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Vor 69 Jahren wurde 60% der Bewohner des kleinen Dorfes Schaumar aus ihren Häusern verjagt und mit dem Zug in die Ferne deportiert. Daran erinnerte man sich am Sonntag, dem 19. April 2015, als die Bewohner am Denkmal der Vertriebenen Kränze zur Erinnerung niederlegten. In der Kirche begann die Feier mit einer heiligen Messe in deutscher Sprache, zelebriert vom Pfarrer Gregor Stratmann und Csaba Kiss. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Schaumarer Musikanten unter Balint Buzás, sowie der örtliche Frauenchor geleitet von Frau Ditta Schreiber Kánya.
Nach der Messe begann die Gedenkfeier in der Kirche. Begrüßt wurden Bürgermeister Dr. Kálmán Szente sowie die Gemeinderatsabgeordneten Borbála Dobrovka-Dér und Beáta Lőrinc, Herr Johann Schrotti, Vorsitzender der Deutschen Selbstverwaltung des Komitates Pesth und der Selbstverwaltung in Wudigeß/Budakeszi, die Bogdaner Schwaben mit dem Vorsitzenden der DNSV Thomas Herr, die Vertreter der DNSV Hidikut Frau Katharina Dézsi sowie die DNSV von Sanktiwan, vertreten von Anna Gátas und Erik Richolm, die Vertreter des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen Zsuzsa Ledényi und Manfred Mayrhofer, die „Kompanei“, der Reményi Margit Tanzverein, der Traditionsbewahrende Frauenchor, die Schaumarer Musikanten, der Heimatverein, sowie die Schaumarer Verbände und Zivilorganisationen, die an dieser Feier teilgenommen haben. Ein besonderer Gruß und Dank ging an die beiden Geistlichen, Pfarrer Gregor Stratmann und Csaba Kiss, für die gemeinsam zelebrierte ehrenvolle deutschsprachige Messe.
Neunundsechzig Jahre sind vergangen,
seit wir von dem Ort gegangen,
der uns Heimat, der uns lieb,
weit, so weit man uns vertrieb.
Alles hat man uns genommen,
Armut hat uns überkommen.
Jenen die zurück geblieben,
war das schwerste Leid beschieden.
Unsere Wehen wurden Narben,
unsere Lieben, die dort starben,
tragen wir in unsren Herzen,
ehren sie im Schein der Kerzen
Mit diesem kleinen Gedicht erinnerte Magdalena Marlok-Cservenyi, Vorsitzende der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung, nicht nur an die Schaumarer Geschehnisse vom 18. und 23. April 1946, sondern an die unvorstellbare Situation und die große seelische Last, welche die 1947 Vertriebenen drückte.
„Der heutige Tag ist ein Gedenktag. Wir gedenken der Tage 18. und 23.April 1946, an denen auf Grund der kollektiven Bestrafung 1960 Menschen – 60% der damaligen Bevölkerung – vertrieben wurden. Der Grund war ihre deutsche Abstammung, ihre deutsche Muttersprache […] Es ist schon 69 Jahre her, es leben immer wenige, die davon noch erzählen könnten, die es überlebt hatten. Erlauben Sie mir eine Zeitzeugin zu zitieren.” Nach der Zeitzeugenerzählung von Elisabeth Cservenyi (geborene Okeli) nun wurde wieder der Chor aufgerufen. Nach dem Lied „Milde Königin….“ gerichtet an die Schutzpatronin der Schaumarer Kirche, vorgetragen vom Traditionspflegenden Frauenchor geleitet von Ditta Schreiber Kánya bat man István Szabó, den Vorsitzenden der Generalversammlung des Komitates Pesth die Festrede zu halten.
Der Glaube war fast das einzige, was den Vertriebenen blieb. Daran erinnerte der Frauenchor mit einem Marienlied „Maria Unschuldskrone ….”
Mit den schönen Kirchenliedern des Frauenchores ging das Gedenkprogramm im Inneren der Kirche zu Ende.
Nach der Feier zogen die Teilnehmer, darunter auch die Vertreter des Landesrates der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, feierlich zum Denkmal der Vertriebenen und legten Kränze der Erinnerung nieder, damit die tragischen Ereignisse niemals vergessen werden.
M. M.
LandesratForum






