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Gedenkfeier in Kirne

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Im Rahmen des Nationalitäten- und Bierfestivals in Kirne/Környe wird jedes Jahr ein deutschsprachiger Gottesdienst gehalten, um der Ahnen zu gedenken. Die heilige Messe am 9. Juli wurde für alle verstorbenen und lebenden Ungarndeutschen gelesen, die im Jahre 1947 ausgesiedelt wurden, und für alle, die wegen Schicksalsschlägen das Heimatdorf verlassen mussten. Der Gottesdienst wurde vom Bodajker Pfarrer Tamás Mórocz zelebriert, der in seiner Predigt die duale (physische und psychische) Welt des Menschen betonte.

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Mit einem schönen Beispiel veranschaulichte er seinen Gedanken: Wenn man nur eine Margaretenblume mit Liebe und Sorge verschenkt, bedeutet das mehr als eine ganze Margaretenwiese ohne Gefühle. Es ist sehr wichtig, nicht nur an die Äußerlichkeit zu denken, sondern auch an die Liebe, weil man nur dadurch das wahre Gesicht Gottes erkennen kann. Er erläuterte, dass vor 70 Jahren, bei der Vertreibung der Ungarndeutschen, die gegenseitige Liebe eine spezielle Kraft hatte: Sie haben alles verloren, alles wurde ihnen weggenommen, doch eins blieb: die Liebe. So konnten die Ungarndeutschen zusammen, „mit einer Margaretenblume” diese Tragödie überwinden.

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In Kirne ist es ein Brauch, dass verschiedene traditionspflegende Kulturgruppen aus der Gegend zu diesem feierlichen Gottesdienst eingeladen werden, so erinnerten sich die Gäste aus Gestitz, Kätschka, Schemling, Tolnau und Woj zusammen mit den örtlichen Gläubigen an die ungarndeutschen Ahnen.

Am Rande der Kirche befinden sich zwei verstümmelte Säulen, die wichtigen Botschaften übertragen: das Heimatland wurde vor 70 Jahren vielen weggenommen. Die damaligen Geschehnisse können wir nicht verändern, aber wir müssen daran erinnern. Nach der heiligen Messe fand an der Gedenksäule der Vertreibung eine Kranzniederlegung statt. Ein neues Denkmal wurde von Vince Buják gefertigt, das für die Deportierten aus Kirne und aus Oberungarn eingeweiht wurde. Zu Beginn der Gedenkfeier wurde unter der Leitung des örtlichen deutschen Nationalitätenchores das schöne Volkslied „Nach meiner Heimat“ gemeinsam gesungen.

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László Beke, der Bürgermeister von Kirne, betonte in seiner Rede die Wichtigkeit der Erinnerung. „Der Bevölkerungswechsel im Jahre 1947 war für alle eine große und grundlose Tragödie, die eine schlechte Antwort auf ein nicht existierendes Problem gab. Wenn man die Geschichte von Kirne untersucht, kann man feststellen, dass die Bewohner des Dorfes, wie auch die Gemeinden in Oberungarn in Frieden lebten. Die diktatorische Politik traf eine sinnlose Entscheidung, wobei keine Gewinner, nur Verlierer gab. Man darf nie mehr gestatten, dass jemand wegen seiner nationalen Zugehörigkeit benachteiligt wird. Deswegen sollen wir erinnern und jeder zu der Vergangenheit ermahnen“, sagte der Bürgermeister.

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Die Agape nach der Kranzniederlegung war eine gute Gelegenheit, um miteinander zu diskutieren, die eigene Geschichte zu erzählen und neue Bekanntschaften zu schließen. Die beste Unterhaltung war garantiert, denn die Saarer Musikanten spielten schöne schwäbische Lieder am Kirchhof.

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Fotos: kornye.hu

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