HauptnachrichtGedenkfeier in Kirne

Gedenkfeier in Kirne

Möchten Sie über ähnliche Themen erfahren?
Drücken auch Sie ein Like auf die –> Zentrum Facebook-Seite

Im Rahmen des Nationalitäten- und Bierfestivals in Kirne/Környe wird jedes Jahr ein deutschsprachiger Gottesdienst gehalten, um der Ahnen zu gedenken. Die heilige Messe am 9. Juli wurde für alle verstorbenen und lebenden Ungarndeutschen gelesen, die im Jahre 1947 ausgesiedelt wurden, und für alle, die wegen Schicksalsschlägen das Heimatdorf verlassen mussten. Der Gottesdienst wurde vom Bodajker Pfarrer Tamás Mórocz zelebriert, der in seiner Predigt die duale (physische und psychische) Welt des Menschen betonte.

kornye.hu_vasarnap-de_10

Mit einem schönen Beispiel veranschaulichte er seinen Gedanken: Wenn man nur eine Margaretenblume mit Liebe und Sorge verschenkt, bedeutet das mehr als eine ganze Margaretenwiese ohne Gefühle. Es ist sehr wichtig, nicht nur an die Äußerlichkeit zu denken, sondern auch an die Liebe, weil man nur dadurch das wahre Gesicht Gottes erkennen kann. Er erläuterte, dass vor 70 Jahren, bei der Vertreibung der Ungarndeutschen, die gegenseitige Liebe eine spezielle Kraft hatte: Sie haben alles verloren, alles wurde ihnen weggenommen, doch eins blieb: die Liebe. So konnten die Ungarndeutschen zusammen, „mit einer Margaretenblume” diese Tragödie überwinden.

kornye.hu_vasarnap-de

In Kirne ist es ein Brauch, dass verschiedene traditionspflegende Kulturgruppen aus der Gegend zu diesem feierlichen Gottesdienst eingeladen werden, so erinnerten sich die Gäste aus Gestitz, Kätschka, Schemling, Tolnau und Woj zusammen mit den örtlichen Gläubigen an die ungarndeutschen Ahnen.

Am Rande der Kirche befinden sich zwei verstümmelte Säulen, die wichtigen Botschaften übertragen: das Heimatland wurde vor 70 Jahren vielen weggenommen. Die damaligen Geschehnisse können wir nicht verändern, aber wir müssen daran erinnern. Nach der heiligen Messe fand an der Gedenksäule der Vertreibung eine Kranzniederlegung statt. Ein neues Denkmal wurde von Vince Buják gefertigt, das für die Deportierten aus Kirne und aus Oberungarn eingeweiht wurde. Zu Beginn der Gedenkfeier wurde unter der Leitung des örtlichen deutschen Nationalitätenchores das schöne Volkslied „Nach meiner Heimat“ gemeinsam gesungen.

kornye.hu_vasarnap-de_26

László Beke, der Bürgermeister von Kirne, betonte in seiner Rede die Wichtigkeit der Erinnerung. „Der Bevölkerungswechsel im Jahre 1947 war für alle eine große und grundlose Tragödie, die eine schlechte Antwort auf ein nicht existierendes Problem gab. Wenn man die Geschichte von Kirne untersucht, kann man feststellen, dass die Bewohner des Dorfes, wie auch die Gemeinden in Oberungarn in Frieden lebten. Die diktatorische Politik traf eine sinnlose Entscheidung, wobei keine Gewinner, nur Verlierer gab. Man darf nie mehr gestatten, dass jemand wegen seiner nationalen Zugehörigkeit benachteiligt wird. Deswegen sollen wir erinnern und jeder zu der Vergangenheit ermahnen“, sagte der Bürgermeister.

Beke L†szlĘ polg†rmester

Die Agape nach der Kranzniederlegung war eine gute Gelegenheit, um miteinander zu diskutieren, die eigene Geschichte zu erzählen und neue Bekanntschaften zu schließen. Die beste Unterhaltung war garantiert, denn die Saarer Musikanten spielten schöne schwäbische Lieder am Kirchhof.

Dorottya Bach

Fotos: kornye.hu

Ergebnisse des 2. Landesfinales des ungarndeutschen Gesangswettbewerbs

Heute wurde das zweite Landesfinale des Gesangswettbewerbs für ungarndeutsche SchülerInnen am Budapester Campus der Apor-Vilmos-Hochschule ausgetragen.

Kunst und Handwerk im Fokus

Die Wanderausstellung mit den Finalisten des Vorjahres vom ungarndeutschen Online-Fotowettbewerb Blickpunkt war in der Karwoche in Bohl zu sehen.

Eins, zwei, drei, Dramenfestival!

Auch in diesem Jahr wurde das regionale Dramenfestival in Ugod – mit der Teilnahme von etwa 150 SchülerInnen aus 11 ungarndeutschen Grundschulen aus Westungarn und der Hauptstadt – veranstaltet.

Die deutsche Nationalitätenliste hat kein Mandat errungen – der Bedarf an gemeinschaftlicher Vertretung bleibt weiterhin stark

Das Ergebnis zeigt auch, dass viele es für wichtig halten, dass ihre Gemeinschaft mit einer eigenständigen Stimme im öffentlichen Leben präsent ist.

Salamin András: Igazszólások V. / Herein Mária: Családi kör – 2

Diese besondere zweiteilige Publikation will nicht belehren, urteilen oder Geschichte erklären. Sie erzählt einfach wahre Geschichten und Lebenswege aus einem vergangenen Jahrhundert.

Ritter György: Végszó. Magyarországi németek elbeszélései az alávetettségükről, 1940-1970 (Band I und II)

Die beiden Bände richten sich an all jene, die die großen historischen Prozesse aus der Perspektive individueller Lebenswege verstehen möchten.

Irene Langemann: Das Gedächtnis der Töchter

Das hie empfohlene Buch ist ein tiefbewegender Roman über die Suche nach Identität in der Fremde, die vielen Facetten der Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.