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Das Wanderbündel war auch in Tscholnok

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Das Wanderbündel in Tscholnok – Bericht und Bilder, die einem unter die Haut gehen. Danke, liebe Tscholnoker! 

Mit großer Freude haben die Kinder und Pädagogen
der Tscholnoker Nationalitätengrundschule
das Wanderbündel entgegengenommen

In den Deutschstunden dieser Woche öffneten wir es, lernten den Inhalt kennen und am Tag der Gedenkfeier, am 23. 05. 2016 stellten wir im Kulturhaus die einzelnen Gegenstände aus.

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Helga Mayer, Direktorin der Schule begrüßte die Anwesenden, Andrea Ágoston, Deutschlehrerin fasste kurz zusammen, was dieses Wanderbündel symbolisiert. Sie betonte, wie wichtig es sei, die Wahrheit der Vergangenheit zu enthüllen und den nachkommenden Generationen das richtige Bild der Vertreibung zu präsentieren. Sie wies auch darauf hin, dass in Tscholnok, dank der Braunkohlenförderung keiner vertrieben wurde, aber 12 Familien wurden enteignet, mussten Haus und Hof auch mit einem Bündel verlassen.

Als Bilder der Vertreibung blendete man Detaile der Landesgedenkfeier der LdU in Wudersch ein (Maria Winkler- Erinnerungsworte von Otto Heinek).

Im Hauptteil sprach Stefan Schmidt (1939) über das traurige Schicksal seiner Familie. Er schilderte den Kindern eine sehr traurige Geschichte: seine Mutter verlor ihren Mann, der im August 1944 zwangsrekrutiert wurde und blieb mit zwei Kindern allein. Der dritte Sohn wurde im November geboren – er konnte seinen Vater nie sehen… Im Winter 1944-45 musste die Mutter mit den drei Kindern für paar Monate in Kohlengrube flüchten. Die Familie wartete unvergeblich auf die Rückkehr des Vaters aus dem Krieg. Der zweite Schlag traf die Familie, als sie ihr Haus verlassen mussten. Stefan Schmidt sprach über die Not seiner Familie, seine Kindheit, voller Entbehrungen, auch darüber, dass er jungverheiratet das ehemalige Haus seiner Eltern, bzw. Großeltern der darin wohnenden Familie zu einem hohen Preis abkaufte. Das Gespräch mit ihm führte Agathe Hárs.

Am Ende der Feier kamen die Kinder und packten alles Stück für Stück in das Bündel ein, so wie es viele Familien tun mussten…
Danach gedachten die Kinder der Opfer der Vertreibung und steckten bei Tönen des Akkordeonspiels von Thomas Marlok selbstgefaltete Blumen in einen Blumenkasten.

Mit der gemeinsam gesungenen Hymne der Ungarndeutschen schloß man die würdige Gedenkfeier.
Nun ist das Wanderbündel bereit, auf seiner nächsten Station seine Gedenkrolle zu erfüllen.

Agathe Hárs

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