. Das Leben unserer Kulturvereine und Zivilorganisationen wird neben den geringen Förderungen auch durch bürokratische Hindernisse erschwert. Wir müssen erreichen, dass die Vereine mehr finanzielle Unterstützung erhalten und das Antragsverfahren vereinfacht wird. Hierbei wird Imre Ritter, unserer Fürsprecher im Parlament eine wichtige Rolle spielen. Und wir fühlen uns auch gegenüber der älteren Generation unserer Volksgruppe verpflichtet. Wir müssen uns dafür einsetzten, dass die Dienstleistungen in der Seniorenfürsorge niveauvoller werden.“

An der Wahl der deutschen Nationalitätenselbstverwaltungen können nur WählerInnen teilnehmen, die sich in das ungarndeutsche Wählerverzeichnis aufnehmen ließen. Bisher haben sich knapp 35000 Personen registrieren lassen, doch diese Zahl wird bis zum 26. September, zur Registrationsfrist bestimmt weiter steigen. Seit diesem Jahr ist ein neues Wahlverfahren in Kraft getreten: Zum ersten Mal werden bei den Wahlen die Ergebnisse der Volkszählung beachtet, darüber hinaus wird die Vertretung der Nationalitäten am 12. Oktober auf lokaler, regionaler und Landesebene gleichzeitig und direkt gewählt.

Weitere Informationen:
Otto Heinek Vorsitzender, Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen: +36 30 993 6923; heinekotto@ldu.hu

teszt

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