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Das 21. Gymnasialtheaterfestival in Werischwar
Die Räumlichkeiten des Werischwarer Friedrich-Schiller-Gymnasiums gaben auch heuer den Auftritten jener gymnasialen Theatergruppen aus dem In- und Ausland eine Heimstatt, die sich im Rahmen des 21. Gymnasialtheaterfestivals mit jeweils einer Aufführung aus ihrem Repertoire präsentierten.
Tímea Faragó, die Spielleiterin der heimischen Theatergruppe, führte am 22. Mai durch das Programm. Eine dreiköpfige Jury, bestehend aus Angelika Pfiszterer, Theaterpädagogin und Bildungsreferentin der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Ildikó Frank, Intendantin der Deutschen Bühne Ungarn in Seksard, und Éva Haas, Theaterpädagogin und Lehrerin an der deutschen Schule Thomas-Mann-Gymnasium in Budapest, bewertete die Vorführungen.
Die einleitenden Ausführungen zur offiziellen Eröffnung der Veranstaltung machte Maria Wolfart im Namen der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Sie ist nicht nur Mitglied der Vollversammlung und des Bildungsausschusses der LdU, sondern unterrichtete früher auch als Lehrkraft am Schiller-Gymnasium. In ihrer auch ganz persönliche Elemente beinhaltenden Ansprache merkte Frau Wolfart an, es sei eine große Sache, „wenn man Theater macht, und dies in deutscher Sprache“. Eine große Sache für den Einzelnen und für die Gemeinschaft. Über das Erlebnis, Teil eines Ganzen sein zu können, besteht der besondere Wert der Arbeit der auch an diesem Tag vertretenen Theatergruppen in der Deutschsprachigkeit ihrer Praxis, wodurch sie zur Stärkung und Bewahrung der ungarndeutschen Kultur beitragen. Dabei ist das Theaterspielen unter den Ungarndeutschen und auch in den kleinsten Dörfern keine neue Sache, Frau Wolfart hatte im „Unser Hauskalender“, dem Jahrbuch der Deutschen aus Ungarn, Ende der 1970er Jahre ein Foto aus den 1920er Jahren gefunden, auf dem sie ihre eigene Großmutter im Theaterkostüm abgebildet sah.
Es folgten dann die mit Spannung erwarteten Aufführungen. Den Anfang machte die Theatergruppe PaThália senior des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Werischwar, deren Spielleiterin Tímea Faragó ihre Schützlinge mit einer Präsentation von „Romulus der Große“ nach Friedrich Dürrenmatt auf die Bühne schickte, die nicht nur durch die herausragende Leistung der die Titelfigur spielenden Renáta Polonkai bestach, sondern auch durch das ausnehmend gut funktionierende Ensemblespiel, indem selbst die jeweils nur eine Nebenrolle oder in dem einen oder anderen Moment sogar ohne Text Spielenden die zentrale Handlung mimisch unterstützten.
Leider fehlt an diese Stelle der Platz, um auf alle Aufführungen auch ausführlich einzeln einzugehen. Es trat dann die Theatergruppe Junge DBU, Seksard, auf, deren Nähe zur professionellen Deutschen Bühne ihrer Herkunftsstadt nicht zu übersehen war. Spielleiterin Katalin Lotz hatte sich für das Stück „Schatz, ich liebe Dich!“ entschieden, das die Zuschauer mit großem Interesse verfolgten.
Die Theatergruppe „Kulturelle Offensive“ des Deutschen Nationalitätengymnasiums Budapest, die zur Eigenbenennung die Abkürzung „KO“ gebraucht, präsentierte dem Publikum das von einer Mitschülerin, von Judit Szabó, verfasste Stück „Auf dem Dorfe …“, das übrigens nicht das einzige Stück der in Deutsch und Ungarisch schreibenden jungen Autorin ist, die die unter der Leitung von Spielleiterin Fanni Örkényi tätige Theatergruppe in ihrem Repertoire hat.
Das Valeria-Koch-Schulzentrum Fünfkirchen war durch ihre Theater-AG vertreten, die unter der Leitung ihres Spielleiters Josef Weigert „Horch, was kommt von draußen rein…“ vorstellte.
Den Theater- und Filmklassiker „Arsen und Spitzenhäubchen“ konnten die Anwesenden in der Interpretation der Theatergruppe „GrimMasken“ des Evangelischen Gymnasiums „Sándor Petőfi“ in Berin, verfolgen. Spielleiterin Emília Bata durfte mit der unterhaltsamen und gut durchkomponierten Vorstellung ihrer Schüler mehr als nur zufrieden sein.
Mit der Inszenierung von Edmond Rostands „Die zwei Pierrot“ hatte die Nil-Jugendtheatergruppe des Temeswarer Nikolaus-Lenau-Lyzeums nicht nur in Rumänien, sondern auch schon im Ausland, so auch im Rahmen des 12. Internationalen Jugendtheaterfestivals in Waraschdin, Kroatien, Erfolg gehabt. Nun konnten die ungarischen Zuschauer sich von den Vorzügen der unter der Leitung von Spielleiterin Isolde-Daniela Cobet agierenden jungen Mimen persönlich überzeugen.
Hiernach folgten die Auswertung und die Urkundenvergabe, in ihren Schlussworten lobte Eva Haas das Gesehene und Ildikó Frank lud die Gruppe GrimMasken nach Seksard zu einem Gastspiel im Juni ein.
Die Veranstalter, die Auftretenden und die Zuschauer des diesjährigen Theatertreffens bedanken sich bei den Sponsoren: Fondverwalter für Humanressourcen; Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen; Deutsche Selbstverwaltung Budapest; Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration; Friedrich-Schiller-Gymnasium Werischwar.
Gábor Kerekes

