Hauptnachricht„War Ungarn nie multikulturell?“- Die Antwort auf die Frage

„War Ungarn nie multikulturell?“- Die Antwort auf die Frage

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Emmerich Ritter, der parlamentarischer Sprecher der Ungarndeutschen verfasste einen Brief – eine sogenannte Frage des Nationalitätensprechers – an Ministerpräsidenten Viktor Orbán mit dem Titel „War Ungarn nie multikulturell?“.

Am 15. Juni 2015 beantwortete die Frage statt des Ministerpräsidenten Bence Rétvári, parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Humanressourcen:

Die wortwörtliche Übersetzung der Antwort lautet:

„Geehrter Herr Vorsitzender, geehrter Herr Sprecher, geehrtes Parlament,

den Anfang der Antwort haben Sie teilweise bereits in Ihrer Frage gegeben, denn selbst Sie sagten, dass diese Sätze bewertet werden sollen, indem man sie ihrem Kontext betrachtet. Und tatsächlich: die beiden Begriffe „multinational” und „multikulturell” müssen voneinander unterschieden werden. In Ungarn leben auch gegenwärtig viele Nationalitäten – auch hier im Parlament sind sie präsent, denn laut des neuen Grundgesetzes dürfen seit 2014 auch deren Sprecher im Parlament anwesend sein. In Ungarn sind die Nationalitäten, die unter uns leben – wie das auch im Grundgesetz verankert ist – Teile der ungarischen Nation, staatsbildende Faktoren. Dem gegenüber dient der Begriff ‚Multikulturalismus‘ zur Bezeichnung des Aufeinandertreffens von Menschen, die aus verschiedenen Zivilisationen kommen. So wurde der Begriff auch in Westeuropa gebraucht, so wird er auch in Mitteleuropa verwendet. Es handelt sich also um eine ganz andere Situation. Wir stehen demgemäß nicht eines Jahrhunderte währenden Zusammenlebens, eines gemeinsamen Daseins in guter Beziehung gegenüber, es geht hier um etwas ganz anderes: wir stehen – und vor allem westeuropäische Länder stehen – dem Aufeinandertreffen von muslimischen, fernen Ländern und Europäischen Gesellschaften mit christlichen Wurzeln gegenüber.

Gestatten Sie mir, die Worte des Herrn Ministerpräsidenten am 3. Juni zu zitieren: ‚Ungarn verfügt über multinationale Wurzeln und multinationalen kulturellen Hintergrund, dies ist aber kein Multikulturalismus! Multikulturalismus bedeutet das Zusammenleben von Leuten mit verschiedenen kulturellen Hintergründen; das Zusammenleben des Islams, asiatischer Religionen und des Christentums.‘ Das nationale Bekenntnis des Grundgesetzes, welches die bürgerliche Regierungskoalition von Fidesz und der Christlich-Demokratischen Volkspartei vor einigen Jahren erlassen hat, formuliert folgendermaßen: ‚Wir manifestieren, dass die mit uns lebenden Nationalitäten Teil der ungarischen politischen Gemeinschaft und staatsbildende Faktoren sind‘. Das heißt also, dass all die Nationalitäten, die auch hier im Parlament durch einen Sprecher präsent sind, organische Teile der ungarischen Nation sind. In diesem Sinne haben wir im Dezember 2011 das Gesetz über die Nationalitäten angenommen, im Sinne eines anderen Beschlusses den 19. Januar zum Gedenktag der Vertreibung der Ungarndeutschen erklärt, und anhand einer wichtigen Entscheidung haben wir durch die Sprecher auch den Nationalitäten Platz im Parlament gesichert; geschweige denn davon, dass wir im Jahre 2015 die Unterstützung der Nationalitäten um 51,4% erhöht haben. Vielen Dank!“

Lesen Sie den Brief von Emmerich Ritter hier >>>

Ergebnisse des 2. Landesfinales des ungarndeutschen Gesangswettbewerbs

Heute wurde das zweite Landesfinale des Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.

Kunst und Handwerk im Fokus

Die Wanderausstellung mit den Finalisten des Vorjahres vom ungarndeutschen Online-Fotowettbewerb Blickpunkt war in der Karwoche in Bohl zu sehen.

Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet.

Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.