default @deDas Ungarndeutsche Forschungszentrum blickt bereits auf 20 Jahre zurück

Das Ungarndeutsche Forschungszentrum blickt bereits auf 20 Jahre zurück

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Das Ungarndeutsche Forschungszentrum feierte das 20. Jubiläum seines Bestehens. Zur Feierstunde kam es am 1. Oktober im Senatssaal der Philosophischen Fakultät der Loránd-Eötvös-Universität, wo sich Mitarbeiter des Zentrums, Forscher, Germanisten und Förderer in großer Zahl sich versammelten.

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Das Forschungszentrum ist im Rahmen des Germanistischen Instituts tätig, sein ursprünglicher Name lautete Ungarndeutsches Forschungs- und Lehrerbildungszentrum. Die zwei Schwerpunkte seiner Tätigkeit – die Forschung und die Lehrerausbildung für den Nationalitätenunterricht – kamen auch in der Benennung zur Geltung. Prof. Dr. Karl Manherz sprach über die Anfangsjahre des Zentrums. Er befürwortete in 1995 auch als Dekan der Philosophischen Fakultät seine Gründung. Pr. Dr. Manherz meinte, in 1995 habe es eine günstige politische und minderheitenpolitische Situation für die Gründung einer solchen Einrichtung gegeben.

Das Zentrum leistete einen wichtigen Beitrag auf dem Gebiet der Lehreraus- und -Fortbildung. Die Mitarbeiter begutachteten Lehrpläne, stellten das Curriculum fürs Abitur zusammen bzw. verfassten auch deutsche Nationalitätenlehrpläne, sie arbeiteten eng mit den Nationalitätenschulen zusammen. Neben dieser Aufgaben organisierten sie Konferenzen bzw. begannen mit der Aufarbeitung der wertvollen landeskundlichen und sprachwissenschaftlichen Materialien der sog. Hutterer-Bibliothek. Zu dieser Zeit fingen sie an die Fragebögen auszuwerten und zu digitalisieren, die die Grundlage für den Ungarndeutschen Sprachatlas bildeten.

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Die Leitung des Ungarndeutschen Forschungs- und Lehrerbildungszentrums übernahm 2007 Dr. Maria Erb, aber das Zentrum blieb weiterhin Teil des von Dr. Elisabeth Knipf geleiteten Germanistischen Instituts, bzw. wurde 2015 in Ungarndeutsches Forschungszentrum umbenannt.

„Die vier Leitsätze des Forschungszentrums lauten Initiieren, Koordinieren, Kooperieren und Durchführen”, sagte Dr. Erb, als sie die vielseitige Tätigkeit des Forschungszentrums präsentierte. Neben der wissenschaftlichen Arbeit werden auch pädagogische Aufgaben erledigt bzw. Expertentätigkeiten durchgeführt. Für die vielschichtige und erfolgreiche Arbeit erhielt das Zentrum im Jahre 2009 den hochrangigen Minderheitenpreis.

Beim Zentrum ist auch die Publikationstätigkeit sehr bedeutend. 2008 und 2012 erschienen die zwei Halbbände des Ungarndeutschen Sprachatlasses, der die Mundarten in Südungarn in den Fokus stellt, 2013 erschien das dazu gehörende Register. Auch das Dialektwörterbuch soll erwähnt werden bzw. die Reihen Beiträge zur Volkskunde und das Ungarndeutsche Archiv.

Das Zentrum verrichtet seit zwanzig Jahren nicht nur in Ungarn eine wichtige Arbeit, sondern es wird ihm auch auf internationaler Ebene eine bedeutende Rolle in der Forschung der deutschen Minderheiten in Ungarn und Ostmitteleuropa zugesprochen.

Monika Ambach

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