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Das Aufspüren von Minderheitensprachen

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Am vergangenen Wochenende fand die diesjährige Mercator-LEARNMe Konferenz im MOM Kulturzentrum in Budapest statt. Das Thema war dieses Jahr Everyday Multilingualism, Sustainable Linguistic Diversity and Multi-engagement (Mehrsprachigkeit im Alltag, nachhaltige sprachliche Diversität und Multi-Engagement).

learnme

 

Überwiegend wurden die Ergebnisse der Erkundungen von Minderheitensprachen, und deren fundierte Lernkonzepte und neue Methoden thematisiert. Die Reden wurden simultan in die Gebärdensprache und in die ungarische Sprache übersetzt.

Die Konferenz wurde am Freitag, dem 18.09.2015 um 9 Uhr von Tibor Navracsics, László Lovász und István Kenesei eröffnet. Sie stellten das Hauptinstitut Mercator vor, sowie alle anderen mitwirkenden Institutionen, wie das Forschungsinstut für Mehrsprachigkeit an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften

Anschließend haben Cor van der Meer und Prof. Csilla Bartha, die Führungskräfte der eben genannten Institutionen mit Dr. Ádám Kósa das Konzept der Konferenz erläutert, welches zum 4. Mal stattfand.

Es wurden diverse Vorträge und Denkanstöße von unterschiedlichen Spezialisten vorgetragen. Bis zur Mittagspause fanden parallel Präsentationen zu zwei verschiedenen Hauptthemen statt, bei der einen fand eine Tischdiskussion von Vertretern etlicher Universitäten Europas statt. Die Vertreter der Universitäten kamen aus Ungarn, Aberystwyth, Stockholm, Barcelona, Namur und Dublin, zusätzlich war an der Diskussion Cor van der Meer beteiligt.
Bei der anderen Präsentation handelte es sich um das Bildungssystem, hinsichtlich des Lehrens von Minderheitensprachen. Judit Raátz hat Fragen zu Aspekten der Pädagogik aufgeworfen, inwiefern das Lehren von Sprachen ein Erfolg, beziehungsweise ein Misserfolg werden kann. Welche typischen Fehler werden von Lehrern begangen, und wie schafft man es Kinder von Klein an für exotische Sprachen zu begeistern? Anschließend veranschaulichte Zsuzsa Gonda anhand von Beispielen, wie sehr die heutige Technologie bei der eben genannten Faszination behilflich sein kann. Zum Schluss wurden hier Schlüsselprobleme aufgegriffen, die entstehen können, wenn die eigene Muttersprache zu den wenigen Minderheitensprachen gehört.

Nach der Mittagspause folgten wieder parallele Präsentationen, in dem einen Raum wurden direkte theoretische Ansätze erläutert, welche Länder welche Fortschritte in der Sprachpolitik erreicht hatten. Hier wurden unter anderem Italien, Portugal und Ukraine thematisiert. In dem 2. Saal wurden unterschiedliche internationale Institutionen vorgestellt, welche sich auf Minderheitensprachen spezialisiert haben. Beispielsweise stellte Susan Stewart das Konzept und die Arbeitsweise ihrer Internationalen Schule in London vor. Dort werden 19 asiatische, afrikanische und europäische Sprachen von 31 Lehrern unterrichtet. Neben der ungarischen, slowakischen und rumänischen Minderheitensprachen wurde auch die Gebärdensprache stark gewichtet. Angela Hefty berichtete von ihrem Alltag als Gehörlose mit vier gehörlosen Kindern. Sie selber spricht slowakisch und ungarisch und die jeweilige Gebärdensprache.

Im Anschluss haben 13 Dorfbewohner aus Gereschlak/Geresdlak die optimale Umsetzung der Vielsprachigkeit demonstriert. In diesem Dorf leben Ungarn, Ungarndeutsche und Finnen zusammen, von großen Sprachproblemen oder anderen Problemen konnten sie nicht berichten. Sie fühlen sich alle sehr wohl, akzeptieren und erfreuen sich an den gegenseitigen Bräuchen und traditionsbewahrenden Festen und helfen sich, wenn sie können.

In den Pausen der Konferenz hatte man viele Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen und ein wenig hinter die „Kulissen” zu schauen. Wie wird ein Interview richtig geführt und wie verhält man sich während einer öffentlichen Diskussion? Diese und andere kleine Workshops konnte man während der Pausen besuchen.

Es war ein sehr ereignisreicher Tag, man hat anhand der aufgeworfenen, tiefgründigen Fragen und der Diskussionen viel Neues kennen lernen können und sehr viele Denkanstöße erhalten!

Fee Dorina Dutombé

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