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Vom Tod Stephans bis zum Andreanum

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Die 1100 Jahre der deutsch-ungarischen Kontakte, Teil 2

Stephan der Heilige schuf das Ungarische Königreich, gab unserer Heimat eine neue Religion, Gesetze und ein Zukunftsbild. Ein ähnlich charismatischer Herrscher hätte vielleicht die Errungenschaften konsolidieren können, aber die ihm folgenden Könige – besonders Peter und Sámuel Aba – mussten hohe Leistungen hervorbringen um nur ihre Herrschaft beizubehalten.

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Ungarn war Teil der Interessensphäre des Heiligen Römischen Reichs. Dies hatte auch als Konsequenz, dass die Kaiser immer wieder in die ungarischen Thronstreitigkeiten eingriffen. Unser trotz seiner venezianischen Abstammung auch als „Deutscher” genannter König Peter erwarb seinen Thron in der Schlacht von Ménfő (1044) mit der Hilfe von den Kriegern Heinrichs des III. zurück, was alleine Grund genug für die ungarischen Herren war ihn als Hochverräter zu betrachten. Seine Lage erschwerte auch der Heidenaufstand von Vata, während dessen auch Bischof Gerhardus (Gellért) den Märtyrertod starb. Peters Schicksal wurde letztendlich von der Heimkehr von Andreas, dem Sohn des von Stephan geblendeten Vazuls besiegelt. Fatal.

Natürlich konnte man keine dauerhafte Herrschaft dem Kaisertum zuwider einrichten. Obwohl Andreas die von Peter in
Aussicht gestellte Lehnschaft für inakzeptabel hielt, schickte er Friedensboten zum Kaiser, jedoch ohne Erfolg. 1050 und 1051 folgten erneute deutsch-ungarische Kriege, aber die Taktik der verbrannten Erde beziehungsweise der Heldenmut von Kund dem Taucher hielten die Invasionen auf.

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Die Außengefahr wurde überwunden, aber der Zwiespalt zwischen Andreas und seinem Bruder Bela begann erst. Der springende Punkt war selbstverständlich die Thronfolge: Andreas bestimmte ursprünglich Bela als seinen Nachfolger, aber nach der Geburt seines Sohnes Salomon änderte er seine Wille. Nach dem Tod Andreas’ erhielten Salomon und seine Braut, die Schwester des späteren Kaisers Heinrich des IV., im Kaiserreich Zuflucht, aus der er von einem deutschen Ritterheer begleitet zurückkehrte. Aus verständlichen Gründen war auch König Salomon Anhänger der deutschen Orientierung, aber trotz der Hilfe des Reiches fiel auch der ungleich beurteilter Árpáde den Kämpfen zum Opfer.

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Als Ladislaus der Heilige 1086 den Thron bestieg, begann eine relativ ruhige Periode für das ungarische Land. Die Aufmerksamkeit der deutschen Herrscher galt zu dieser Zeit vor allem dem Kampf gegen den jeweiligen Papst, später den Kreuzzügen. Die Beziehung zu den Ungarn blieb kühl, jedoch nicht offen feindlich. Während des Durchzugs der Kreuzritter konnten die Westlichen Ungarns attraktive Naturgegebenheiten und die Aufnahmebereitschaft des Hofes kennen lernen: auch diese leiteten dazu, dass immer mehr hospites, dass heißt Siedler, ins Karpatenbecken kamen. Neben der spontanen Ansiedlung kamen auch auf königliche Initiative „Gäste” ins Land, unter anderem bezeugt das eine Urkunde von Géza II. Zu seiner Zeit begann auch die deutsche Ansiedlung des südlichen Siebenbürgens.

Natürlich war das Verhältnis zwischen Ungarn und Deutschen auch in dieser Epoche nicht spannungslos. Der Konflikt erreichte seinen Höhepunkt unter Andreas II. Die Ermordung von Königin Gertrudis kennt man gut von den verschiedenen Fassungen der Geschichte vom Banus Bánk. Die Popularität des kraftlosen Königs wurde auch von der Einsiedlung des Deutschen Ritterordens ins Burzenland nicht gestärkt: die erfolgreich gegen die Kumanen auftretenden Streiter wollten einen eigenen Staat ausbauen, deshalb musste der König sie mit Waffengewalt aus Ungarn verdrängen.

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Auch nach dem Tod seiner Frau gab Andreas seine deutschfreundliche Politik nicht gänzlich auf. Ungarn blieb ein Gastland, die Goldene Bulle aus dem Jahre 1222 erwähnte auch die Freiheitsrechte der Siedler – jedoch auch, dass sie dessen Reichtum aus dem Land schaffen und nicht einmal daran denken, Ungarn zu werden. Dies gilt besonders für die Siebenbürger Sachsen, deren spezielle Privilegien im 1224 herausgegebenen, als Andreanum bekannten Freibrief festgesetzt wurden.

Von den Anfängen der gemeinsamen ungarisch-sächsischen Vergangenheit und dem Andreanum selbst berichten wir im nächsten Teil unserer Reihe.

István Mayer

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