Neue Zeitung @deEmpfang beim Staatspräsidenten und Verleihung des Nationalitätenpreises des Ministerpräsidenten

Empfang beim Staatspräsidenten und Verleihung des Nationalitätenpreises des Ministerpräsidenten

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Die Vorsitzenden der Landesselbstverwaltungen und die parlamentarischen Sprecher der Minderheiten empfing Staatspräsident János Áder am 17. Dezember im Sándor-Palast. Am anderen Tag übergaben Zoltán Balog, Minister für Humanressourcen, und Miklós Soltész, Staatssekretär für Kirchen, Nationalitäten und zivilgesellschaftliche Beziehungen, im Auftrag von Ministerpräsident Viktor Orbán in der Budapester Redoute den Nationalitätenpreis.

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In Ungarn leben auch Menschen und Volksgruppen, die eine doppelte Identität besitzen und darauf stolz sind, sowohl zu dem Ungarntum als auch zu einer anderen Volksgruppe dazuzugehören. „Die doppelte Identität birgt seelische und geistige Reserven, die das Land Ungarn und die ungarische Kultur nicht entbehren können“, erklärte bei der Feier Minister Balog und meinte: „Wir können stolz darauf sein, dass in Ungarn 13 Nationalitäten gleichberechtigt zusammenleben und mit ihren Eigenheiten und Traditionen und mit ihrem Kulturgut die ungarische Kultur und die Universalkultur bereichern.“ Die Preisträger sind Botschafter der Nationalitäten, ihre Rolle und ihre Aufgaben, die sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten erfüllt haben, müssen weiter gestärkt werden. Durch ihre Kultur, ihre Sprache, ihren Glauben mögen sie die Botschafter des Friedens in Ungarn und im Karpatenbecken sein, so Staatssekretär Soltész.

Der Preis für die Nationalitäten wird Personen, Organisationen oder Nationalitätenselbstverwaltungen verliehen, die für die Nationalitäten in Ungarn in den Bereichen öffentliches Leben, Bildung, Kultur, Kirchen, Wissenschaft, Massenmedien oder in der wirtschaftlichen Selbstorganisation eine beispielhafte Tätigkeit entfaltet haben.
„Für die Stärkung der Identität der Ungarndeutschen und für die objektive historische Erschließung des multiethnischen Zusammenlebens“ wurde der Nationalitätenpreis Prof. Dr. Gerhard-Dieter Seewann zugesprochen.
 Der namhafte Historiker aus Bayern, Gerhard Sewann, trat viele Jahrzehnte lang der Geschichtsschreibung des kommunistischen Regimes entgegen, seine Tätigkeit blieb auch nach der Wende richtungsweisend. Durch seine Veröffentlichungen und seine Tätigkeit am Stiftungslehrstuhl für deutsche Geschichte und Kultur im südöstlichen Mitteleuropa (Universität Fünfkirchen, Institut für Geschichtswissenschaft) hat er zur objektiven historischen Erschließung des Zusammenlebens der Nationalitäten in Ungarn beigetragen und hat dadurch die Identität der ungarndeutschen Gemeinschaft gestärkt. Ab den ausgehenden siebziger Jahren entfaltete sich sein wissenschaftliches Werk, das heute auf eine Zeit von 30 Jahren zurückblicken kann. In seinen Schriften und Vorträgen hat er wichtige Fragen der Geschichte der Ungarndeutschen aufgegriffen und die Geschichtswissenschaft mit neuen Gedanken bereichert. Im Jahr 2012 erschienen der erste und der zweite Band seiner Monografie „Geschichte der Deutschen in Ungarn“, die die Geschichte des Deutschtums in Ungarn von den Anfängen bis 2006 verfolgt. Die ungarische Auflage des Werkes erscheint in diesen Tagen.
Prof. Seewann ist Mitglied des Doktorrates an der Universität Fünfkirchen und an der Andrássy Gyula Deutschsprachigen Universität Budapest. Das Institut für Minderheitenforschung an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften berief ihn in seinen wissenschaftlichen Rat. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse multiplizierte er in breiten Kreisen, teils innerhalb des universitären Betriebs in Deutschland und Ungarn, teils durch Veranstaltungen und Vorträge unter Einbeziehung der Organisationen der Ungarndeutschen, wodurch auch die Ungarndeutschen die schicksalhaften Wendepunkte ihrer eigenen Geschichte besser kennen lernen konnten. Seine Tätigkeit in der Wissenschaft, im Unterrichtsbetrieb oder auch im öffentlichen Leben hat in hohem Maße dazu beigetragen, dass die Ungarndeutschen in ihrer eigenen Geschichte zunehmend Zukunftsperspektiven erkannt und dadurch ihre Gruppenidentität gestärkt haben. Aufgrund seiner Verdienste verlieh der Ministerpräsident von Ungarn an Professor Dr. Gerhard Seewann in seinem 70. Lebensjahr den Preis für die Nationalitäten in Ungarn.

„Für die Pflege und Erhaltung der Traditionen und der Kultur der deutschen Nationalitätengemeinschaft“ erhielt Ágnes Huszti-Nagy den Nationalitätenpreis.
 Sie ist seit 2006 Mitglied der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung in Saiten/Zajta (Komitat Saboltsch-Sathmar-Berg), seit Oktober 2010 steht sie dem Gremium vor. In der Gemeinde werden die schwäbischen Sitten und Bräuche durch die grenzüberschreitenden Beziehungen zu anderen schwäbischen Gemeinden (wie Erdeed, Sathmar, Schöntal usw.) und durch gemeinsame Veranstaltungen am Leben erhalten. Sie leitet in Saiten eine deutsche Tanzgruppe, einen Chor, eine Kindergruppe und eine Theatergruppe. Sie ist aktives Mitglied der Deutschen Selbstverwaltung des Komitates. Im Dorf selbst organisiert sie zahlreiche Kulturveranstaltungen und beteiligt sich aktiv am Kulturleben der Gemeinde und ihrer Umgebung. Deshalb konnte Frau Huszti-Nagy guten Herzens für die höchste staatliche Auszeichnung der Nationalitäten nominiert werden.

Ergebnisse des 2. Landesfinales des ungarndeutschen Gesangswettbewerbs

Heute wurde das zweite Landesfinale des Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.

Kunst und Handwerk im Fokus

Die Wanderausstellung mit den Finalisten des Vorjahres vom ungarndeutschen Online-Fotowettbewerb Blickpunkt war in der Karwoche in Bohl zu sehen.

Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet.

Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.