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Eine zehnjährige harte Arbeit kam mit dem Erscheinen des Buches „Lexikon der regionalen Literaturgeschichte des Mittelalters. Ungarn und Rumänien“ zum Abschluss. Die Publikation stellten Cora Dietl (Justus-Liebig-Universität Gießen), eine der Herausgeberinnen des Lexikons und Mitglied des Teams, das an der Zusammenstellung des Buches gearbeitet hat, und András F. Balogh (ELTE Budapest) am 28. März im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zentrum-Programme im HdU” im Haus der Ungarndeutschen vor.
Das Lexikon beschäftigt sich mit der deutschsprachigen Literatur von der Landnahme (895) bis zur Schlacht bei Mohatsch (1526). Es werden circa 1400 Personennamen erwähnt, die im Laufe der Zeit zur Entwicklung der Literatur beigetragen haben. Das Wort „Literatur“ wird im Lexikon im breiten Sinne verstanden, neben typischen literarischen Werken wurden auch Urkunden, Archivalien oder sogar Liebesbriefe unter die Lupe genommen.
Deutschsprachige bzw. von deutschen Autoren in lateinischer Sprache verfasste Werke sind im Lexikon zu finden. Interessant ist, dass es bei den geographischen Territorien nicht die historischen, sondern die heutigen Landesgrenzen betrachtet werden. Cora Dietl gab die Erklärung dafür: Die Grenzen sind in ständiger Veränderung, deswegen wäre es schwer das historische Ungarn zu nehmen. Dadurch ist es auch für die Leser einfacher, den gewünschten Absatz zu finden.
Die Höfe, Bibliotheken, Druckereien, Schulen, Klöster und Kirchen waren die Stätte der mittelalterlichen Literatur. András F. Balogh gab Auskunft über die weltberühmte Büchersammlung (Corvina) des ungarischen Königs, Matthias Corvinus. Wegen der Ehe von König Matthias wurden in erster Linie italienische Humanisten ins Hof eingeladen, aber später auch deutsche Intellektuelle, die deutschsprachige Bücher aus ihrer Heimat mitgebracht haben. Nach dem Tod des Königs und der Eroberung Ofens wurden die Corvinas zerstreut, die erhalten gebliebenen sind aber schon digitalisiert und so allen zugänglich.
Vor den Autoren steht noch ein langer Weg: Ihr Plan ist eine (mindestens) zehnbändige Lexikonreihe (als Nächstes Tschechien) herauszugeben, die die Literaturgeschichte des Mittelalters in Europa abdeckt.
Dorottya Bach
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Organisiert vom:
Ungarndeutsches Kultur- und Informationszentrum und Bibliothek
Partner:
ELTE-Germanistisches Institut
Förderer der Veranstaltung:
Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
Förderungsfond des Ministeriums für Humanressourcen (NEMZ-KUL-EPER-17-0421)














